In dieser Zeit etwa machte sie erste Erfahrungen mit dem Akkordeon als musikalische Begleitung: „Es stand längere Zeit bei mir in der Ecke. Mir war es zu sperrig und meine einzige Assoziation, wenn ich es damals ansah, war Volksmusik.“ Als sie es dann aber aus dem Koffer hob und auf den Schoß nahm, war es um sie geschehen: „Es lädt zum Singen ein, mit nur wenigen Akkorden legt es einen wunderbaren Klangteppich unter die Stimme,“ schwärmt sie und berichtet von unglaublichen Klängen, mit denen ein Akkordeon zum Bespiel „Summertime“ von George Gershwin noch einmal mehr verzaubert. „Dieses Instrument lockt ein ganzes Orchester hervor für leise wie auch dramatische Töne.“ Töne, mit denen Isabel Neuenfeldt besonders aufmerksam denen eine Stimme gibt, die selbst nicht mehr sprechen können.
Bekannt ist sie für ihre gefühlvollen Beiträge bei Stolpersteinverlegungen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und darüber hinaus. Stolpersteine sind kleine, in den Boden eingelassene Gedenktafeln aus Messing auf einem Betonwürfel, die an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung erinnern. Mit ihnen wird am letzten freiwillig gewählten Wohnort an Menschen erinnert, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.
Im Bezirk sind bis heute mehr als 1.160 Stolpersteine verlegt. Isabel Neuenfeldt sagt: „Ich gebe alles dafür, den Menschen, die noch nicht einmal eine eigene Beerdigung hatten, mit meiner Musik und meinen Texten würdige Erinnerungsmomente zu schaffen.“
Diese Momente geben mitunter weit angereisten Angehörigen der Opfer des Nationalsozialismus, Anwohnenden und Engagierten während der feierlichen Verlegungen Zeit, ihren Emotionen freien Lauf zu lassen.