Bis zu 400 Beratungseinheiten finden im Jahr in der Friedrichshainer Schreibabyambulanz statt. Die Gespräche fußen auf zwei Säulen – der Beratung, in der beispielsweise der Babyschlaf erklärt wird einerseits und der körperorientierten Arbeit andererseits. „Für die Eltern ist es eine entscheidende Kompetenz, ihre Kinder besser zu verstehen und deren Zeichen richtig zu deuten.“ Für viele Paare, die in die Schreibabyambulanz kommen, ist es das erste Kind. Zudem fehlten Vorerfahrungen durch jüngere Geschwister oder Säuglinge im nahen Umfeld. „Die Beratungen können eine wichtige Stütze für die Familien sein.“
Zur körperorientieren Arbeit gehören sanfte Übungen und Massagen – auch für die Babys. „Das Ziel ist es, Stress rauszunehmen und Ruhe reinzubringen. Denn Kinder regulieren sich über ihre Eltern. Wenn die Eltern auch gestresst sind, kippt das Gleichgewicht in der Familie.“ Gemeinsam mit den Klient*innen schaut die Diplom-Pädagogin, wo gegebenenfalls noch Ressourcen zur Unterstützung sind, entweder im eigenen Umfeld oder über andere Angebote. Beispielsweise können Familien mit Säuglingen einige Wochen lang über die Krankenkasse eine Mütterpflegerin in Anspruch nehmen.
Der Schlaf von Babys und Kleinkindern sei ein großes Thema, ebenso wie Schwierigkeiten beim Stillen oder Füttern. Auch traumatische Geburtserfahrungen, unter denen die die Mütter leiden, spielten immer wieder eine Rolle, etwa, wenn Mütter ungeplant einen Kaiserschnitt hatten. Besonders schwierig waren die Geburten für Eltern in der Zeit der strikten Regeln während der Corona-Pandemie. Damals mussten die Mütter teilweise ohne Partner*in gebären oder konnten diese während des Krankenhausaufenthalts nur selten sehen. Hinzu kommen Mütter mit postpartalen Depressionen. Sobald Alexandra Tuxhorn-Eichler eine solche vermutet, unterstützt sie die Frau bei der Suche nach einer Therapiemöglichkeit, da sie selbst keine Psychotherapeutin ist.
In den Beratungen werden auch Partnerschaftsprobleme thematisiert. Einige Paare stünden bei der Veränderung vom Liebespaar zum Elternpaar vor Herausforderungen. Wenn sich in den Gesprächen herauskristallisiert, dass es in der Partnerschaft zu häuslicher Gewalt kommt, wird sie ebenfalls aktiv und sucht, sofern nötig, einen Platz im Frauenhaus.