„Wir konnten hier aber nicht einfach raus“, erklärt Leiterin Nadja Stodden: „Wir brauchten etwas Zentrales im Bezirk, was unsere Gäste kennen und gut erreichen können. Es gab keine Übergangsimmobilien im Bezirk und auf Außenbezirke ausweichen zu müssen, wäre sowohl für die Erreichbarkeit der Einrichtungen als auch die Sicherheit der Nutzer*innen nichts gewesen.“ Auf der Baustelle zu bleiben, war für die Einrichtung daher die beste Lösung. Die Gäste seien sehr froh, dass das Angebot weiterhin am bekannten Ort ist.
Die Diplom-Sozialarbeiterin Nadja Stodden leitet das Kiez-Café seit 20 Jahren. 2014 zog es an seinen jetzigen Standort unweit des Frankfurter Tors. Vorher war es in der Wühlischstraße im Südkiez beheimatet. Aus der dortigen Immobilie musste es damals aufgrund einer Sanierung ausziehen.
Das Kiez-Café ist montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Über den Tag verteilt besuchen es etwa 100 Nutzer*innen für verschiedene Angebote. Manche kommen zum Frühstück, andere zum Mittagessen. In den Räumen gibt es aktuell 30 Plätze, um sich aufzuhalten. Sind alle Plätze belegt, müssen weitere Gäste im Treppenhaus warten. Die Angebote der Einrichtung sind weit gefächert. Neben der Versorgung mit Mahlzeiten und Lebensmittelspenden gibt es auch mehrere Angebote an lebenspraktischen Hilfen, wie Schließfächer, Postempfang, Wäsche waschen und Duschen. Das Team kontrolliert an der Tür auf Waffen und Alkohol. Hunde sind im Café erlaubt. Auch Hundefutter wird ausgegeben. Auch Nadja Stoddens Hund ist tagsüber bei ihrer Arbeit. Die englische Bulldogge Bärbel ist in der Regel mit ihrem Frauchen im Büro anzutreffen. Hier findet in der Regel die Sozialberatung statt, welche von Hilfesuchenden aus dem Bezirk aufgesucht wird.