Waffenbehörde

Schusswaffe und Antragsformular

Zuständig für alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Waffenrecht ist für den Stadtbereich Berlin die Waffenbehörde beim Landeskriminalamt (LKA 514).

Hier und auf den folgenden Seiten sind Informationen zum Waffenrecht zusammengestellt und es stehen die notwendigen Antragsformulare zum Download zur Verfügung. Alle aufgeführten Fotos sind nur Beispiele.

Der nachfolgende Flyer enthält Informationen über den Umgang mit Waffen/Messern und steht zum weiteren Verteilen zum Download bereit. Er ist insbesondere zur Information für Schüler, Eltern und Lehrer gedacht, kann jedoch auch von anderen Institutionen (Jugendclubs, Freizeitstätten) genutzt werden.

Weitere Themen:
Waffenrecht – Übersicht
Anträge, Anzeigen, Formulare
Hinweise und Merkblätter

Wie kann ein Antrag eingereicht werden, wenn die Waffenbehörde keine Sprechzeiten hat?

Auch wenn derzeit keine offenen Sprechzeiten angeboten werden, bearbeitet die Waffenbe-hörde selbstverständlich weiterhin Ihre Anträge.

Diese reichen Sie bitte auf einem der folgenden Wege ein:

Jagdscheinverlängerung: Bitte senden Sie uns den Jagdschein, das Antragsformular und den Versicherungsnachweis per Post oder geben Sie alles unten am Eingang bei der Hauswache des Polzeipräsidiums, Platz der Luftbrücke 6, 12101 Berlin, ab. Der Schießnachweis ist aufgrund der Schließung vieler Schießstätten wegen CoVid19 derzeit optional.
Ist das Jagdscheinheft voll, bitte auch zwei Passfotos beifügen.

Anzeige des Erwerbs in eine bestehende Waffenbesitzkarte oder Anzeige des Überlassens: Bitte senden Sie uns die Waffenbesitzkarte, ggf. den Europäischen Feuerwaffenpass und das Anzeigeformular per Post oder geben Sie alles unten am Eingang bei der Hauswache des Polzeipräsidiums, Platz der Luftbrücke 6, 12101 Berlin, ab.

Alle anderen Anträge, bei denen keine Eintragung in ein bereits vorhandenes Erlaubnisdokument vorgenommen muss, können nicht nur per Post, sondern auch per E-Mail (hierfür bitte das entsprechende Formular ausdrucken, unterschreiben und einscannen) und per E-Mail (an Waffenbehoerde@polizei.berlin.de) oder per Fax oder z.T. auch als Online-Formular eingereicht werden. Die jeweils benötigten Anlagen wie z.B. die Kopie des Personalausweises, Bedürfnisnachweis, Sachkunde-/Jägerprüfungszeugnis oder Nachweis der sicheren Waffenlagerung sind jeweils beizufügen.

Die Antrags- und Anzeigeformulare finden Sie hier

Sie erhalten die Erlaubnis nach Bearbeitung per Einwurfeinschreiben mit einem Gebührenbescheid für die Überweisung der Bearbeitungsgebühr.

Im Interesse der zügigen Sachbearbeitung bitte wir von Anfragen bzgl. des Bearbeitungsstandes abzusehen.

Aktuelles

Informationen zur Waffenrechtsänderung ab 01. September 2020

Neue Waffengebührenordnung ab 25.09.2021

Ab dem 25.09.2021 tritt die Verordnung über die Erhebung von Gebühren im Waffenrecht (Waffengebührenordnung – WaffGebO) vom 14. September 2021 in Kraft. Die Veröffentlichung erfolgte am 24.09.2021 im Gesetz und Verordnungsblatt für Berlin Nr. 70, S. 1085ff.

Die Kostenverordnung zum Waffengesetz (WaffKostV) tritt damit außer Kraft.
Hierbei handelt es sich um die erste Gebührenveränderung seit dem Jahr 2000.
Die Gebührenberechnung richtet sich nach dem Datum des Eingangs des gebührenpflichtigen Antrags oder der gebührenpflichtigen Anzeige bei der Waffenbehörde.

Dekowaffen

Dekowaffen
Alt-Dekorationswaffen (§ 37d WaffG):

Seit dem 01.09.2020 gilt: Schussfähige Waffen, die vor dem 28. Juni 2018 als Dekowaffe unbrauchbar gemacht wurden, gelten als Alt-Dekowaffen.

Alt-Dekorationswaffen sind unbrauchbar gemachte Schusswaffen, die NICHT den Anforderungen der Deaktivierungsdurchführungsverordnung entsprechen und NICHT über eine Deaktivierungsbescheinigung eines Beschussamtes verfügen (neue Version der Bescheinigung ab dem 28.06.2018).

Für Alt-Dekorationswaffen gilt eine Besitzstandswahrung, wenn sie nach alter Rechtslage unbrauchbar gemacht wurden.

Die Besitzstandswahrung endet, wenn die Alt-Dekorationswaffen einem Berechtigten dauerhaft überlassen oder in einen anderen Mitgliedstaat verbracht werden.

Für das dauerhafte Überlassen sowie ein Verbringen oder eine Mitnahme ist eine Deaktivierungsbescheinigung (neue Version der Bescheinigung ab dem 28.06.2018) eines Beschussamtes notwendig.

Das Überlassen sowie der Erwerb von Alt-Dekorationswaffen sind anzeigepflichtig! Der Überlassende bedarf für das Überlassen keiner Waffenbesitzkarte.

Wenn für die Alt-Dekorationswaffe keine Deaktivierungsbescheinigung in der neuen Version vorliegt, ist für den Erwerb und (anschließenden) Besitz eine Waffenbesitzkarte erforderlich.

Die Aufbewahrungsvorschriften sind auf Alt-Dekorationswaffen nicht anzuwenden; solange diese nicht dauerhaft überlassen werden.

Neu-Dekorationswaffen (§ 37d WaffG):
Ab dem 01.09.2020 gilt:
Waffen, die nach dem 28. Juni 2018 unbrauchbar gemacht wurden, benötigen eine Deaktivierungsbescheinigung des Waffenhändlers und des Beschussamtes.

Des Weiteren muss diese Dekowaffe registriert werden.

Neu-Dekorationswaffen sind unbrauchbar gemachte Schusswaffen, die über eine Deaktivierungsbescheinigung verfügen (neue Version der Bescheinigung ab dem 28.06.2018)!

Der Besitz einer solchen Dekowaffe unterliegt der Anzeigepflicht bis zum 01.09.2021.

Salutwaffen

Salutwaffen

§ 39b und § 58 Abs. 15 WaffG
Salutwaffen waren vor dem 01.09.2020 erlaubnisfrei zu erwerben. Seit diesem Datum gelten sie nun als erlaubnispflichtige Waffen.

Übergangsregelung: Hat jemand am 01.09.2020 eine Salutwaffe besessen, die er vor diesem Tag erworben hat, so hat er spätestens am 01.09.2021 diese
  • einem Berechtigten,
  • der zuständigen Behörde oder
  • einer Polizeidienststelle zu überlassen
    oder * eine Erlaubnis zum Besitz zu beantragen, d. h. einen Antrag auf Erteilung einer Waffenbesitzkarte zu stellen.

Ein Bedürfnisnachweis ist für die Erteilung der Erlaubnis erforderlich, ein Nachweis der Sachkunde nach § 7 jedoch nicht.

Pfeilabschussgeräte

Pfeilabschussgeräte

Pfeilabschussgeräte sind seit dem 01.09.2020 den Schusswaffen gleichgestellt.

Dies gilt jedoch nicht für Geräte zum Abschuss fester Körper, die mit elastischen Geschossspitzen (z.B. Saugnapf aus Gummi) versehen sind, bei denen eine maximale Bewegungsenergie der Geschossspitzen je Flächeneinheit von 0,16 J/cm2 nicht überschritten wird (Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 1.2.3 zum WaffG). Der Umgang – ausgenommen das Überlassen – mit ihnen ist daher nach § 2 Abs. 2 WaffG i.V.m. Anlage 2 Abschnitt 2 Unterabschnitt 1 zum WaffG erlaubnispflichtig.

Der Umgang mit CO2- oder druckluftbetriebenen Pfeilabschussgeräten bislang erlaubnisfrei. Durch die Ergänzung in Nummer 1.2.3 der Anlage 1 zum WaffG werden diese Pfeilabschussgeräte über § 2 Abs. 2 WaffG i.V.m. Anlage 2 Abschnitt 2 Unterabschnitt 1 zum WaffG erlaubnispflichtig. Erlaubnisfreie Arten des Umgangs mit Pfeilabschussgeräten regelt Anlage 2 zum WaffG – anders als z.B. für Armbrüste – nicht.

Für „Alt-Besitzer“ hat der Gesetzgeber eine Übergangsregelung in § 58 Abs. 20 WaffG ge-schaffen. Hat jemand am 01.09.2020 ein nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nummer 1.2.3 den Schusswaffen gleichgestelltes Pfeilabschussgerät besessen, dass er vor diesem Tag erworben hat, so hat er spätestens am 01.09.2021 eine Erlaubnis nach § 10 Abs. 1 Satz 1 oder eine gleichgestellte andere Erlaubnis zum Besitz zu beantragen oder das Pfeilabschussgerät einem Berechtigten, der zuständigen Behörde oder einer Polizeidienststelle zu überlassen. Für die Zeit bis zur Erteilung oder Versagung der Erlaubnis gilt der Besitz als erlaubt.

Um ein Pfeilabschussgerät behalten zu können, wird eine Waffenbesitzkarte benötigt. Diese kann nur erteilt werden, wenn alle Voraussetzungen, die auch für Schusswaffen gelten, erfüllt sind. So muss u. a. ein Bedürfnis nachgewiesen sein und die Sachkunde im Sinne des Waf-fengesetzes vorliegen.

Ein Bedürfnis dürfte jedoch nur in absoluten Ausnahmefällen in Betracht kommen, ggf. z.B. bei Sachverständigen oder Waffensammlern.

NWR-IDs (Identifikationsnummern des Nationalen Waffenregisters)

Was ist die sogenannte NWR-ID?

Der Ausbau des Nationalen Waffenregisters umfasst vielfältige „NWR-ID’s“. Die NWR-ID ist eine unverwechselbare technische Identifikationsnummer (ID) des NWR. Sie wird einmalig für bestimmte Arten von Daten vergeben, die im NWR gespeichert sind – unter anderem für eine Person, für Erlaubnisse bzw. Erlaubnisdokumente sowie für Waffen bzw. Waffenteile (wesentliche Teile).

Die NWR-ID gewährleistet daher die eindeutige Identifikation und Zuordnung der Daten im NWR. Private Waffenbesitzer benötigen „ihre“ NWR-IDs insbesondere für Waffenan- bzw. -verkäufe bei gewerblichen Waffenhändlern.

Wozu benötige ich meine NWR-IDs?

Beim Waffenbesitzwechsel von Privat zu Privat müssen auch künftig weder dem Verkäufer noch dem Käufer ihre jeweiligen NWR-IDs bzw. die der Waffe und ihrer wesentlichen Teile vorher bekannt sein.

Aber: Gewerbliche Waffenhändler und Waffenhersteller sind ab dem 01.09.2020 verpflichtet, insbesondere ihre Verkäufe oder Erwerbe (auch nur vorübergehende für Bearbeitungen/Reparaturen) selbst direkt gegenüber dem NWR anzuzeigen. Um eine eindeutige Identifikation und Zuordnung der übermittelten Daten sicherzustellen, haben die gewerblichen Waffenhersteller und Waffenhändler dabei jeweils die NWR-IDs der betroffenen Person, der Erlaubnis, der Waffe und der wesentlichen Teile anzugeben.

Anders als bislang benötigt daher ein privater Waffenbesitzer beim Erwerb von oder dem Verkauf an einen gewerblichen Waffenhändler oder Waffenhersteller „seine“ NWR-IDs.

Eine Ausnahme gilt insoweit zugunsten von Jungjägern: Sind sie bei ihrem ersten Waffenerwerb noch nicht im NWR registriert, weil sie noch keine Waffenbesitzkarte beantragt haben, ist die Angabe von NWR-IDs nicht nötig.

Wie erhalte ich meine NWR-IDs?

Jeder Waffenbesitzer kann ab sofort bei seiner zuständigen Waffenbehörde ein sogenanntes Stammdatenblatt erhalten, das alle maßgeblichen IDs enthält – insbesondere auch die der Waffen bzw. Waffenteile.

Die Anforderung dieses Datenblattes kann telefonisch, formlos per E-Mail unter Angabe der vollständigen Personalien oder per Briefpost erfolgen. Die Zusendung des Datenblattes erfolgt im Regelfall postalisch. Kosten entstehen den Waffenbesitzern nicht.

Darüber hinaus können die ID-Nummern der Waffenbesitzer (PersonenID) sowie für die Erlaubnis (ErlaubnisID) in die Waffenbesitzkarte eingedruckt werden. Dies erfolgt bei Neu-Erteilungen oder wenn die Waffenbesitzkarten anlassbezogen (z.B. zur Ein- oder Austragung von Waffen) bei der Waffenbehörde vorliegen und die Nummern noch nicht eingedruckt sind.

Bitte sehen Sie von der Übersendung der Original-Dokumente nur zum Zweck der Aufbringung der ID-Nummern ab – das Stammdatenblatt ist ausreichend!

Verbot „großer“ Magazine

Welche Magazine sind künftig verboten?
Wechselmagazine für Langwaffen für Zentralfeuermunition mit einer Kapazität von mehr als zehn Schuss und für Kurzwaffen für Zentralfeuermunition mit einer Kapazität von mehr als 20 Schuss (sog. „große“ Magazine) werden künftig verboten.

Magazine, die sowohl in Lang- als auch in Kurzwaffen passen, gelten als Magazine für Kurzwaffen, es sei denn, der Besitzer verfügt auch über eine dazu passende Langwaffe.

Gleichfalls ist der Umgang mit halbautomatischen Kurzwaffen für Zentralfeuermunition und halbautomatischen Langwaffen für Zentralfeuermunition verboten, die ein eingebautes Magazin mit der jeweils oben beschriebenen Magazinkapazität haben.

Das Verbot kann nicht durch den Einsatz eines Blockiersystems umgangen werden.

Werden Verstöße geahndet – beispielsweise, wenn ich vergesse, den Besitz eines „großen“ Magazins fristgerecht anzuzeigen?
Verstöße gegen die neuen Regelungen für „große“ Magazine sind gesetzlich nicht sanktioniert. Rückschlüsse auf die waffenrechtliche Zuverlässigkeit des Betroffenen sind jedoch möglich.

Weiterführende Links