„Es war eine sehr aufregende Zeit. Ein ganz besonderer Sommer, in dem wir alles ausprobieren konnten. Ich lebte damals in Neukölln und studierte Erziehungswissenschaften. Und es gab nichts, was wir als Frauen nicht auch genauso gut wie die Männer machen konnten“, sagt Anke Peterssen, die es wissen muss. Denn nachdem das Gebäude der ehemaligen Schokoladenfabrik in der Kreuzberger Mariannen- und Naunynstraße in Eigenregie saniert wurde, entpuppte es sich zu einem der Orte, an denen Frauen sich gegenseitig stützen und aufeinander verlassen konnten.
„Neben der Planung und Umsetzung aller Bauprojekte im und am Haus haben wir uns mit feministischer Projektarbeit beschäftigt.“ Das Ziel: Die Diskriminierung von Frauen zu beenden. „Das waren die 1980ger Jahre. An Hausbesetzergruppen hatte man sich inzwischen gewöhnt, doch wir Frauen, als erfolgreiche Besetzerinnen und Handwerkerinnen waren neu für die Gesellschaft.“
Sie bauten gemeinsam das Dachgeschoß zum Gewächshaus um, installierten Solarzellen, richteten ein Café ein, inszenierten Kulturprogramme und gründeten die Kindertagesstätte „Schokoschnute“. Eine eigene Tischlerinnen-Werkstatt, die „Schokospäne“, eine Mutter-Kind-Gruppe, ein Frauen-Krisen-Telefon, sowie die „Schokosport-Gruppe rundeten das einzigartige Angebot für Frauen von Frauen ab.