Bewohner*innen verwandeln mit Hilfe der Grünberatung den Hinterhof in eine blühende Oase

Roger Heymann und Grünberaterin Lina Below vor den Hochbeeten im Garten

Roger Heymann und Grünberaterin Lina Below vor den Hochbeeten im Garten

Zwischen Mietshausfassaden und Balkonen, wo sonst Mülltonnen oder graue Pflasterflächen dominieren, wächst in der Zellestraße in Friedrichshain ein kleines Stück Stadtnatur. Dank der bezirklichen Grünberatung verwandelte sich der einst triste Innenhof eines Mehrfamilienhauses langsam in einen nachhaltigen Freiraum, in dem Nachbarn gemeinsam pflanzen, pflegen und experimentieren. Auf rund 192 Quadratmetern gedeihen inzwischen vielfältige Hochbeete – während an den schattigen Rändern noch nach neuen Ideen für mehr Farbe gesucht wird.

Eine Garten-Oase auch für die Kinder der Nachbarschaft, die hier über den Zaun klettern können

Eine Garten-Oase auch für die Kinder der Nachbarschaft, die hier über den Zaun klettern können

Beginn einer neuen Wandbegrünung

„Das sollte sich ändern“, sagt Roger Heymann, der hier gemeinsam mit 13 Erwachsenen, neun Kindern und einem Hund in dem Haus mit großem Garten lebt. „Wir lieben unseren Garten, den wir in Gemeinschaft bearbeiten.“ Damit auch die Randbeete bepflanzt werden können, machte er einen Termin mit der bezirklichen Grünberatung in Friedrichshain-Kreuzberg.

Beraterin Lina Below: “Wir haben einen Beetplan erstellt und im Frühling trotz der teils sandigen und nährstoffarmen Böden durch vielfältige Bepflanzungen, neu gesetzte Gehölze an den Grundstücksgrenzen und ersten Maßnahmen zum Wassermanagement, für etwas mehr Grün in den Randbereichen gesorgt.“

Bodengebunden und mit Rankhilfen versehen, wächst entlang der Grundstücksgrenze der Beginn einer neuen Wandbegrünung. Zwischen Kletterpflanzen und ersten Trieben summt bereits das Leben, während Nistkästen zusätzlichen Unterschlupf für Vögel bieten. Auf rund 75 Quadratmetern legte die Hausgemeinschaft trittfeste Bodendecker an und ergänzte sie durch Pflanzen wie Wald-Erdbeere, Waldmeister, Roten Storchschnabel, Wald-Geißblatt, Knäuel-Glockenblume und Grüne Teppich-Segge – sorgfältig ausgewählt, um auch im Schatten zu gedeihen.

Beraterin Lina Belo und Roger Heymann besprechen das weitere Vorgehen

Beraterin Lina Below und Roger Heymann besprechen das weitere Vorgehen

Gelegenheit, den Boden noch einmal zu verbessern

Trotz des Engagements der Bewohner*innen zeigte sich jedoch bald, dass die neuen Pflanzungen nicht überall optimal anwuchsen. Zwar sorgt eine Regentonne bereits für die Bewässerung mit gesammeltem Niederschlagswasser, doch das Gießwasser versickerte im verdichteten Boden nur schwer. Grünberaterin Lina Below stellte bei ihrem Besuch schnell fest: „Der Untergrund ist zu fest, die Feuchtigkeit kann kaum eindringen“. Eine Waldheidelbeere ist schon verschwunden und muss ersetzt werden – ein kleiner Rückschlag, aber auch eine Gelegenheit, den Boden noch einmal zu verbessern.

Gemeinsam mit Roger Heymann plant Lina Below die nächsten Schritte. Mehr lockeres Substrat soll eingebracht und der Boden regelmäßig mit der Hacke gelockert werden. Das Budget lässt noch etwas Spielraum, um einzelne Pflanzen nachzubestellen oder auszutauschen. Insgesamt hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Begrünungsaktion bisher mit 790,40 Euro unterstützt – eine Investition, die nicht nur dem Garten, sondern auch dem nachbarschaftlichen Miteinander zugutekommt. Die Fördergelder stammen aus Ausgleichszahlungen für gefällte Bäume bei Bauprojekten.

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Weitere Informationen zur bezirklichen Grünberatung:” Vorstellung der Grünberaterin Lina Below