Entstanden ist die Idee im Rahmen des Projekts „Bürgeramt der Zukunft“. Ziel ist es, herauszufinden, welche Herausforderungen und Optimierungsmöglichkeiten es im Arbeitsalltag der Bürgerämter gibt. Durch eine Tagebuchstudie und ein Job Shadowing der Auszubildenen sowie eine Bürger*innenbefragung konnten verschiedene Bereiche identifiziert werden: Neben fehlenden technischen Vorrausetzungen und einem verbesserungsfähigen Wegeleitsystemen beklagten die Sachbearbeiter*innen außerdem, dass viele Termine abgebrochen werden müssen, da die Bürger*innen die falschen oder nicht alle notwendigen Unterlagen dabeihätten. Das führe zu Frustration auf beiden Seiten und sei nicht zufriedenstellend sowohl für die Mitarbeitenden vor Ort als auch für die Bürger*innen, die nun einen neuen Termin ausmachen müssen.
Diese Situation wollten Oliver Kühle und Paul Huwe verbessern und haben gemeinsam mit den Auszubildenen und dem CityLab Berlin den „Dokumenten-Check“ entwickelt. „Die Perspektive der Azubis ist sehr wichtig, sie bringen einen frischen Blick mit. Die Azubis sehen oft Sachen, die uns schon gar nicht mehr auffallen,“ erläutert Oliver Kühle, der bereits seit 1997 im Bereich Bürgerdienste arbeitet. „Flache Hierarchien sind mir sehr wichtig“, betont der Fachbereichsleiter. „Beim Brainstorming stehen wir alle auf einer Stufe. Jeder darf seine Meinung kundtun. Es ist einfach besser, alle miteinzubinden – das steigert die Motivation und wirkt sich positiv auf die Ergebnisse aus.“
„Man muss auch Fehler zulassen können“, ergänzt Paul Huwe, Leiter des Ausbildungsbürgeramts. „Es muss nicht immer alles direkt perfekt sein. Einfach mal machen, einfach mal ausprobieren. Die Feindetails kann man im Nachhinein immer noch anpassen. Es braucht generell mehr Mut zu Veränderung in der Verwaltung.“