Zum Interview Mitte März im Moabiter Fritz-Schloß-Park kommt der Landschaftsökolge Uli Christmann trotz Nieselregens natürlich mit dem Büro-Fahrrad. Die rhetorische Frage, wie er das Wetter finde, beantwortet er ebenso erwartungsgemäß: „Für die Natur ist es gerade ganz wichtig. Die Blätter sind schon voll ausgebildet in den Knospen. Sie brauchen jetzt nur Wasser, um sich zu entfalten.“ Gerade auf den in Berlin verbreiteten Sandböden und in den auf Trümmerbergen gewachsenen Parks ist ausreichend Regen besonders wichtig. „In den letzten Jahren war der April oft sehr trocken. Wenn es ganz schlimm kommt, werfen die Bäume gleich wieder Blätter ab. Die Frühjahrstrockenheit ist Stress für sie.“
Uli Christmann vom Büro Landschaft planen+bauen hat im Auftrag des Stadtentwicklungsamtes Mitte ein Biodiversitäts-Gutachten zum Fritz-Schloß-Park erarbeitet. Das Dokument ist mit 26 Seiten gar nicht so umfangreich und zu großen Teilen auch für Laien verständlich. Hier geht es erkennbar nicht darum, die Welt zu verändern, sondern Dinge mit vorhandenen Mitteln konkret zu verbessern. „Ins Machen kommen“, ist eine Wendung, die Christmann mehrfach verwendet. Von der Herangehensweise seiner Auftraggeber ist er regelrecht begeistert – und sie von ihm: Mit Beteiligung der Öffentlichkeit wurde das Projekt Ende 2024 begonnen. Noch bevor das Gutachten überhaupt druckreif war, waren die ersten Maßnahmen ein Jahr später schon umgesetzt, alles finanziert aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung.