Friedrichshain-Kreuzberg treibt die soziale Wärmewende voran – Das Modellprojekt „Smarte Thermostate“ am Campus Ohlauer Straße
Pressemitteilung Nr. 395 vom 12.12.2025
Auf dem Campus Ohlauer Straße in Kreuzberg setzt das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg mit „Smarte Thermostate – gemeinsam Kosten sparen“ ein Modellprojekt der sozialen Wärmewende um. Im Gebäude des Wohn- und Beratungsprojekts wurden 120 Wohnungen mit smarten Thermostaten ausgestattet. Ein Teil der Wohnungen wird von verschiedenen sozialen Trägern an Studierende, junge Geflüchtete und Wohnungslose weitervermietet. Die Bewohner*innen profitieren von einer effizienteren Heizungsregelung, geringerem Energieverbrauch, mehr Komfort und – je nach Abrechnung – niedrigeren Heizkosten. Das Projekt wird gemeinsam mit der kommunalen HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH, den Berliner Stadtwerken und der Verbraucherzentrale Berlin umgesetzt.
Smarte Thermostate sind digitale Heizkörperregler, welche die Raumtemperatur automatisch und bedarfsgerecht steuern und so die Einsparung von Energiekosten bei gleichzeitiger Erhöhung des Wohnkomforts ermöglichen. Über die Einstellung von Heizprofilen kann bestimmt werden, zu welcher Tageszeit und an welchem Wochentag wie geheizt werden soll. Einige Modelle erkennen geöffnete Fenster oder Türen oder haben eine automatische Nachtabsenkung und reduzieren in solchen Situationen die Heizleistung, um Energieverschwendung zu vermeiden.
Um die soziale Wärmewende im Kiez voranzubringen, plant der Bezirk eine Kombination aus weiteren Praxisprojekten und verstärkter Informationsbereitstellung. Ziel ist es, das Problem steigender Nebenkostenabrechnungen anzugehen und Möglichkeiten aufzuzeigen, Energiekosten zu sparen. Dazu informiert das Bezirksamt zukünftig auf der neuen Webseite „Wärmewende gemeinsam“.
Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann: „Klimaschutz und Soziales gehören zusammen. Gemeinsam setzen wir die soziale Wärmewende vor Ort um. Wir setzen auf einfach umsetzbare und bezahlbare Maßnahmen, die direkt wirken. Mit dem Modellprojekt kostenfreie Smarte Thermostate mit der Verbraucherzentrale und der HOWOGE schützen wir das Klima, sparen Energie und die Mieter*innen sparen Kosten. Gemeinsam mit der Nachbarschaft und unseren Partner*innen gestalten wir die soziale Wärmewende – direkt im Kiez.“
Ulrich Schiller, Geschäftsführer HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH: „Klimaschutz geht uns alle an – und deshalb sollte auch jeder seinen Beitrag dazu leisten. Der Neubau in der Ohlauer Straße wurde bereits in einem sehr guten energetischen Standard errichtet, aber selbst das energieeffizienteste Gebäude braucht ein bewusstes Heizverhalten. Genau hier setzt die smarte Technik an: Sie gibt den Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit, ihre Heizgewohnheiten an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. So lassen sich Emissionen messbar senken. Besonders wertvoll ist, dass in diesem Projekt die kommunalen Partner zusammenwirken – denn wirksamer Klimaschutz funktioniert nur gemeinsam.“
Das Vorhaben verbindet technische Innovation mit sozialer Beteiligung: Die Installation der Geräte wird von Workshops der Verbraucherzentrale Berlin begleitet, in denen die Bewohner*innen neben allgemeinen Heiztipps erfahren, wie sie die Thermostate optimal nutzen, um am meisten Energie einzusparen. Denn die Wirksamkeit bestehender Technologien muss durch nachhaltige Verhaltensänderungen unterstützt werden. Eine Besonderheit ist, dass die verwendeten Geräte zusätzlich den hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage übernehmen – ein wichtiger Schritt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung und weitere Energieeinsparungen. Zudem werden die Thermostate über LoRaWAN mit der Cloud gekoppelt, da keine WLAN-Verbindung benötigt wird und so eine besonders hohe Reichweite bei geringem Energieverbrauch ermöglicht wird.
Das Projekt läuft bis Mai 2026 und zeigt, wie Klimaschutz, Sozialverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit im Mietwohnungsbestand zusammenwirken können. Als Pilotvorhaben soll es Vorbildcharakter für andere Berliner Quartiere haben und deutlich machen, dass eine einfache, kostengünstige und mieter*innenfreundlichen Lösung für den Wohnungsbestand hilft, Energiearmut zu verringern und die Klimaziele zu erreichen. Das Projekt basiert auf den positiven Erfahrungen des Bezirks mit der Installation der smarten Heizkreisregelung „ovoTherm“ in zahlreichen bezirklichen Liegenschaften, die auch ohne großen baulichen Aufwand signifikante CO₂- und Kosteneinsparungen ermöglicht.
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg finanziert das Projekt und trägt die Verantwortung für das Projektmanagement. Für die Beschaffung und Installation der smarten Thermostate wurden die bezirklichen Eigenmittel im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude für Einzelmaßnahmen (BEG EM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie bezuschusst.
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