Er hatte einen Mentor, der ihn begleitete und sich für ihn einsetzte, so dass er bleiben konnte. Bis heute. „Wir sprachen uns damals per „Sie“ oder mit „Onkel“ an. Mein Mentor hieß Otto Schiller. Onkel Otto war sehr unterhaltsam, ein lebenslustiger Mensch.“ Überhaupt sei die Gesellschaft im Chor immer sehr angenehm gewesen. Es gab viel zu erleben, zu besprechen, und ja, gesungen wurde auch.
„Und dann waren da die vielen Reisen, wir sind oft im Ausland unterwegs gewesen“, schwärmt auch Klaus Schroeter, 2. Bass, der am 1. April sein 65. Chorjubiläum feierte. Zu Zeiten, als das Fliegen noch überhaupt nicht selbstverständlich war, packten 120 Sänger und 47 Begleitpersonen im Jahr 1967 ihre Koffer, und checkten in Tegel für die USA-Kanada Reise ein. „Als wir auf dem Rollfeld standen und die PanAm-Maschine sahen, bekamen wir Gänsehaut! Auf der Maschine war ein riesiger Schriftzug der Berliner Liedertafel!“ Es handelte sich um einen Sonderflug, mit einer eigens gebrandeten Maschine. Die gesamte Reise stand unter der Schirmherrschaft von Willy Brandt.
Klaus Schroeter erinnert sich: „Das Besondere daran war, dass bereits bis zur Zwischenlandung die gesamten Biervorräte an Bord von den Sängern ausgetrunken waren, sodass am Flughafen Shannon in Irland neues Bier gebunkert werden musste.“
Über eine Auftrittsreise, dieses Mal flog der Männerchor nach Japan, stieß der ehemalige Vorsitzende des Chores, Klaus Lehmann als 1. Tenor im Jahr 2010 zur Berliner Liedertafel: „Ich sang damals schon im Männerchor Zeuthen und wurde gefragt, ob ich die Japan-Reise als Gastsänger begleiten möchte. Was für eine Frage, es war mir eine Ehre! Mit dem größten Vergnügen bin ich mitgefahren, und dabeigeblieben.“ Vier Jahre lang war er der Vorsitzende des Gesangsvereins.