Wie kann die Infrastruktur rund um die Mühlenpromenade so entwickelt werden, dass das Regenwasser nicht in die Kanalisation eingeleitet werden muss, sondern dem Stadtgrün zur Verfügung steht? Wie können Aufenthalts-, Bewegungs- und Spielflächen nachhaltig und ökologisch verbessert werden? Das waren unter anderem die Aufgaben eines durch das Bezirksamt Pankow ausgeschriebenen Wettbewerbs. Auf einer Jurysitzung am 19. Juni wurde der Siegerentwurf ausgewählt.
Besonders überzeugen konnte der Sieger-Entwurf von Greenbox Landschaftsarchitekten PartGmbB Schäfer/Pieper/Patzelt/Theidel/Wiegard (Köln): Entlang der neu gestalteten Mühlenpromenade werden in ihrem Entwurf drei Stadtplätze in unterschiedlichen Dimensionen angeboten. Begleitet werden diese von Rückzugsorte mit Sitzplätzen, den sogenannten “Nachbarschaftslogen”. Der Brunnenplatz wird als zentraler Ort konzipiert. Der quadratische Platz enthält Wasserelemente und Pflanzinseln, die von Sitzelementen gesäumt sind. Auf Platz 2 und 3 folgen die Entwürfe von A24 LANDSCHAFT Landschaftsarchitektur GmbH (Berlin) und Rehwaldt Landschaftsarchitekten (Dresden).
Der Pankower Baustadtrat Cornelius Bechtler zeigte sich von dem Siegerentwurf überzeugt: „Dem Entwurf von Greenbox gelingt es hervorragend, die Mühlenpromenade mit der sie umgebenden Wohnbebauung zu verbinden, dabei mit dem Bestand behutsam umzugehen, am Brunnenplatz eine neue grüne Mitte zu schaffen und trotzdem mit interessanten Spiel- und Bewegungsangeboten überzeugend neue Akzente zu setzen. Er punktet aber auch besonders hinsichtlich der Aspekte „viel Grün“, „Klimaanpassung“ und „Biodiversität“, die uns für die ökologische Aufwertung der Mühlenpromenade essenziell wichtig waren.“
Manuela Anders-Granitzki, Bezirksstadträtin für Ordnung und Öffentlicher Raum, ergänzt: „Ein lebendiger öffentlicher Raum entsteht dort, wo sich Menschen sicher, willkommen und wohl fühlen. Mit der Neugestaltung der Mühlenpromenade schaffen wir genau das – einen attraktiven Ort mit klaren Strukturen, ökologischer Qualität und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.“
„Klimagerechte Stadtentwicklung gelingt, wenn zukunftsgewandte Konzepte auf gezielte Förderung treffen. Der Siegerentwurf im Wettbewerb zur Neugestaltung der Mühlenpromenade in Pankow steht für Aufenthaltsqualität, Ressourcenschonung und Teilhabe. Genau dafür steht auch das Programm Nachhaltige Erneuerung.”, so Stephan Machulik, Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz.
Die Aufgabe des Wettbewerbs lag in der Erarbeitung von Konzepten zur klimatischen und gestalterischen Anpassung der bestehenden Mühlenpromenade und des Brunnenplatzes. Die Mühlenpromenade stellt dabei die zentrale Ost-West-Freiraumverbindung des Wohngebietes aus den 1960er Jahren zwischen Kniprodestraße und Greifswalder Straße dar und ist für die Bewohnerinnen und Bewohner des Mühlenkiezes von großer Bedeutung. Die Planungsteams hatten die Aufgabe, Entwürfe für eine nachhaltige Gestaltung des öffentlichen Raums unter besonderer Berücksichtigung des Elements Wasser als dezentrale Regenwasserbewirtschaftung und im Kontext der Hitzeprävention zu erarbeiten. Dabei sollten die vorhandenen Qualitäten und Potenziale des Gebietes einbezogen und neue Entwicklungsperspektiven herausgearbeitet werden.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen förderte den Wettbewerb des Bezirks Pankow mit 293.000 Euro aus dem Bund-Länder-Programm Nachhaltige Erneuerung. Für die Umsetzung in mehreren Bauabschnitten wurden weitere Fördermittel in Aussicht gestellt.
Jury bewertete Arbeiten von zehn Planungsteams
Die hochkarätig besetzte Jury – bestehend aus Prof. Bart Brands (TH Ostwestfalen-Lippe), Prof. Maren Brakebusch (FH Potsdam), Prof. Anna Lundqvist (BTU Cottbus-Senftenberg), Marianne Mommsen (Akademie der Künste), Cornelius Bechtler (Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste), Hendrik Hübscher (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen) und Gerald Berger (Straßen- und Grünflächenamt Pankow) – hat die Arbeiten von insgesamt zehn Planungsteams ausführlich besprochen und bewertet. Fachlich und Inhaltlich betreut wurden der Wettbewerb und die Beteiligung durch D&K drost consult GmbH und die Planergemeinschaft eG.
Durch einen vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb konnten sich an dem Wettbewerb sowohl junge als auch bauerfahrene Planungsteams beteiligen. Zur Teilnahme an dem finalen Wettbewerb wurden folgende Planungsteams ausgewählt: A24 LANDSCHAFT Landschaftsarchitektur GmbH (Berlin), Belvedere Landschaftsarchitekten (Berlin), Fabulism+nuko Pozzi.Andolina.Schmidt-Blaahs Landschaftsarchitekten PartGmbB mit ARGUS Stadt und Verkehr Partnerschaft mbB (Wismar/Hamburg), Greenbox Landschaftsarchitekten PartGmbB (Köln), Grieger Harzer Dvorak Landschaftsarchitekten PartGmbB (Berlin), Landschaftsmanufaktur (Berlin), Rehwaldt Landschaftsarchitekten (Dresden), Schönherr Landschaftsarchitekten PartGmbB (Berlin), Simons & Hinze Landschaftsarchitekten GmbH (Berlin) und Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH (Berlin).
Am 15. Juli wurde die Ausstellung der zehn Entwürfe in der KulturMarktHalle eröffnet. Sie war dort bis zum 27. Juli 2025 zu sehen.