Dr. Maria Karakla, die in Bulgarien Zahnmedizin studierte und anschließend in Thessaloniki in Griechenland eine eigene Praxis führte, lebt und arbeitet seit 15 Jahren in Berlin: „Auch wenn wir behandlungstechnisch hier schnell an unsere Grenzen kommen, ist es wichtig, den Menschen eine Möglichkeit zu geben, ihre Schmerzen zu lindern.“ Kaum vorstellbar sei das Leid, das zum Beispiel Drogenkonsum innerhalb kürzester Zeit verursachen kann. Karies wird beschleunigt durch mangelnde tägliche Mundhygiene, Mundtrockenheit infolge von Wassermangel, starkes Verlangen nach Süßigkeiten infolge von Drogenabhängigkeit und die direkte Einwirkung toxischer Substanzen auf die Zähne. „Wir sehen hier, wenn die Menschen sich trauen, die schlimmsten Zerstörungen.“ Die aggressiven Inhaltsstoffe der Drogen greifen den Zahnschmelz direkt an.
Crystal-Meth-Konsum wirkt wie Batteriesäure am Zahn
„Crystal-Meth-Konsum zum Beispiel wirkt wie eine Batteriesäure an den empfindlichen Zähnen.“ Zu Beginn zeigen sich an den Zahnhälsen und vor allem an den Frontzähnen braune oder schwarze Verfärbungen. Dann gehe es sehr schnell mit einer fortschreitenden Karies. „Die Zähne bröckeln oder brechen ab. Wie eine Girlande ziehen sich die Entzündungen und Verfärbungen entlang der Zahnhälse.“ Da viele der Patient*innen Hepatitis oder andere Infektionskrankheiten haben, arbeitet das Team mit Schutzmaske und Doppelhandschuhen.
Dr. Maria Karakla: „Wir bieten allen Interessierten kostenfreie Erstuntersuchungen an. Das, was wir mobil zur Schmerzlinderung tun können, machen wir. Wir ziehen auch Zähne, wenn es sich nicht vermeiden lässt.“ Für weiterführende Behandlungen hilft das Team bei der Vermittlung zu stationären zahnärztlichen Praxen. „Wenn nötig, begleiten wir die Patient*innen auch dorthin.“ Ebenso finden Betroffene hier Unterstützung, wenn zum Beispiel die Clearingsstelle der Berliner Stadtmission oder andere Hilfsangebote der Behörden für nicht krankenversicherte Menschen Kosten für notwendige zahnmedizinische Behandlungen übernehmen müssen.