Das Gebiet liegt im Südwesten des Bezirks Reinickendorf und umfasst die Großwohnsiedlung Tegel-Süd mit Quartieren aus den 1930 bis 1980er Jahren mit großen dazugehörigen Freiflächen sowie die nordöstlich angrenzenden Sportanlagen des Borsigparks. Im Süden der Großwohnsiedlung wirkt die Bernauer Straße als städtebauliche Barriere zur ausgedehnten Einfamilienhaussiedlung Waldidyll, in der gebietsversorgende soziale Infrastruktur angesiedelt ist. Der hohe Altersdurchschnitt im Gebiet kündigt tiefgreifende Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur an. Der soziale Status ist insgesamt niedrig. Die Infrastruktureinrichtungen und der öffentliche Raum sind in schlechtem Zustand. Durch den geplanten Wohnungsbau sowie zwei weitere geplante Unterkünfte für Geflüchtete steigt der Nutzungsdruck auf die soziale und kulturelle Infrastruktur sowie die Bildungseinrichtungen. Die wenigen öffentlichen Grünflächen sind unzureichend verknüpft. Die Verkehrsinfrastruktur ist auf den motorisierten Verkehr zugeschnitten. Es fehlen kurze und sichere Wege für Rad- und Fußverkehr. Darüber hinaus ist das Gebiet Tegel-Süd nur unzureichend auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet, bietet aber vielfältige Potenziale für Maßnahmen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung in den Bereichen Gebäudebestand, Wärmeversorgung und Freiflächen.
Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag plant in den kommenden Jahren sowohl Wohnungsneubau als auch energetische Maßnahmen im Gebäudebestand und die Qualifizierung der halböffentlichen Freiräume. Die parallelen und sich ergänzenden Aktivitäten seitens der Städtebauförderung, der Gewobag sowie der weiteren Akteure im Gebiet sind gute Voraussetzung für eine umfassende, zukunftsweisende und nachhaltige Gebietsentwicklung, die mit dem ISEK angestoßen werden soll. Durch die Aktivitäten von BENN (Berlin entwickelt neue Nachbarschaften) besteht bereits ein stabiles Netzwerk zur Beteiligung der Bewohnerschaft, der Gebietsakteure und der sozialen Träger am Umsetzungsprozess.