Ein automatisiertes Check-in-System soll künftig helfen, die Terminplanung zu verbessern. Aktuell erscheinen rund 15 bis 25 Prozent der Bürger*innen nicht zu vereinbarten Terminen – ohne vorherige Absage. „Das ist das größte Problem“, bedauert Paul Huwe. „Da drehen Mitarbeitende erstmal drei, vier Minuten lang Däumchen, bevor klar ist: Da kommt niemand.“
Künftig sollen diejenigen, die schon vor Ort sind, per Terminal erkannt und spontan vorgezogen werden. Wer gar nicht erscheint, wird früher identifiziert. Die Vorteile sind klar: weniger Leerlauf, mehr Flexibilität, eine bessere Auslastung und höhere Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden. Erste Tests zeigen: Der neue Ablauf macht den Besuch spürbar angenehmer – für beide Seiten.
Auch die Ausgabe von Dokumenten soll unabhängiger und einfacher werden. Ähnlich wie bei Paketstationen könnten Bürger*innen künftig Ausweisdokumente an speziell gesicherten Ausgabeboxen selbst abholen – unabhängig von den Öffnungszeiten.
Das Bürgeramt der Zukunft – Was geplant ist, was getestet wird
Bild: Florian Reimann
Der Besuch im Bürgeramt gilt vielen als lästige Pflicht. Das soll sich ändern – zumindest, wenn es nach Paul Huwe und seinem Team im Ausbildungsbürgeramt in der Schlesischen Straße geht. Im Rahmen des Pilotprojekts „Bürgeramt der Zukunft“, gefördert vom Bundesministerium des Innern und für Heimat und der Berliner Senatskanzlei und initiiert vom CityLAB Berlin, wird derzeit geprüft, wie moderne Bürgerdienste künftig aussehen könnten – für mehr Effizienz und bessere Bedingungen für Kund*innen und Mitarbeitende.
Um ein modernes Bürgeramt, das digital, effizient und zugleich persönlich bleibt, zu schaffen, wird getestet, welche Ideen in der Praxis funktionieren – und welche nicht.