Sarah Šero: „Früher habe ich an der Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg den Jugendchor geleitet, dann bekam ich das Angebot, diesen Mitmachchor zu gründen. Eine tolle Gelegenheit!“ Inzwischen sei der Chorabend eine feste Institution im Ortsteil Friedrichshain. „Wir gönnen uns am Abend regelmäßige Gesangspausen, so dass auch gesprochen werden kann!“ Hier treffen sich Nachbar*innen, die ein gemeinsames Hobby leben – das gibt viel Gesprächsstoff. Und: Es ist eine hervorragende Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen!
Für die Chorleiterin ist es eine Herausforderung, alle stimmlich unter einen Hut zu bringen: „Ich stehe spielend am Klavier und gebe die Einsätze – es ist die pure Lebensfreude, die mir dann entgegenkommt! Alle können sich auf ihre Stimmen verlassen.“ Beim Singen bewegt sich der Chor, denn: „Wenn wir beim Singen durch den Raum schreiten, können wir gut auf die anderen hören, der ganze Körper schwingt dann mit. Einfach darauf einlassen – es kann nichts schiefgehen.“
Die aus Rüdesheim stammende Musikerin studierte in Mainz Klavier und im Nebenfach Gesang auf Lehramt. Schon früh verspürte sie eine starke Verbindung zu Südamerika: Eine längere Zeit lebte sie in Costa Rica, und nach Abschluss ihres Bachelorstudiums zog es sie für fast zwei Jahre nach Kolumbien. In Bogotá traf sie auf eine Lehrerin, die ihr den entscheidenden Impuls gab, sich intensiver dem Gesang zu widmen. Mit deren Unterstützung bereitete sie sich auf die Aufnahmeprüfung an der Universität der Künste in Berlin vor – eine Zeit, in der sie ein vielfältiges Repertoire erarbeitete, etwa Werke des dominikanischen Komponisten Vicente García und des kolumbianischen Ensembles Monsieur Periné. „Diese prägende Zeit im Ausland hat mich vor allem für die Welt der lateinamerikanischen Musik, vor allem Salsa beispielsweise von Willie Colón und Frankie Ruiz begeistert.“ Derzeit bereitet sie sich auf ihr Staatsexamen in Spanisch und Musik vor.