„Wir möchten uns für sichere und transparente Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten einsetzen“, erklärt die Vorsitzende Bea, die bereits seit den Anfängen dabei ist und eines von vier freigestellten Mitgliedern im Betriebsrat ist. 2018 kam sie zu HelloFresh. „Wir arbeiten in einer schnelllebigen Branche, in der Menschen aus aller Welt in dieser sogenannten agilen Umgebung zusammenarbeiten, die von ständigen Veränderungen geprägt ist. Das entspricht nicht immer den Erwartungen der Belegschaft meiner Meinung nach. Deshalb halte ich einen Betriebsrat für wichtig – um stabile Arbeitsplätze sicherzustellen und dafür zu sorgen, dass wir eine langfristige Perspektive haben und die Möglichkeit, unser Leben zu planen.“
Seit seiner Gründung hat der erste Betriebsrat bei HelloFresh verschiedene Materialien und Handreichungen zum Thema Arbeitsrecht und zur Rolle des Betriebsrats auf Englisch erstellt. Die meisten gängigen Unterlagen sind in der Regel nur auf Deutsch verfügbar, die Arbeitssprache bei HelloFresh ist aber Englisch. Betriebsräte in internationalen Unternehmen sind in Deutschland in vielerlei Hinsicht noch Neuland und der Betriebsrat bei HelloFresh ist gewissermaßen Vorreiter auf diesem Gebiet. Keines der vier freigestellten Mitglieder ist deutsche*r Muttersprachler*in: „Wir wollen auch andere internationale Unternehmen in Berlin ermutigen, einen Betriebsrat zu gründen“, betont Bea und verweist auf die „Berlin Tech Workers Coalition“, die Beratung und Unterstützung bei der Gründung eines Betriebsrats anbietet und Austauschrunden für bestehende Betriebsräte in der internationalen Berliner Tech-Szene veranstaltet. „Ihr müsst kein Deutsch können, um euch für gute Arbeitsbedingungen
einzusetzen“, bekräftigt Bea. „Und es ist immer gut, einen Betriebsrat zu haben – nicht erst, wenn Probleme auftreten oder es ein konkretes Anliegen gibt.“
„Du musst kein Deutsch können, um einen Betriebsrat zu gründen!“ – Der internationale Betriebsrat am HelloFresh-Standort in Kreuzberg
Bild: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Mitbestimmung ist eine der großen Errungenschaften der modernen Arbeitswelt. Seit über 100 Jahren sorgen Betriebsräte dafür, dass Beschäftigte nicht nur Objekt unternehmerischer Entscheidungen sind, sondern ihre Arbeitsbedingungen aktiv mitgestalten können. Betriebs- und Personalräte stehen dabei im Zentrum dieser demokratischen Kultur am Arbeitsplatz: Sie vertreten die Interessen der Mitarbeitenden, fördern faire Arbeitsbedingungen und tragen dazu bei, dass Arbeit nicht nur effizient, sondern auch gerecht und menschengerecht gestaltet wird. Dabei werden Betriebs- und Personalräte in Friedrichshain-Kreuzberg auch von der bezirklichen Beauftragten für Gute Arbeit, Romana Wittmer, unterstützt.
Die turnusmäßigen Betriebsratswahlen in diesem Frühjahr nehmen wir zum Anlass, um im Bezirksticker einige Betriebs- und Personalräte vorzustellen – auch den von HelloFresh in Kreuzberg. Das Unternehmen wurde 2011 in Berlin gegründet und hat sich mittlerweile zu einem der größten internationalen Kochbox-Anbieter entwickelt. 2023 bauten Mitarbeitende am Berliner Standort erstmalig einen Betriebsrat auf. Diese Mitarbeitendenvertretung ist nicht nur die erste, sondern bislang auch die einzige bei der HelloFresh Gruppe, andere Einrichtungen von HelloFresh in Deutschland haben zum jetzigen Zeitpunkt keinen Betriebsrat.