Wie alles beginnt, zeigt sich an einem Samstagvormittag in der Musikschule im Bethanien: mit der ersten Unterrichtsstunde. Hier lernen Anfänger*innen zunächst, das Instrument überhaupt zu begreifen. Grundschülerin Gili, die erst seit einem halben Jahr spielt, erinnert sich noch gut daran. Als ihr Lehrer erklärt, das Akkordeon ruhe beim Spielen wie eine Katze auf dem Oberschenkel, muss sie lachen. „Aber nicht so kuschelig wie eine Katze“, sagt sie. Ein Kinderakkordeon wiegt immerhin rund vier Kilogramm.
Am Anfang geht es ruhig los: „Wir öffnen und schließen erst einmal das Instrument. Nur wenn Knöpfe gedrückt werden, entstehen Töne.“ Anders als bei der Geige lassen sich dabei vergleichsweise schnell saubere Klänge erzeugen, erklärt Lena, die seit fast zwei Jahren spielt. In ihrer Schulklasse wird oft darüber diskutiert, welches Instrument das schwierigste ist. „Dann geht es um Geige, Klavier – und dann bringe ich mein Akkordeon ins Spiel.“
Technisch ist die Aufteilung klar: „Mit der rechten Hand spielen wir die Melodie, wie auf einer Klaviertastatur.“ Jede gedrückte Taste öffnet eine Klappe, durch den Luftstrom entsteht der Ton. „Auf der linken Seite begleite ich mich selbst.“ Dort sitzen die Bassknöpfe für einzelne Töne oder ganze Akkorde. Und dann sind da noch die Register: Sie verändern die Klangfarbe, lassen das Instrument höher oder tiefer klingen oder erzeugen den typisch schwebenden Akkordeonklang. „Es gibt auch einen Knopf, mit dem man das Instrument lautlos schließen kann, ohne den Balg zu beschädigen“, erklärt Lena.