Rumba, Musik und Beratung im interkulturellen Nachbarschaftszentrum Bayouma-Haus**

Marcel Könings, Sozialarbeiter und Leiter des Nachbarschaftszentrums gemeinsam mit Loan Nguyen, Verantwortliche für das Senioren- und Gemeinwesen im Tanzsaal

Marcel Könings, Sozialarbeiter und Leiter des Nachbarschaftszentrums gemeinsam mit Loan Nguyen, Verantwortliche für das Senioren- und Gemeinwesen im Tanzsaal

Wenn sich am 22. August 2026 beim „Markt for Future!“ im Garten der Friedrichshainer Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda regionale Vereine, Initiativen und Projekte vorstellen, dreht sich alles um Klimathemen, Mitmachaktionen und die Frage, wie eine lebenswerte Stadt und ein solidarisches Miteinander gelingen können – und natürlich um einen entspannten Sommertag für die ganze Familie.

Mit dabei ist das interkulturelle Begegnungszentrum Bayouma-Haus als gutes Beispiel, das nicht nur an diesem Tag präsent ist: Täglich, bereits seit 1995, leistet es mitten im Travekiez an der Frankfurter Allee wichtige Nachbarschaftsarbeit. Das Bayouma-Haus ist eine Einrichtung der AWO Berlin KV Berlin Spree-Wuhle e. V. und wird durch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg gefördert.

„Vor über 30 Jahren wurde unser Haus zunächst unter anderem: Ba-Yo-Ma: Beratung Ausländischer Mitbürger*innen, YOUth-Projekt (Jugendarbeit), MAriposa (Frauenprojekt), im Projektverbund als Ort der Selbsthilfe für ausländische Arbeitskräfte gegründet, die in der ehemaligen DDR als Vertragsarbeiter tätig waren“, erklärt Marcel Könings, der das Nachbarschaftshaus seit Januar als Sozialarbeiter gemeinsam mit zwei weiteren Mitarbeiterinnen leitet. Die größte Gruppe der ehemaligen Vertragsarbeiter*innen kam aus Vietnam, Kuba und Angola; viele lebten bereits vor der Wende mit ihren Familien im Bezirk.

Neben zahlreichen Angeboten für die Zielgruppe 60+ findet regelmäßig auch der Tanzunterricht im Bayouma-Haus statt

Neben zahlreichen Angeboten für die Zielgruppe 60+ findet regelmäßig auch der Tanzunterricht im Bayouma-Haus statt

Raum für Bewegung und gegenseitige Unterstützung

Mariposa (der spanische Begriff für Schmetterling) unterstützt bis heute Migrantinnen bei der Integration in die deutsche Gesellschaft. Zielgruppen sind Frauen aus Italien, Spanien, Südamerika und Vietnam. Neben der Kurzberatung in sozialen Fragen bietet Mariposa wegweisende Informationen, psychologische Beratung, unterschiedliche Gruppenangebote sowie viele weitere Angebote für Frauen an.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Zentrum zu einem multikulturellen Treffpunkt, der Nachbar*innen aus aller Welt zusammenbringt. „Nach wie vor legen wir großen Wert auf Selbsthilfeinitiativen, die wir aktiv unterstützen. Ein Schwerpunkt liegt auf Angeboten für unsere Zielgruppe 60+, insbesondere auf Freizeitangeboten für Senior*innen und Migrant*innen unterschiedlicher Herkunft.“

Hier finden Nachbar*innen viel Raum für Begegnung und gegenseitige Unterstützung. Ein Beispiel ist der Mittwoch im großen Saal in der ersten Etage: Ab 14.30 Uhr treffen sich hier junggebliebene Friedrichshainer*innen, um bei Kaffee und Kuchen unter der Leitung des Tanzlehrers Long Khoi Tin Standardtänze wie Rumba, Salsa, Walzer oder Discofox zu erlernen. Herr Long Khoi Tin feierte im Mai seinen 80. Geburtstag und leitet seit 2013 ehrenamtlich mehrere Angebote im Bayouma-Haus.

In Zukunft wird es einen Raum geben, in dem die Besucher*innen laut sein dürfen - das Schlagzeug hierfür ist bereits da

In Zukunft wird es einen Raum geben, in dem die Besucher*innen laut sein dürfen - das Schlagzeug hierfür ist bereits da

Sprachkurse in Kooperation mit der VHS Friedrichshain-Kreuzberg

Auf derselben Etage befindet sich ein kleines, liebevoll eingerichtetes Klassenzimmer, in dem Sprachkurse in nachbarschaftlicher Atmosphäre stattfinden. „In Kooperation mit der Volkshochschule bieten wir hier insbesondere Integrations- und Sprachkurse an, die häufig in direkter Abstimmung mit der VHS Friedrichshain-Kreuzberg organisiert werden“ Der erste Satz ist super, der zweite verwirrt etwas – Die Volkshochschule bietet (die meisten) Sprachkurse in unseren Räumlichkeiten an, so Marcel Könings.

„Neben den vielfältigen Freizeitaktivitäten, die wir überwiegend dank ehrenamtlichen Engagements anbieten können, setzen wir uns dafür ein, soziale und gesundheitliche Benachteiligungen abzubauen.“ Nah an der Lebensrealität der Besucher*innen werden kostenfreie Beratungen angeboten, darunter Sprechstunden mit einer Rechtsanwältin für Sozial- und Familienrecht.

„Auch das Thema Gesundheit liegt uns sehr am Herzen – neben Gymnastik bieten wir physiotherapeutische Massagen und psychologische Beratung an.“ Regelmäßig organisiert das Bayouma-Team außerdem Ausflüge ins Umland, Stadtspaziergänge oder Tischtennisturniere mit anderen Einrichtungen. „Unsere Angebote passen wir kontinuierlich an die Bedürfnisse unserer Besucher*innen an.“

Instrumenten-Spenden gesucht!

Für die Zukunft plant das Team einen besonderen Raum: „Wir möchten einen Ort schaffen, an dem unsere Nachbar*innen laut sein dürfen, ohne andere zu stören.“ Geplant ist ein schallisolierter Probenraum für Menschen, die musizieren oder in einer Band spielen möchten. Damit auch Interessierte ohne eigenes Instrument teilnehmen können, sammelt das Haus derzeit Instrumentenspenden.

„Wir haben bereits eine schöne Gitarre, ein E-Piano und ein Schlagzeug – die weitere Planung läuft.“

Weitere Informationen:
Interkulturelles Gemeinwesenzentrum Bayouma-Haus
Frankfurter Allee 110
10247 Berlin
Telefon: (030) 290 491 36
E-Mail: mailto:bayouma-haus@awo-spree-wuhle.de

Markt for Future am 22. August 2026

Wenn sich am 22. August 2026 auf dem „Markt for Future, im Garten der Bezirkszentralbibliothek die Tore öffnen, präsentiert sich dort auch das Team des interkulturellen Gemeinwesenzentrums Bayouma-Haus.