In den vergangenen Jahren ist das Engagement in diesem Bereich in der Schulgemeinschaft immer weiter gewachsen. So finden am Hermann-Hesse-Gymnasium jedes Jahr im November zwei SOR-Projekttage statt. Marvin Gasser ist an der Schule Beauftragter für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Der Lehrer für Musik und Latein ist seit 2020 am Hermann-Hesse-Gymnasium und erlebt seine Kolleg*innen bei den Themen Antirassismus und Antidiskriminierung als sehr engagiert. „Viele von uns leben das im Alltag. Einige der Lehrkräfte bieten an den Projekttagen selbst Workshops für die Schüler*innen an.“ Die Themen, die in den Workshops an den Projekttagen behandelt werden, sind sehr vielfältig. Auch das Themenfeld Nachhaltigkeit und Zero Waste findet Berücksichtigung. In die Planung des Angebots wird auch die Gesamtschüler*innenvertretung eingebunden. Auch Schüler*innen der Oberstufenjahrgänge richten Workshops aus. Die Projekttage richten sich an die Schüler*innen der Mittelstufe.
Ein besonderes Thema, das die Schulgemeinschaft – mit und ohne familiäre Betroffenheiten – sehr beschäftige, seien die aktuellen Entwicklungen in Israel und im Gaza-Streifen. „Am Wahlverhalten der Schüler*innen, die sich ihre Workshopangebote für die Projekttage aussuchen, sehe ich genau, dass das bei uns sehr viele interessiert“, erklärt Marvin Gasser.
20 Jahre Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: Das Hermann-Hesse-Gymnasium setzt auf Vielfalt
Marvin Gasser, Sylke Roschke und Deborah Schmidt
Bild: Sara Lühmann
Seit zwei Jahrzehnten steht das Hermann-Hesse-Gymnasium in Kreuzberg für ein klares Bekenntnis zu Vielfalt, Respekt und Zivilcourage. Als Teil des bundesweiten Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist Antidiskriminierungsarbeit hier kein einmaliges Projekt, sondern gelebter Schulalltag. Wie das Engagement am rund 600 Schüler*innen zählenden Gymnasium konkret aussieht und warum es bis heute trägt, zeigt der Blick auf die vielfältigen Initiativen und Haltungen innerhalb der Schulgemeinschaft.
Ein Schwerpunkt der Schule liegt auf Antirassismus und Diversität in all ihren Facetten. Die Themen sind fest im schulischen Leben verankert – nicht nur über die Projekttage, sondern auch im Unterricht. „Unser Engagement passt zu unserem Schulspirit. Denn wir achten hier aufeinander und respektieren uns. Ob jemand gläubig ist oder woran jemand glaubt, spielt in unserem Umgang miteinander keine Rolle“, erklärt Schulleiterin Sylke Roschke. Dieser Respekt füreinander werde über die umgesetzten Projekte sichtbar. „Es ist wichtig, dass wir das im Alltag leben und uns im Konfliktfall immer wieder darauf besinnen.“ Seit 2012 arbeitet sie an dieser Schule. Als sie als stellvertretende Schulleiterin hier im Graefekiez anfing, gab es die Projekttage „Schule ohne Rassismus“ (SOR) bereits und die Unterstützung bei der Umsetzung der Projekttage war eines ihrer ersten Vorhaben. „Damals war das hier eine lebendige Schule mit zahlreichen Herausforderungen. Gleichzeitig gab es in der Schule einen großen Willen, die Gemeinschaft zu leben.“ Es sollte ein Setting geschaffen werden, in dem alle gemeinsam respektvoll und tolerant miteinander umgehen. „Inzwischen haben wir in diesem Themenfeld einen riesigen Sprung nach vorn gemacht.“ Für Sylke Roschke ist hier auch die Vielfalt innerhalb des Lehrer*innen-Kollegiums von großer Bedeutung. Auch hier solle sich die Diversität der Gesellschaft zeigen.