Das 6-monatige Entwicklungsprojekt teilt sich in drei Projektphasen auf:
Phase 1: Identifizierung und Analyse des Bedarfs sowie bestehender Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für die Zielgruppe im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg In dieser Phase werden auf Basis der bestehenden Kontakte der Projektbeteiligten sowie durch Recherche relevante Akteure im Handlungsfeld des Projektes identifiziert und ihre Angebote in einer Angebotsmatrix dargestellt. Dabei werden Schlüsselelemente erfasst: Kernelemente des Unterstützungsangebots, Zielgruppenmerkmale, gesetzliche Grundlagen, Finanzierungen, Schnittstellen. Auf dieser Basis werden mit den identifizierten Akteuren Interviews zum besseren Verständnis der Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie zur Auslotung von Schnittstellen und Lücken zwischen den Angeboten geführt. Diese umfasst beispielsweise folgende Bereiche, die bei der Beschreibung der Kooperationen näher erläutert werden:
- Anbieter von Notunterkünften und Tagesaufenthalten
- Streetworker und Integrationsdienste
- Arbeitsvermittlung/ -beratung/-coaching
- Amt für Soziales Friedrichshain-Kreuzberg
- Betroffenen(-selbst)organisationen
Zudem werden Personen der Zielgruppe mit qualitativen Erhebungsmethoden aktiv einbezogen. Sie werden individuell und in
Gruppen zu ihren Bedarfen bzgl. der Integration in gute Arbeit, zu ihren Interessen, Einstellungen und Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf das Thema Lohnarbeit sowie zu ihrer Nutzung und Bewertung von
Unterstützungsangeboten im Bezirk befragt.
In der ersten Phase geht es darum, ein breites Spektrum von Perspektiven zu erfassen. Die Transparenz über die unterschiedlichen Interessenslagen und Problemlagen unter der Zielgruppe und im Netzwerk ist eine Ausgangsvoraussetzung für die Konzeption passgenauer Angebote.
Phase 2: Durchführung von Workshops mit den Akteuren im Handlungsfeld
In der zweiten Projektphase werden mit den identifizierten Akteuren Workshops durchgeführt. In den Workshops werden zur o.g. Projektzielstellung gemeinsam die Problem- und Umfeldanalyse aus Phase 1 vertieft und darauf aufbauend mögliche Integrationspfade in Gute Arbeit identifiziert werden.
In einem weiteren Schritt soll erörtert werden, wie die Angebote besser auf die Bedarfe der Zielgruppe abgestimmt werden können und welcher Ressourcen es hierzu bedarf. Die Einladung und Einbindung der Akteure in der Konzeptentwicklungsphase dient neben der Perspektivenvielfalt auch der Interessenbildung und Identifikation mit dem neuen Interventionsansatz.
Phase 3: Methodenentwicklung und Konzeptformulierung
In der dritten Phase werden aufbauend auf den Ergebnissen der Phasen 1 und 2 Methoden für die zielgerichtete Unterstützung der Zielgruppe entwickelt. Die Methoden beziehen sich dabei auf die möglichen Interventionsansätze der Schulung, Beratung, Betreuung und Vermittlung, sowie die Schnittstellen zwischen diesen Handlungsebenen. In Form einer Prozesslandkarte werden mögliche Wege zur arbeitsmarktlichen und sozialen Integration der Zielgruppe zusammengetragen. Diese Bausteine fließen in das Konzept ein, in dem auch Wirkungsziele, Meilensteine und Evaluation für die Modellphase formuliert werden.
Zielsetzung der Modellphase ist die Erprobung eines bertragungsfähigen Projektansatzes, der für vergleichbare innerstädtische Bedarfslagen mit wohnungslosen EU-Migrant*innen eingesetzt werden kann. In der dritten Phase wird ein größerer Workshop organisiert, um die Ergebnisse zu präsentieren, Interesse an den Problemlagen und Lösungsansätzen zu wecken und diese zu diskutieren. Der Workshop wird partizipativ so gestaltet, dass möglichst alle involvierten Abteilungen des Bezirksamtes und die wichtigsten Akteur*innen im Bezirk ihre Perspektiven einbringen können – mit dem Ziel, die gelebte Praxis aufzugreifen und soziale Innovation zu fördern.