Zwischen Greifswalder und Kniprodestraße – die Mühlenpromenade mit Wasserspielen und Klimaeffekt

Die Mühlenpromenade ist die Quartiersachse im Gebiet Greifswalder Straße

Die Mühlenpromenade hat als grüne Achse und zentrale Begegnungszone im gleichnamigen Pankower Kiez sehr hohe Priorität – sowohl bei Bewohnerinnen und Bewohnern als auch beim Bezirksamt und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Diese sieht die klimaangepasste Neugestaltung der rund 700 Meter langen autofreien Promenade und der angrenzenden Spiel-, Sport- und Grünflächen als Praxistest für die Schwammstadt, so Referatsleiter Hendrik Hübscher bei der Eröffnung der Ausstellung der Wettbewerbsentwürfe für dieses Vorhaben am 15. Juli 2025 in der KulturMarktHalle. Ab 2028 soll der Siegerentwurf des Kölner Büros Greenbox mit Mitteln aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung schrittweise umgesetzt werden.

Die Menschen vor Ort warten schon lange auf eine umfassende Sanierung der Wege, Spielplätze und Grünflächen. Doch das komplexe Vorhaben benötigt eine intensive Vorbereitung: Dazu zählten u.a. ein Verkehrsgutachten, die Grün- und Freiflächenkonzeption und die intensive Bürgerbeteiligung. Ende 2024 folgte der Aufruf zu einem Wettbewerb um die besten Ideen. Aus 40 Bewerbungen wurden 10 Landschaftsarchitektur-Büros ausgelost, um die Wettbewerbsaufgabe zu bearbeiten. Diese war zuvor mit Bürgerinnen und Bürgern in einer Veranstaltung konkretisiert worden.

Ausstellungseröffnung zum Wettbewerb Mühlenpromenade 15.07.2025

Am 19. Juni 2025 entschied sich das Preisgericht unter Vorsitz von Landschaftsarchitektin Prof. Maren Brakebusch für den Entwurf von Greenbox. Den zweiten Preis erhielt das Berliner Büro A24, den dritten Preis nahm das Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden entgegen.

Die Preisträger sowie weitere Teilnehmende des Wettbewerbs, Vertreterinnen und Vertreter des Bezirks sowie des Abgeordnetenhauses von Berlin waren am 15. Juli zur Eröffnung der Ausstellung aller zehn eingereichten Entwürfe in die KulturMarktHalle gekommen. Durch das Programm führte Sebastian Holtkamp von der Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG als Gebietsbeauftragte. Die Ausstellung war bereits am Vorabend der Preisgerichtssitzung kurz zu sehen – allerdings anonym. Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner hatten diese Gelegenheit genutzt, um ihre Einschätzung zu den Entwürfen noch vor der Entscheidung abzugeben. Die Vertreterin und die beiden Vertreter der Bewohnerschaft, die beratend an der Entscheidung beteiligt waren, nahmen das Votum aus dem Kiez aus dieser Vorabend-Präsentation ebenfalls mit. Ihnen dankte Cornelius Bechtler, Pankower Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste, nun besonders für ihre Beiträge und ihr Engagement während des Wettbewerbsprozesses. Dies sei ein erneuter Beweis, dass sich intensive Beteiligung auszahle.

Zeichnung Brunnenplatz aus dem Entwurf zur Mühlenpromenade

Perspektive des Brunnenplatzes aus dem Siegerentwurf des Wettbewerbs

Die Bezirksstadträtin für Ordnung und öffentlichen Raum, Manuela Anders-Granitzki, freut sich auf die neue schöne, aber auch funktionale und zukunftsfähige „grüne Mitte“, die die Verbindung zwischen den Generationen stärken soll. Schließlich spielen hier nicht nur Kinder, treiben Jugendliche Sport und begleiten Erwachsene die Jüngeren zur Kita oder in die Verkehrsschule.

Für das Team des Siegerbüros Greenbox steht der soziale Aspekt ebenfalls im Vordergrund. Sie wollen auch während der detaillierten Planung ab 2026 den engen Dialog mit der Nachbarschaft fortsetzen, um barrierefreie Verbindungen und Flächen für alle Altersklassen schaffen, die dem hohen Nutzungsdruck gewachsen sind.

Ihr Entwurf orientiert sich am rechtwinkligen Bestand. Als Kontrast werden runde Wasserspiele und Pflanzflächen auf den zentralen Plätzen eingestreut – allein auf dem Brunnenplatz soll es wieder drei Wasserspiele geben. Auch auf dem zentral gelegenen Kiezplatz und auf der Weiterführung der Mehrgenerationenfläche an den Drei Grazien vor der Kita Bewegungsreich sind Wasserspiele angedacht.

Ausstellungseröffnung zum Wettbewerb Mühlenpromenade 15.07.2025

Die Teams der Preisträger mit Bezirksstadtrat Cornelius Bechtler (links), Referatsleiter Hendrik Hübscher (4. v. links) und Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (4. v. rechts)

Das für das Konzept so wichtige Regenwasser-Management – also die Nutzung des Niederschlags zur Bewässerung und Kühlung vor Ort – soll dabei dezentral und mit möglichst wenig technischem Aufwand, analog zum natürlichen Wasserkreislauf, erfolgen.

Als weitere zentrale Orte an der Promenade sind die schattigen „Logenplätze“ vor dem Quartierspavillon, am Brunnenplatz und vor den beiden zentralen Hochhäusern konzipiert. Zwei Spielplätze sollen für alle Generationen umgestaltet werden, eine kleinere Fläche als Treffpunkt für Jugendliche.

Einige wichtige Bereiche wurden in den vergangenen Jahren bereits neu gestaltet, neben den erwähnten waren das der Bolzplatz Hanns-Eisler-Straße 6, der „Hühnerspielplatz“ Thomas-Mann-Straße sowie der Einsteinpark ganz im Süden. Nun ist die lang ersehnte Neugestaltung des Brunnenplatzes als Auftakt der Baumaßnahmen in Sicht. Bis dahin bleibt für alle Projektbeteiligten inklusive der engagierten Bewohnerinnen und Bewohner noch viel zu tun.

Ausstellung Wettbewerb Mühlenpromenade

16. bis 25. Juli 2025
Montags bis freitags 10 bis 18 Uhr

KulturMarktHalle
Hanns-Eisler-Straße 93
Berlin – Prenzlauer Berg

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