Als authentischer Ort der DDR-Geschichte soll die ehem. Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in den nächsten Jahren zum Campus für Demokratie entwickelt werden. Auf dem Lichtenberger Areal sind bereits heute neben dem Bundesarchiv (bis 2021 „Stasi-Unterlagen-Archiv“) unter anderem das Stasimuseum, die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft und das Informationszentrum beheimatet. Weitere Gebäude befinden sich im Besitz des Landes Berlins und anderer Beteiligter. Aufgabe ist es, an diesem herausragenden historischen Ort als Zeugnis der Repression und ihrer Überwindung einen Ort der Erinnerung, des Gedenkens, der historischen Forschung und der politischen Bildung zu schaffen. Die ca. 9 ha große untergenutzte Fläche soll langfristig geeignete Räume für Erinnerung, Identitätsstiftung und Bildung bieten. Das Bundesarchiv plant auf dem Areal entlang der Frankfurter Allee die Erweiterung und den Ausbau des Archivstandorts für die Archivierung der Stasi-Unterlagen. Der öffentliche Neubau soll als zentraler Anlaufpunkt die Arbeit mit den Unterlagen in angemessener Weise vermitteln.
Angesichts der Größe des Areals, der teils denkmalgeschützten Bausubstanz, der komplexen Eigentumssituation und der heterogenen Nutzungen ist eine abgestimmte Entwicklung entscheidend, um die Potenziale des historisch bedeutsamen Ortes zu heben.
Die Wiederbelebung und Weiterentwicklung des Blocks basiert auf der Beteiligung zahlreicher Akteure (Standortkonferenzen 2017-2019) und findet zudem in politischen Beschlüssen auf Ebene des Bundes und des Landes Berlin Ausdruck. Durch das ISEK (Integrierte Stadtentwicklungskonzept) für das Fördergebiet „Frankfurter Allee Nord“ sowie das Blockkonzept wurden die Sanierungsziele 2020 fortgeschrieben. Unter anderem sollen die Höfe aufgewertet und begrünt, die Durchwegung verbessert und der große Leerstand beseitigt werden. Die übergeordnete Idee ist neben dem genannten Profil ein barrierefreier Campus mit erlebbaren Freiraumqualitäten, der heutigen und zukünftigen Anforderungen gerecht werden soll.
Seit der Übernahme des Bebauungsplanverfahrens 11-80 im Jahr 2022 durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen wird die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen im Sinne der Gesamtentwicklung des Blocks zügig vorangetrieben. Ziele des Bebauungsplanverfahrens sind die langfristige Sicherung der Sanierungsziele und Umsetzung der Leitidee „Campus für Demokratie“. Dazu ist auch die Schaffung von Baurecht für den Neubau des Bundesarchivs für die Unterlagen der SED-Diktatur und für das Forum für Opposition und Widerstand erforderlich. Weiterhin ist der Umgang mit den städtebaulichen Missständen eine wesentliche Voraussetzung für die Beseitigung des großen Leerstands und die Aufwertung des Blocks.