Die Beratungsstelle ist gut vernetzt und Teil des Arbeitskreises rund um die Geburt, in dem zudem die lokalen Hebammen, Leiterinnen der Familienzentren im Bezirk und andere Expertinnen sitzen. Auch der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, dessen Mitarbeiterinnen junge Eltern in den Wochen nach der Geburt zu Hause besuchen, verweisen bei Bedarf an das Angebot. Kinderarztpraxen kennen die Schreibabyambulanz ebenfalls und empfehlen sie Eltern, die bei den Untersuchungen der Kinder mit Herausforderungen zu ihnen kommen. Zudem erfahren Eltern über das Internet oder von Mund-zu-Mundpropaganda von diesem Angebot. Finanziert wird die Beratungsstelle aus Senatsmitteln, Stiftungsgeldern und Spenden, da die öffentliche Förderung nicht auskömmlich ist.
Die Schreibbabyambulanz gibt es in Friedrichshain-Kreuzberg seit 21 Jahren in Trägerschaft des Nachbarschaftshauses Urbanstraße e.V. Es gibt je zwei Beratungsstellen pro Ortsteil. Insgesamt arbeiten drei Kolleginnen in der Schreibabyambulanz im Bezirk.
„Das Angebot wird wahnsinnig gut angenommen“, beschreibt Alexandra Tuxhorn-Eichler. Vier Tage die Woche führt sie die Beratungen im Kultur- und Nachbarschaftszentrum RuDi durch. Dienstags ist sie für Gespräche im Familienzentrum Menschenskinder. Alle Gespräche finden nach Vereinbarung statt. Etwa 70 Familien berät Alexandra Tuxhorn-Eichler pro Jahr – in deutscher, aber vielfach auch in englischer Sprache. Eine Sprachmittlung benötigt sie nie. „Die Paare, die zu mir kommen, sprechen entweder Deutsch oder sehr gut Englisch.“ Jede Beratungseinheit dauert 90 Minuten. Eine Familie kann insgesamt bis zu zehn Beratungseinheiten in Anspruch nehmen. Wenn mehr Bedarf besteht, können sich die Klient*innen auch nochmal melden und bekommen schnell einen weiteren Termin.