Das Untersuchungsgebiet Pankow-Süd ist seit Jahren von einem starken Zuzug durch Familien geprägt. Gleichzeitig leben hier überdurchschnittlich viele ältere Menschen. Entsprechend hoch sind die Nachfrage nach zielgruppenorientierten sozialen Angeboten und der Nutzungsdruck auf öffentliche Freiflächen. Das Gebiet ist sehr heterogen bebaut: Neben der Großsiedlung Neumannstraße und kleineren Quartieren mit weiteren DDR-Plattenbauten gibt es auch Wohnbebauung aus den 1920er-Jahren im Kissingenviertel sowie eine Mischung aus Altbauten und Neubauten der letzten Jahre im Tiroler Viertel. Ein großer Teil der Flächen befindet sich in öffentlichem Eigentum oder im Eigentum der landeseigenen GESOBAU sowie zweier Wohnungsgenossenschaften.
Qualität und Ausstattung der wenigen öffentlichen Grünflächen sind mangelhaft, zudem fehlen rund 10.000 Quadratmeter Spielflächen. Straßenräume wie Gehwege, Fahrbahnen, Kreuzungsbereiche und Kfz-Stellplatzanlagen sind überdurchschnittlich ausgeprägt und stark versiegelt, entsprechend schlecht sind die Klimadaten für das innerstädtische Gebiet. Die Infrastruktur für den Radverkehr ist unzureichend, Gehwege sind häufig in schlechtem Zustand und entsprechend unattraktiv. Besonders an der Neumannstraße fehlen sichere Übergänge vom Wohngebiet zu Schulen und Kindertagesstätten. Die Schulfreiflächen sind meist großflächig versiegelt, schlecht ausgestattet, einige Teilflächen werden deshalb nicht genutzt.
Der Fokus im Fördergebiet Pankow-Süd liegt auf Projekten des Klimaschutzes und der Klimaanpassung. Ziele sind die ökologisch wirksame Aufwertung von Grünflächen, Sportflächen und Schulhöfen sowie die Ergänzung der öffentlichen Spielangebote. Straßenräume sollen sicher, barrierefrei und klimawirksam umgestaltet werden. In diesem Zusammenhang wird auch an die Entsiegelung von überbreiten Gehwegen und von Parkplätzen gedacht. Die geplante energetische Sanierung der sozialen Infrastruktur soll ebenfalls einen Beitrag zu Klimaschutz und Klimaanpassung leisten.
Pankow-Süd zeichnet sich durch eine Vielzahl engagierter Bürgerinnen und Bürger aus. Neben Initiativen im Tiroler Viertel hat auch das im Quartier Neumannstraße bereits wirksame Förderprogramm “Stärkung Berliner Großsiedlungen” zur Bildung von Netzwerken der Zivilgesellschaft und lokaler Akteure als wichtige Ansprechpartner für die Entwicklung des Stadtteils beigetragen. Im Rahmen des ISEK-Prozesses sollen diese Netzwerke intensiv beteiligt werden.