Das denkmalgeschützte Baerwaldbad wurde bis 1901 als erstes Berliner Stadtbad nach Plänen von Ludwig Hoffmann errichtet. Die beiden Gebäudeteile (alte und neue Halle) entlang der Baerwaldpromenade haben eine baukünstlerisch und städtebaulich besondere Außenwirkung für den Stadtteil Kreuzberg. Die alte Halle ist im Krieg weitgehend unbeschädigt geblieben. Der nördliche Anbau (die neue Halle) wurde 1917 eröffnet und nach Kriegszerstörungen bis 1955 wiederaufgebaut. Die Fassade wurde dabei dem Ursprung entsprechend wiederhergestellt, das Innere des Gebäudes aber in neuer Form errichtet.
Bis Juli 2002 betrieben die Berliner Bäderbetriebe das Schwimmbad. Danach übernahm der TSB e.V. (Tauchen-Schwimmen-Breitensport) die Trägerschaft des Bades, der sich neben dem Sportbetrieb auch um die Erhaltung, sukzessive Sanierung und Bewirtschaftung des Gebäudes kümmern sollte. In diesem Rahmen wurden Maßnahmen im Treppenhaus, den Umkleidekabinen und den ehemaligen Wannenbädern durchgeführt.
2015 wurde das Baerwaldbad vom Gesundheitsamt wegen hygienischer Mängel für zunächst ein Jahr und seit 2017 bis auf Weiteres geschlossen. Der TSB e.V. meldete Insolvenz an und nach einem längeren Gerichtsverfahren ist das Bad nun wieder beim Bezirk (sogenannter Heimfall an den Eigentümer).
Der Bezirk strebte bereits vorher eine umfassende Sanierung und energetische Verbesserung des Bades an. Ein energetisches Konzept 2014 war ein erster Schritt dazu (für das Gesamtensemble aus Bürgermeister-Herz-Grundschule, Kirche und Baerwaldbad).
In einem Bausubstanzgutachten wurde 2020 der Zustand der Gebäudesubstanz untersucht. Das Gutachten ergab, dass die Gebäudetechnik mit spezieller Schwimmbadtechnik völlig veraltet und nicht erhaltenswert ist. Durch die jahrzehntelange Nutzung als Schwimmbad haben sich Chlorschäden im Stahlbetongebildet, sodass das Bad im jetzigen Zustand nicht genutzt werden darf.
Bis zur Schließung war das Baerwaldbad ein besonderes Sport- und Freizeitangebot im Stadtteil und darüber hinaus. Neben dem Vereinssport fand hier auch Schwimmunterricht der Schulen im Quartier, Familienschwimmen und muslimisches Frauenschwimmen statt. Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist das Angebot an Schwimmbad-Einrichtungen nicht ausreichend. Der Wegfall des Baerwaldbades als Schwimmhalle hat dies noch verstärkt.
Durch den andauernden Leerstand verfällt die Gebäudesubstanz zunehmend. Eine Zwischennutzung von Gebäudeteilen ohne Sanierung ist aus baurechtlichen und schwerwiegenden bautechnischen Gründen ausgeschlossen. Nach dem Bausubstanzgutachten aus 2020 würde eine Sanierung beider Hallen als Schwimmbäder mit über 41 Millionen € sehr kostenintensiv. Unterdessen haben sich die Kosten noch deutlich erhöht. Bisher gibt es jedoch weder eine Klärung der Finanzierung dieser Kosten noch einen zukünftigen Träger für das Baerwaldbad.