Integrationspfade für wohnungslose EU-Migrant*innen in Gute Arbeit

Zusammenfassung

Gemeinsam ein innovatives Konzept für neuartige Integrationspfade in Gute Arbeit zu schaffen, mit dem Wohnungslose aus dem EU-Ausland durch verzahnte Angebote der Beratung, Schulung, Unterstützung und Vermittlung unterstützt werden können. Da ist das Ziel des neu gestarteten Entwicklungsprojekts, das aus dem Fördertopf ESF+ im Förderinstrument „Lokal, sozial, innovativ“ finanziert wird.

Das Projekt wird vom 1.1.2025 bis zum 30.06.2025 gemeinsam von Arbeit und Leben Berlin, GEBEWO – soziale Dienste – Berlin sowie dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg durchgeführt.

Kontakt: integrationspfade@berlin.arbeitundleben.de

Weitere Berichte

16.01.2025: „Integrationspfade für wohnungslose EU-Migrant*innen in Gute Arbeit – Bezirksamt startet Entwicklungsprojekt
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15.05.2025: Workshop zum LSI-Entwicklungsprojekt “Integrationspfade in Gute Arbeit für wohnungslose EU-Bürger*innen
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Erzielte Ergebnisse

  1. Praxisorientierte, sich ergänzende Entwicklungspartnerschaft der Projektpartner mit positiver Auswirkung auf die langfristige Anschlussfähigkeit des Projekts.
  2. Jour Fixe als regelmäßiges und funktionierendes Austauschformat etabliert.
  3. 21 Interviews mit Institutionen (übererfüllt) und 6 mit der Zielgruppe (teilweise erfüllt) lieferten umfangreiche und fundierte Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Modellprojekts.
  4. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen in den am 15.05.2025 erfolgreich durchgeführten Workshop mit über 40 Teilnehmenden ein. Durch den Austausch entstanden neue, ergänzende konzeptionelle Ansätze.
  5. Die Modellkonzeption wurde auf Basis der Interviews und Workshop-Ergebnisse entwickelt, fristgerecht eingereicht und präsentiert.
  6. Ein innovativer Modellansatz zur Schließung struktureller Lücken wurde entwickelt. Er kombiniert einen koordinierten Gesamtansatz mit dem Fokus auf „Gute Arbeit“ und individueller Begleitung – ausführlich in der Konzeption beschrieben.
  7. Breite Akteursbeteiligung sichert das Transferpotenzial. Die Einbindung relevanter Akteur*innen und die Besetzung des Beirats stärken Transfer und Umsetzung zusätzlich.

Fragen und Antworten zum Projekt

  • Was ist das Ziel des Projekts?

    Im Rahmen des Entwicklungsprojekts soll ein Konzept entwickelt werden, welches durch verzahnte Angebote der Beratung, Schulung, Unterstützung und Vermittlung innovative neuartige Integrationspfade für Wohnungslose aus dem EU-Ausland in Friedrichshain-Kreuzberg eröffnet.

  • Wer sind die Projektpartner*innen?
    Die kommunale Entwicklungspartnerschaft wird im wesentlichen von den drei Projektpartner*innen entwickelt:
  • Was sind die Projektziele?

    Das beabsichtigte Ergebnis des Entwicklungsprojektes ist ein abgestimmtes, modellhaftes Konzept für ein arbeitsbezogenes Beratungs- und Unterstützungsangebot für wohnungslose EU-Migrant*innen im Bezirk.

    Der zu entwickelnde Interventionsansatz vereint folgende Ziele für die Zielgruppe: *
    • Durchsetzung bestehender arbeits- und sozialrechtlicher Leistungsansprüche
    • Integration in gute Arbeit und Existenzsicherung durch Erwerbseinkommen
    • Prävention von Arbeitsausbeutung und nachhaltige Verbesserung der Rechtsposition auf dem Arbeitsmarkt
    • Beendigung der durch o.g. Themen bedingte Wohnungslosigkeit und nachhaltige soziale Stabilisierung

    Basierend auf einer umfangreichen Problemanalyse stellt das Konzept einen mehrdimensionalen Interventionsansatz dar, der die Bereiche Verbesserung der Arbeitsmarktintegration und Verbesserung der sozialen Lebensverhältnisse gemeinsam adressiert.

    Mit dem Ziel eines integrativen, erprobungsreifen Interventionsansatzes werden im Rahmen der Konzeptentwicklung insbesondere folgende Aufgaben und Prozesse untersucht:
    • Niedrigschwellige aufsuchende Beratung zu Sozialrecht, Arbeitsrecht und Existenzsicherung
    • Begleitung bei der Klärung arbeits- und sozialrechtlicher Ansprüche
    • Begleitung und Vermittlung zu Hilfeangeboten in der Region
    • Coaching und Vermittlung von arbeitsrechtlichen Kenntnissen und Fähigkeiten
    • Jobcoaching und Vermittlung zur Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung

    Durch die Beteiligung unterschiedlicher Akteure soll nicht nur bestehendes Wissen und Erfahrungswerte genutzt werden, sondern auch die Basis für ein Folgeprojekt mit diesen Akteuren geschaffen werden. Ziel ist es, im Konzept Angebotslücken zu konkretisieren, innovative neue Wege aufzuzeigen und bestmögliche Projektstrukturen und Kommunikationsprozesse zu identifizieren.

  • Welche Aktivitäten sollen umgesetzt weden?

    Das 6-monatige Entwicklungsprojekt teilt sich in drei Projektphasen auf:

    Phase 1: Identifizierung und Analyse des Bedarfs sowie bestehender Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für die Zielgruppe im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg In dieser Phase werden auf Basis der bestehenden Kontakte der Projektbeteiligten sowie durch Recherche relevante Akteure im Handlungsfeld des Projektes identifiziert und ihre Angebote in einer Angebotsmatrix dargestellt. Dabei werden Schlüsselelemente erfasst: Kernelemente des Unterstützungsangebots, Zielgruppenmerkmale, gesetzliche Grundlagen, Finanzierungen, Schnittstellen. Auf dieser Basis werden mit den identifizierten Akteuren Interviews zum besseren Verständnis der Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie zur Auslotung von Schnittstellen und Lücken zwischen den Angeboten geführt. Diese umfasst beispielsweise folgende Bereiche, die bei der Beschreibung der Kooperationen näher erläutert werden:
    • Anbieter von Notunterkünften und Tagesaufenthalten
    • Streetworker und Integrationsdienste
    • Arbeitsvermittlung/ -beratung/-coaching
    • Amt für Soziales Friedrichshain-Kreuzberg
    • Betroffenen(-selbst)organisationen

    Zudem werden Personen der Zielgruppe mit qualitativen Erhebungsmethoden aktiv einbezogen. Sie werden individuell und in
    Gruppen zu ihren Bedarfen bzgl. der Integration in gute Arbeit, zu ihren Interessen, Einstellungen und Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf das Thema Lohnarbeit sowie zu ihrer Nutzung und Bewertung von
    Unterstützungsangeboten im Bezirk befragt.

    In der ersten Phase geht es darum, ein breites Spektrum von Perspektiven zu erfassen. Die Transparenz über die unterschiedlichen Interessenslagen und Problemlagen unter der Zielgruppe und im Netzwerk ist eine Ausgangsvoraussetzung für die Konzeption passgenauer Angebote.

    Phase 2: Durchführung von Workshops mit den Akteuren im Handlungsfeld

    In der zweiten Projektphase werden mit den identifizierten Akteuren Workshops durchgeführt. In den Workshops werden zur o.g. Projektzielstellung gemeinsam die Problem- und Umfeldanalyse aus Phase 1 vertieft und darauf aufbauend mögliche Integrationspfade in Gute Arbeit identifiziert werden.

    In einem weiteren Schritt soll erörtert werden, wie die Angebote besser auf die Bedarfe der Zielgruppe abgestimmt werden können und welcher Ressourcen es hierzu bedarf. Die Einladung und Einbindung der Akteure in der Konzeptentwicklungsphase dient neben der Perspektivenvielfalt auch der Interessenbildung und Identifikation mit dem neuen Interventionsansatz.

    Phase 3: Methodenentwicklung und Konzeptformulierung

    In der dritten Phase werden aufbauend auf den Ergebnissen der Phasen 1 und 2 Methoden für die zielgerichtete Unterstützung der Zielgruppe entwickelt. Die Methoden beziehen sich dabei auf die möglichen Interventionsansätze der Schulung, Beratung, Betreuung und Vermittlung, sowie die Schnittstellen zwischen diesen Handlungsebenen. In Form einer Prozesslandkarte werden mögliche Wege zur arbeitsmarktlichen und sozialen Integration der Zielgruppe zusammengetragen. Diese Bausteine fließen in das Konzept ein, in dem auch Wirkungsziele, Meilensteine und Evaluation für die Modellphase formuliert werden.

    Zielsetzung der Modellphase ist die Erprobung eines bertragungsfähigen Projektansatzes, der für vergleichbare innerstädtische Bedarfslagen mit wohnungslosen EU-Migrant*innen eingesetzt werden kann. In der dritten Phase wird ein größerer Workshop organisiert, um die Ergebnisse zu präsentieren, Interesse an den Problemlagen und Lösungsansätzen zu wecken und diese zu diskutieren. Der Workshop wird partizipativ so gestaltet, dass möglichst alle involvierten Abteilungen des Bezirksamtes und die wichtigsten Akteur*innen im Bezirk ihre Perspektiven einbringen können – mit dem Ziel, die gelebte Praxis aufzugreifen und soziale Innovation zu fördern.

Downloads

  • 2025-05 Ablauf Workshop für Teilnehmende

    PDF-Dokument (161.2 kB)

  • 2025-05 Angebotsmatrix gekürzt für Teilnehmende

    PDF-Dokument (97.7 kB)

Foto-Impressionen zum Projekt

  • 2025-05-15 Fachworkshop zum Entwicklungsprojekt IGA
  • Treffen der Projektpartner*innen als Startschuss zum LSI Entwicklungsprojekt

Förderhinweis

Das Projekt “Integrationspfade in Gute Arbeit für obdachlose EU-Bürger*innen” wird gefördert aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Sozialfonds Plus) und der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung im Rahmen der Bezirklichen Bündnisse für
Wirtschaft und Arbeit (BBWA).

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