Das Team erarbeitete gemeinsam das Konzept und plante Fortbildungen. Das Ganze sei ein sehr großer Verwaltungsaufwand gewesen. Bald habe das Team daher erkannt, dass es eine Projektleitung brauchte. „Es wurde einfach deutlich, dass ich die Projektsteuerung als leitende Hebamme neben meinen bestehenden Aufgaben nicht übernehmen kann. Es brauchte ein wenig Überzeugungsarbeit, aber am Ende wurden wir erhört“, erklärt Angela Hemp.
So stieß Lea Linke im Vorjahr als Projektleiterin dazu. Sie hatte selbst als Hebamme im Vivantes-Klinikum im Friedrichshain gearbeitet und kannte daher sowohl das Team als auch seine Strukturen. Lea Linke ist ausgebildete Hebamme und arbeitet von 2015 bis 2021 in dieser Funktion im Kreißsaal des Klinikums. Anschließend ging sie nach Lübeck, wo sie ein Masterstudium in Gesundheits- und Versorgungswissenschaften abschloss. Die Projektleitung bleibt auch nach Start des Hebammenkreißsaals, um das Projekt zu evaluieren und zertifizieren zu lassen. Auch die Durchführung wissenschaftlicher Studien zum Hebammenkreißsaal hier kann sich Lea Linke gut vorstellen, da es bislang kaum Studien aus Deutschland zum Thema gibt .
„Wir sind sehr dankbar, dass wir als Projektleitung eine Kollegin bekommen haben, die selbst Hebamme ist und so tief in der Thematik drinsteckt. Das hat auch die Akzeptanz beim Team deutlich gesteigert“, berichtet Angela Hemp. So hätten auch Sorgen und Bedenken der Hebammen zum Konzept ausgeräumt werden können. Die Mitarbeiter*innen hatten vor allem Haftungsfragen, Prozesse und die Personalabdeckung als Herausforderungen gesehen. So wurde gemeinsam ein genauer Kriterienkatalog entwickelt. „Dafür haben wir uns die aktuellen Strukturen und Abläufe hier im Kreißsaal ganz genau angeschaut.“