Alles für eine müllfreie Stadt – Der Zero Waste e.V. inspiriert und unterstützt

Katharina Koppenhagen ist Teil eines vierköpfigen Vorstandsteams des Zero Waste e.V.

Katharina Koppenhagen ist Teil eines vierköpfigen Vorstandsteams des Zero Waste e.V.

Mit dem Anstieg der Verpackungsmüllberge und der Abfälle auf den Straßen unserer Stadt wuchs der dringende Wunsch der Macher*innen des Zero Waste e.V., dem entgegenzuwirken. Seit seiner Gründung im Jahr 2018 setzen die rund 60 Mitglieder mit Ideen und Projekten auf einen konsequenten Gegenkurs – basierend auf den Grundsätzen der globalen Zero-Waste-Bewegung:
verantwortungsvoller Konsum, Wiederverwendung und Ressourcenschonung für kommende Generationen.

Katharina Koppenhagen ist Teil eines vierköpfigen Vorstandsteams. Sie erklärt: „Neben Clean-ups, die inzwischen weit verbreitet sind, wollen wir vor allem dazu beitragen, dass es möglichst gar nicht erst zu einer Vermüllung kommt. Unser Ziel ist es, tiefgreifende strukturelle Veränderungen in unserer Gesellschaft zu unterstützen und voranzutreiben. Es ist wichtiger denn je, sich den Wert der Dinge bewusster zu machen und zu versuchen, mit weniger auszukommen.“ So stellt sich der Verein der Frage: Wie können wir Menschen zu umweltschützendem Verhalten inspirieren, damit der gesellschaftliche Wandel vorangetrieben wird?

Die wichtigen Dinge des Lebens im Blick behalten

Neben dem Schutz der Umwelt und der Vermeidung von Müll geht es den Akteur*innen um mehr: Sie wünschen sich eine Gesellschaft, die unabhängig von überflüssigem Konsum die wirklich wichtigen Dinge im Leben im Blick behält.

Dafür arbeitet der Verein eng mit Verwaltungen, Institutionen und Unternehmen zusammen, die sich dem Abfallproblem stellen und ebenfalls Veränderungen anstoßen wollen. Im Rahmen der Umweltbildung an Schulen hat der Zero Waste e.V. beispielsweise an zwei Pilotschulen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg im Schuljahr 2024/2025 das Thema Abfallvermeidung und -trennung gemeinsam mit den Schüler*innen auf kreative Art umgesetzt, bei der die Kinder in Ihrer Gestaltungskompetenz und Selbstwirksamkeit gestärkt wurden. Als Ergebnis wurden zwei Handreichungen mit Beispielabläufen entwickelt, die die Lehrkräfte selbst als Umweltbildungsmaterial aufbereiten und in Ihrer Praxis einsetzen können.

Die Natur- und Umweltpädagogin, erklärt: „Wir entwickeln gemeinsame Strategien, die über die privaten Haushalte hinauswirken und auch auf gesellschaftlicher Ebene greifen können.“

Katharina Koppenhagen (mi) und Bezirksstadträtin Annika Gerold (li) begrüßen die Teilnehmer*innen des Aktionstags

Katharina Koppenhagen (mi) und Bezirksstadträtin Annika Gerold (li) begrüßen die Teilnehmer*innen des Aktionstags

Aktionstage wie „Mehrweg-Picknick mit Pizza"

So initiierte der Bezirk im Spätsommer des vergangenen Jahres gemeinsam mit mehreren italienischen Restaurants den Aktionstag „Mehrweg-Picknick mit Pizza“. Er ist Teil des Projekts „Frag nach Mehrweg – Pizza Edition, das in Kooperation mit Zero Waste e.V. umgesetzt wird. Ziel ist es, die Nutzung von Mehrwegverpackungen im Take-away-Bereich bekannter zu machen und so Abfall, Ressourcenverbrauch und Umweltbelastungen langfristig zu verringern.

„Wir wollen etwas verändern“, sagt die Vorständin und erklärt: „Mit unserer Initiative Zero ist Hero bringen wir beispielsweise Zero Waste in den Breitensport.“ In Zusammenarbeit mit Sportvereinen und Sportler*innen sensibilisiert der Verein für Abfallvermeidung im sportlichen Umfeld. „Wir beraten die Vereine, wie sie mithilfe nachhaltiger Strukturen zu umweltbewusstem Handeln motivieren können. Dabei begleiten wir Sportler*innen und Fans bis auf das Spielfeld, sichten gemeinsam das Müllaufkommen, sortieren es und geben Tipps zur Vermeidung. Neben praktischen Tipps geben wir auch Materialempfehlungen und Anleitungen.“

Gemeinsam mit den Sportler*innen, Trainer*innen und Fans werden anschließend verschiedene Wege zur Müllvermeidung diskutiert. „Das beginnt bei der Weitergabe von Kleidung, statt sie wegzuwerfen, und reicht bis zum Mitbringen eigener Trinkflaschen – ganz ohne zusätzliche Müllproduktion. Immer wieder zeigt sich, dass Zero Waste Spaß machen kann und junge Menschen die Verantwortung gegenüber unserer Umwelt mit sportlichem Ehrgeiz annehmen.“

Zwei junge Aktivisten machen mit übergroßen Pizza-Kartons auf die Vermeidung von Verpackungsmüll aufmerksam

Zwei junge Aktivisten machen mit übergroßen Pizza-Kartons auf die Vermeidung von Verpackungsmüll aufmerksam

Den Alltag nachhaltiger gestalten

Ist der Anfang getan und die Sinne geschärft, folgen wir gemeinsam den Ideen, wie und wo weiterer Müll vermindert werden kann.“

Nicht nur im Bereich der Ernährung, die ein weites Feld an Zero-Waste-Möglichkeiten bietet, schonen die Mitglieder bewusst Ressourcen. Fortgeschrittene vermeiden etwa Lebensmittelreste durch Meal-Prep, indem sie Mahlzeiten im Voraus planen und kochen.

Immer beliebter werden Kleidertauschpartys, auf denen gut erhaltene Kleidung weitergegeben und getauscht werden kann. „Reparieren statt Wegwerfen, Upcycling und beim Kauf auf Qualität statt auf Quantität zu achten hilft, unsere Stadt sauber zu halten.“ Hier gehen auch bezirkliche Einrichtungen mit gutem Vorbild voran. Seit drei Jahren veranstaltet die Stadtbibliothek regelmäßig Kleidertauschveranstaltungen in ihren Häusern.

„Wir sensibilisieren auch Familien, wie sie ihren Alltag nachhaltiger gestalten können“, erklärt Katharina Koppenhagen. Das Projekt „Pack mich ein zeigt einfache Tricks, um beim Einkaufen oder unterwegs auf Einwegverpackungen zu verzichten. „Das sind niederschwellige Tipps, an die sich alle Familienmitglieder schnell gewöhnen können.“ Oft reicht schon ein kleiner Einkaufsbeutel in der Handtasche, eine Trinkflasche oder eine Brotdose als Grundausstattung, um einen Teil des täglichen Mülls zu vermeiden.

Auch die bundesweite Initiative „Einmal ohne, bitte hilft dabei: Es ist ein Zero-Waste-Label für Geschäfte, die ihre Produkte auf Wunsch in mitgebrachte Behältnisse einpacken wie z.B: der Coffee-to-go. „Bereits seit 2023 sind Gastronom*innen, Lieferdienste und Bäckereien gesetzlich verpflichtet, ein Mehrwegsystem für Take-away anzubieten oder kundeneigene Behältnisse anzunehmen.“ Als Städtepartner für Berlin sorgt der Zero Waste e.V. für mehr Sichtbarkeit und arbeitet daran, „Einmal ohne, bitte“ als Selbstverständlichkeit zu etablieren. Eine Gewohnheit, die sich mit wenig Aufwand verändern lässt.

Schüler*innen erläutern am Aktionstag viele gute Gründe für Zero Waste

Schüler*innen erläutern am Aktionstag viele gute Gründe für Zero Waste

Neue Mitstreiter*innen sind willkommen!

„Wichtig ist der Einstieg – das erste Interesse an Zero Waste und die Erfahrung, wie einfach es sein kann, Müll zu vermeiden und nachhaltiger zu leben“, berichtet Katharina Koppenhagen. Diese Rückmeldungen habe sie von vielen Absolvent*innen der angebotenen Workshops erhalten.

Der Verein beschäftigt sich auch mit der Beschaffung von Fördergeldern, die für die Umsetzung der Projekte eingesetzt werden. „Das allein reicht jedoch nicht – in jedem Projekt setzen wir uns als Vereinsmitglieder selbst sowie mit Unterstützung von Ehrenamtlichen ein. Ohne ehrenamtliches Engagement geht es nicht.“ Eine große Herausforderung für den Verein, der weiterwachsen möchte.

„Wir freuen uns über neue Mitstreiter*innen, die sich gemeinsam mit uns engagieren möchten.“

Weitere Informationen zum Verein Zero Waste e.V.

Weitere Informationen zum Verein und zu den Schulworkshops können über die Website des Zero Waste e.V. oder per E-Mail: kontakt@zerowasteverein.de abgefragt werden.

Das Bildungsmaterial mit Beispielabläufen „Zero Waste an Schulen“ erhalten Lehrkräfte über das Sachgebiet Umweltbildung beim Bezirksamt.