Die Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg Jamile da Silva e Silva betonte in ihrer Begrüßung, dass Gewalt gegen Frauen eine der dringendsten Menschenrechtsverletzungen unserer Zeit ist. Sie wirke sich nicht nur auf die direkten Betroffenen aus, sondern auf die gesamte Gesellschaft. „Deshalb ist es unsere gemeinsame Aufgabe, hinzusehen, zuzuhören und aktiv zu handeln. Mit diesem Fachtag schaffen wir einen Raum für Austausch, Wissen und Vernetzung. Wir wollen gemeinsam Strategien entwickeln, wie wir Frauen und Kinder besser schützen, Betroffene stärken und Gewalt konsequent entgegentreten können.“
Auch Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann und die Staatssekretärin für Arbeit und Gleichstellung Micha Klapp betonten die Bedeutung des Runden Tisches und des Fachtags als wichtigen Schritt im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen im Bezirk und dankten den beteiligten Akteur*innen für ihr großes Engagement. Anschließend begann der Fachtag mit einer Einführung in das Thema und Einblicke in die Istanbul-Konvention und die Anforderungen des Landesaktionsplans zur Umsetzung der Konvention auf bezirklicher Eben. Es folgten fachliche Inputs, unter anderem aus juristischer Perspektive von Richter*innen am Amtsgericht Kreuzberg zum Thema Gewaltschutz sowie aus gesundheitlicher Perspektive vom bezirklichen Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familienplanung zum Thema „gesundheitlicher Versorgung nach häuslicher und sexualisierter Gewalt“.
Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmenden sich in verschiedenen Workshops mit unterschiedlichen Themen vertieft auseinandersetzen, darunter „Zwangsverheiratung“, „Kinder als Mitbetroffene“, „Gewalt gegen Frauen mit Behinderung“, „Intersektionale Gewaltformen“ und „Sexualisierte Gewalt aus Betroffenenperspektive“.