Energie sparen leicht gemacht: Kostenlose Beratung für Berliner*innen

Ane Esdohr vor der Verbraucherzentrale

Ane Esdohr leitet den Bereich Energieberatung in der Berliner Verbraucherzentrale.

Die Heizkostenabrechnung fällt höher aus als erwartet, der Stromvertrag wirkt undurchschaubar und überall ist von Wärmewende, Fernwärme oder Balkonkraftwerken die Rede. Viele Berliner*innen fragen sich, wie sie Energie sparen und gleichzeitig Kosten senken können. Antworten darauf bietet die Energieberatung der Verbraucherzentrale Berlin. Sie unterstützt Menschen dabei, sich im Dickicht aus Tarifen, Technik und gesetzlichen Regelungen zurechtzufinden – kostenlos, unabhängig und verständlich.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale ist ein bundesweites Angebot, das vom Verbraucherzentrale Bundesverband koordiniert und durch Bundesmittel gefördert wird und besteht seit 1978. Ane Esdohr leitet den Bereich in der Berliner Verbraucherzentrale seit drei Monaten. Vorher war die Architektin in einem anderen Projekt der Verbraucherzentrale Berlin beschäftigt.

PV-Anlage

Die Nebenkosten steigen, da entstehen viele Fragen.

Beratung für Mieter*innen und Eigetümer*innen

Bei den Beratungen dreht sich alles um die Fragen des Energiesparens – sowohl beim Strom als auch bei der Heizenergie. Viele Aspekte sind für Teile der Bevölkerung schwer zu verstehen. Eines ist klar: Die Nebenkosten steigen, da entstehen viele Fragen: Wieso ist mein Stromvertrag, wie er ist? Was kann ich daran gegebenenfalls ändern, um weniger zu zahlen? Warum ist meine Rechnung so hoch? Darf ich als Mieter*in ein Balkonkraftwerk installieren? Und lohnt sich ein Balkonkraftwerk bei mir? „Wir möchten den Menschen Ängste nehmen.“

Die Verbraucherzentrale berät sowohl Eigentümer*innen als auch Mieter*innen. Alle Energiesparberater*innen sind zertifiziert. Insgesamt beraten 13 Honorarkräfte mit unterschiedlichen Spezialisierungen. Sie beraten kostenlos und neutral. Die Beratung funktioniert online, telefonisch oder vor Ort an einem von 19 Standorten berlinweit. Das Angebot funktioniert online, telefonisch, per Video oder vor Ort. 2025 fanden berlinweit gut 350 persönliche Beratungen direkt in Beratungsstellen stationär statt; insgesamt erreichte die Energieeinsparberatung über alle Formate rund 2.750 Ratsuchende und Teilnehmende. Auch Beratungen in englischer Sprache sind möglich.

Das Beratungsangebot ist niedrigschwellig. Jede*r soll ohne Scham alle Fragen stellen. Wenn die Menschen unsicher sind, sollen sie lieber fragen. „Gerade sind Gasetagenheizung ein heißes Thema. Da haben die Menschen viele Fragen. Was wird daraus, wie soll es für sie weitergehen?“ Ein weiteres Topthema ist aktuell die Fernwärme.

Heizkörper

Die Berater*innen kommen auch nach Haus, um sich die Situation vor Ort anzuschauen.

Auch Webinare gehören zum Beratungsangebot.

Aufgrund von Gesetzesnovellierungen auf Bundesebene gebe es gerade viel Verwirrung in der Bevölkerung. „Aber auch wir müssen recherchieren und uns weiterbilden, was die geänderte Gesetzeslage im Endeffekt genau bedeutet.“
Die Berater*innen und Berater führen auch Energie-Checks vor Ort durch, wenn ein Fall mehr braucht als Telefon, Video oder Beratungsstelle.

Sie kommen dann direkt ins Haus oder die Wohnung der Ratsuchenden. Dort schauen sie sich die konkrete Situation an, wie etwa die Gebäudehülle, Heizung, Strom- und Wärmeverbrauch, Solarwärme, Photovoltaik oder einzelne Detailfragen. Je nach Thema wird geprüft, gemessen und beraten; anschließend werden die Ergebnisse in einem Bericht festgehalten und zugeschickt.

Auch Webinare zu verschiedenen Energiethemen gehören zum Angebot. Dabei geht es zum Beispiel um Photovoltaik, Hitzeschutz, Energiesparen im Alltag, Heizungstausch, moderne Heiztechnik oder Fragen rund um Wohnungseigentümergemeinschaften. Die Themen sind bewusst nah am Alltag der Menschen: Was hilft in der eigenen Wohnung, im Heizungskeller oder bei der nächsten Eigentümerversammlung? Auch in diesen Formaten können die Ratsuchenden Fragen stellen.

Wärmepumpe

"Es kommen ganz unterschiedliche Menschen zu uns."

Immer mehr Anfragen zu Balkonkraftwerken

„Es kommen ganz unterschiedliche Menschen zu uns – nicht nur Mieter*innen. Mit dabei sind auch Eigentümer*innen von Wohnhäusern mit unter acht Einheiten, aber auch Wohnungseigentümergemeinschaften“, erklärt Ane Esdohr. Von Rentner*innen bis zu Studierenden sind alle Altersgruppen vertreten, die größte Gruppe bilden aber 30- bis 50-Jährige, die gerade umgezogen sind oder eine Wohnung gekauft habe.

Eine große Gruppe, die zu den Beratungen kommt, sind zudem Menschen, die in Altbauwohnungen leben, aber auch aus Häusern, die in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg gebaut wurden. „Viele kommen und sagen, dass sie nicht viel Geld haben, aber ihre Wohnung trotzdem energieeffizient aufstellen wollen.“

Anfragen zu Balkonkraftwerken haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Dadurch, dass die Regularien hierfür gelockert wurden und Balkonkraftwerke nun auch für Mieter*innen möglich sind, ist die Zielgruppe viel größer geworden. Dennoch besteht hier ein großer Bedarf an Beratung: Was genau darf ich und worauf muss ich achten?

Einbau Fenster

Der Einbau neuer Fenster ist ein komplexes Thema.

Jedes Grad, das weniger geheizt wird, spart sechs Prozent Heizenergie.

Ein weiteres komplexes Thema ist der Einbau von Fenstern. „Das gibt es individuell, sehr viele unterschiedliche Aspekte, die teilweise eine Rolle spielen können, wie etwa städtebaulicher Milieuschutz oder Denkmalschutz.“
Was kann jede*r mit wenig Aufwand machen? „Als erstes empfiehlt sich bei alten Doppelfenstern immer die Erneuerung der Dichtungen. Damit kann man schon einiges sparen.“

Generell gilt beim Heizen außerdem, dass jedes Grad, das weniger geheizt wird, sechs Prozent Heizenergie einspart. Auch das Stoßlüften sei weiterhin sehr zu empfehlen. Wer einen Balkon hat, sollte auf jeden Fall prüfen, ob der Anbau einer kleinen Photovoltaikanlage möglich und sinnvoll ist. „Balkonkraftwerke sind in den letzten Jahren viel besser und leistungsfähiger geworden.“

Auch smarte Thermostate hält Ane Esdohr für absolut empfehlenswert. Damit kann jede*r seine Heizkörper individuell steuern.

Das Team der Energieberatung ist viel auf Festivals und Festen unterwegs, um das Angebot vorzustellen, auch bei unserem Markt for Future im Garten der Bezirkszentralbibliothek, der am 22. August von 11 bis 16 Uhr stattfindet: https://www.berlin.de/stadtbibliothek-friedrichshain-kreuzberg/bibliotheken/bezirkszentralbibliothek-pablo-neruda/veranstaltungen-projekte/markt-for-future-1445136.php