In ihrem Büro laufen viele Fäden zusammen: Beratung, Schulungen, Netzwerkarbeit und Beschwerdeverfahren nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und dem Landesantidiskriminierungsgesetz. „Ich unterstütze die Teams dabei, sensibler miteinander umzugehen“, erklärt Frau Kuntze. „Es geht darum, wahrzunehmen: Wer sitzt eigentlich mit am Tisch?“
Diversity bedeutet im Arbeitsalltag vor allem eines: die Vielfalt von Menschen bewusst wahrzunehmen und einzubeziehen – mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen, Hintergründen und Perspektiven. Unterschiedliche Lebensrealitäten sind dabei keine Herausforderung, sondern eine Chance. „Wenn viele unterschiedliche Menschen zusammenarbeiten, entstehen neue Ideen. Das ist ein großer Gewinn für die Verwaltung.“
Diversity und Inklusion gehen dabei Hand in Hand. Inklusion bedeutet, dass allen Menschen selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen ermöglicht wird. Gerade mit Blick auf Menschen mit Behinderungen brauche es laut Frau Kuntze ein Umdenken: Barrierefreiheit und unterschiedliche Bedürfnisse müssten von Anfang an mitgedacht werden – in Verwaltungsstrukturen genauso wie im Arbeitsalltag. Niemand dürfe durch Barrieren ausgeschlossen werden, ob in der Schule, im Berufsleben oder beim Zugang zu öffentlichen Angeboten.
Vielfalt im Bezirksamt: Wie Anna Kuntze Diversity und Antidiskriminierung konkret voranbringt
Anna Kuntze, ist Koordinatorin für Diversity – und zugleich zentrale Beschwerdestelle für Diskriminierung. Eine Rolle, die Verantwortung mit sich bringt – für Mitarbeitende ebenso wie für Bürger*innen
Bild: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg/Elisa Ruben
Ein Termin, viele Themen – und kaum ein Bereich, der nicht berührt wird. Wer mit Anna Kuntze über ihre Arbeit im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg spricht, merkt schnell: Diversity und Antidiskriminierung sind hier kein Schlagwort, sondern gelebter Alltag. „Ich habe eigentlich nie nur ein Thema auf dem Tisch“, sagt sie. „Es ist immer alles gleichzeitig.“ Seit 2021 ist sie Koordinatorin für Diversity – und zugleich zentrale Beschwerdestelle für Diskriminierung. Eine Rolle, die Verantwortung mit sich bringt – für Mitarbeitende ebenso wie für Bürger*innen.