Stalking

Jemand guckt durch ein Schlüsselloch
Bild: Brian Jackson - Fotolia.com

Der englische Begriff Stalking kommt ursprünglich aus der Jägersprache und bezeichnet das Anschleichen oder Anpirschen an eine Beute.

Mit dem Begriff Stalking wird das beabsichtigte und wiederholte Nachstellen einer Person umschrieben, das zur Strafbarkeit führen kann, wenn die betroffene Person durch die einzelnen Tathandlungen in ihrer Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt und unzumutbar belästigt wird.

Die Erscheinungsformen von Stalking können vielfältig sein. Um ihrem Opfer nahe zu kommen und den Kontakt zu ihm zu halten, zeigen sich die Stalker in ihren Handlungen häufig erfindungsreich.

Als typische Handlungen kommen zum Beispiel in Betracht:

  • zahlreiche Telefonanrufe, E-Mails oder SMS-Nachrichten zu jeder Tages- und Nachtzeit
  • bedrohende Nachrichten auf dem Anrufbeantworter
  • unerwünschtes Zusenden von Geschenken oder Liebesbriefen, in der Folge auch mit Beleidigungen oder Drohungen
  • ständiger Aufenthalt in der Nähe des Opfers (Wohnung/Arbeitsstelle/Sportstätte)
  • Verfolgen durch Hinterherlaufen oder -fahren
  • Kontaktaufnahme über Dritte
  • Bestellung von Waren oder Dienstleistungen auf Namen des Opfers
  • Eindringen in Wohnung
  • Beschädigung von Eigentum (Auto, Hausbriefkasten, Wohngebäude)
  • Verfolgen oder Aufspüren des/der Ex-Partners/-in in Internetforen
  • Verbreitung von Diffamierungen und Unwahrheiten z.B. im Internet
  • sexuelle Angriffe
  • körperliche Angriffe bis hin zu Tötungshandlungen

Opfer fühlen sich gegenüber den Tätern hilflos ausgeliefert. Die wiederholten und hartnäckigen Begehungsweisen der Handlungen des Stalkers können beim Opfer weitreichende gravierende psychische, körperliche oder finanzielle Schäden hervorrufen. In Einzelfällen kann es zur Selbsttötung oder durch das Verhalten des Täters zu verursachten Unfällen im Verlauf einer panikartigen Flucht des Opfers kommen.

Die meisten Stalker sind ehemalige Beziehungspartner oder abgewiesene Verehrer, aber es können sich auch Arbeitskollegen, Nachbarn oder völlig unbekannte Personen darunter befinden.

Strafrechtliche Schutzmöglichkeiten

In Fällen von Stalking ist eine strafrechtliche Verfolgung möglich. Der Gesetzgeber hat mit dem § 238 StGB Nachstellung der für das Phänomen Stalking typischen Vielgestaltigkeit möglicher Verhaltensformen Rechnung getragen und zum verbesserten Opferschutz beigetragen. Der § 238 StGB stellt die zum Stalking typischen Verhaltensweisen unter Strafe. Einige der von Stalker gezeigten Verhaltensweisen können auch andere Straftatbestände erfüllen.

Zivilrechtliche Schutzmöglichkeiten

Um sich gegen einen Stalker zur Wehr zu setzen, stehen dem Opfer neben den strafrechtlichen Mitteln auch zivilrechtliche Mittel zur Verfügung. Bei einem Familiengericht kann auf Grundlage des Gewaltschutzgesetzes eine zivilgerichtliche Schutzanordnung gegen den Stalker erlassen werden. Jede Zuwiderhandlung gegen eine zivilgerichtliche Schutzanordnung stellt erneut eine Straftat dar.

Merkblatt mit konkreten Verhaltenstipps

Weitere Informationen zu dem Phänomen Stalking und ein Merkblatt mit wichtigen Verhaltenstipps für Stalking-Opfer ist durch das Programm Polizeiliche Kriminalprävention des Bundes und der Länder (ProPK) unter dem Link www.polizei-beratung.de kostenlos zur Verfügung gestellt worden.

Ansprechpartner bei der Polizei

Im Rahmen der Strafverfolgung und der Gefahrenabwehr hat die Polizei die Möglichkeit, konsequente Schritte gegen den Täter zu veranlassen und zum effizienteren Schutz von Opfern beizutragen.

Wenn Sie Opfer von Stalking geworden sind, können Sie sich an jeden Polizeiabschnitt wenden und eine Anzeige erstatten. Auf dem Polizeiabschnitt stehen Ihnen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte als Ansprechpartner zur Verfügung, die für diese Thematik sensibilisiert sind und über Hilfsangebote und zivilrechtliche Möglichkeiten informieren können. Für unmittelbar nötige Hilfe können Sie immer direkt die Polizei über 110 alarmieren.

Darüber hinaus stehen bei der Polizei Berlin die Opferschutzbeauftragten (OSB) der jeweiligen örtlichen Direktionen für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Die Zuständigkeit der Opferschutzbeauftragten richtet sich nach dem Wohnort der Betroffenen. Sie finden die Opferschutzbeauftragten auf den folgenden Seiten:

Beratungsstellen

Ausführliche Informationen zu weiteren Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie auch auf unseren Seiten Häusliche Gewalt und Opferschutz.

Spezielle Beratungsstelle für Stalkerinnen/Stalker

Link zu: Spezielle Beratungsstelle für Stalkerinnen/Stalker
Bild: Stop-Stalking

Stop-Stalking Berlin ist eine kostenlose Beratungsstelle für Menschen, die stalken oder gestalkt werden. Betroffene Menschen können sich telefonisch oder per E-Mail - auch anonym - an diese Beratungsstelle wenden und über ihre Situation sprechen.Weitere Informationen