Masterplan für ein neues grünes Zentrum für Neu-Hohenschönhausen

Publikum bei der Abschlussveranstaltung zum Masterplan Neues Urbanes Zentrum Neu-Hohenschönhausen

Viele Interessierte waren zur Präsentation des finalen Masterplans in die Anna-Seghers-Bibliothek gekommen

Neu-Hohenschönhausen bekommt langfristig das bisher fehlende Zentrum – einen urbanen und dennoch grünen Treffpunkt zum Flanieren, Einkaufen, Arbeiten, Wohnen, Spielen und Sport treiben. Dafür engagiert sich der Bezirk Lichtenberg seit fast 15 Jahren. Mit dem Abschluss des Masterplans für das neue urbane Zentrum ist nun ein weiterer Schritt geschafft.

Zur Präsentation der finalen Version und gleichzeitig zur Abschlussveranstaltung der Schaustelle kamen am 4. Dezember 2024 etwa 50 Gäste in die Anna-Seghers-Bibliothek im Linden-Center. Johanna Begrich vom Büro Slapa & die Raumplaner übernahm die Begrüßung und berichtete von der Arbeit der Schaustelle, mit der das Stadtplanungsbüro 2022 vom Bezirk beauftragt wurde. Die Schaustelle wird noch bis Ende 2024 mit Mitteln aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung finanziert.

Der Container der Schaustelle am Zirkuszelt von Cabuwazi Lichtenberg

Die Schaustelle vor Ort am Zirkus Cabuwazi Lichtenberg

Sie verstand sich von Anfang an als Anlaufstelle für Partizipation und Kommunikation: Das Team organisierte drei große Veranstaltungen, präsentierte das Ergebnis des Wettbewerbs in einer Wanderausstellung, informierte auf Festen im Kiez, gab die Quartierszeitung „Schaukasten“ mit einer an die Haushalte verteilten Auflage von 30.000 Stück heraus und war zweimal in der Woche auch in einem bunten Zirkuscontainer vor Ort ansprechbar für alle Interessierten. Ein wichtiges Element für die Weiterentwicklung der Planung waren die Umfragen der Schaustelle zu den Wünschen von Anwohnerinnen und Anwohnern für das geplante Kultur- und Bildungszentrum KuBiZ und zur Nutzung der Erdgeschosszonen.

Für Stefan Mayr vom Architekturbüro „superwien“ und Andreas Boden vom Landschaftsarchitekturbüro „studio boden“ – die Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs von 2021 – waren die Ergebnisse der Befragungen sehr wertvoll für die Bearbeitung des Masterplans. Sie lobten die „super Zusammenarbeit mit der Schaustelle“ und nehmen sie als Beispiel für gelungene Beteiligung mit vielen unterschiedlichen Formaten mit nach Wien und Graz, versprachen sie bei ihrer Präsentation des finalen Masterplans.

Vision aus dem Masterplan für das neue urbane Zentrum Neu-Hohenschönhausen

Vision aus dem Masterplan für das neue urbane Zentrum Neu-Hohenschönhausen, Blickrichtung Südosten

Die oben erwähnten „aktiven“ Erdgeschosszonen sind eines der Kernelemente des geplanten Gestaltungshandbuchs für den folgenden Bebauungsplan. Die gewünschte Dichte durch mehrere bis zu 80 Meter erreichende Hochhäuser soll durch eine gemeinsame breite Sockelzone aufgelockert werden. Die Dächer der Sockelgeschosse bieten als Stadtterrassen Platz für Grün, Sport und Spiel, Urban Gardening und vieles mehr. Im Inneren sind hier Geschäfte und Räume für vielfältige gemeinschaftliche Nutzungen angedacht – dazu gingen bereits viele Ideen ein.

Ein weiteres Schlüsselelement ist die großflächige Entsiegelung, überall dort, wo es möglich ist. Niederschlagswasser wird als Ressource zur Kühlung und Bewässerung in den Grünflächen gehalten oder in dezentralen Speichern gesammelt. So wird Vorsorge für Hitze und Starkregen betrieben.

Luftbild mit Plattenbau-Quadraten, Parkplätzen, Einkaufszentrum, Grün

Luftbild des Areals, Blickrichtung Nordwesten

Aus den vorhandenen bloßen Abstandsflächen sollen größere zusammenhängende Freiräume mit vielen Nutzungsmöglichkeiten werden. Verschiedene charakteristische Baummischungen kennzeichnen den Boulevard und die Gassen zwischen den Baufeldern. Am KuBiZ soll ein Lesegarten und in der Nähe der geplanten Schule eine kleine Sportarena entstehen. Spielplätze für alle Altersgruppen sind überall eingelagert.

Der vorhandene Brunnen wird vergrößert und von zusätzlichen Bäumen gerahmt, wo auch Platz für einen Wochenmarkt bleibt. Die Wartenberger Straße wird als barrierefreier Boulevard mit schmaler Einrichtungs-Fahrbahn und breiten Gehwegen geplant. Die komplette Schließung der Straße ist nach der Verkehrsuntersuchung derzeit nicht möglich, doch auch die Einbahnstraßenlösung mit Tempo 30 ruft bei einigen im Publikum Widerspruch hervor. Geplant ist im Sockelgeschoss aber auch eine große Quartiersgarage mit rund 330 Stellplätzen inklusive Sharing-Angeboten, die sicher auch die Haushalte in den 400 zusätzlichen Wohnungen schätzen werden.

Modell von Neu-Hohenschoenhausen mit neuem Zentrum

Modell von Neu-Hohenschönhausen mit neuem Zentrum

Ein guter Plan – doch wie geht es weiter? Es bleibt noch viel zu tun, bis sich die Kräne drehen – das erläuterte Ruth Pützschel vom Bereich Stadtplanung des Bezirksamtes Lichtenberg. Nach Wettbewerb und Masterplan folgt der Bebauungsplan, um das erforderliche Baurecht zu schaffen. Erste Beteiligungsrunden soll es dazu schon im ersten Halbjahr 2025 geben. Nach diversen Gutachten und der umfassenden Beteiligung der Öffentlichkeit und der Institutionen beschließt das Bezirksparlament den B-Plan. Parallel spricht das Amt mit den Interessenten für die Bebauung – zum Glück sind die Grundstücke in öffentlicher Hand. Vor allem die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften sollen bauen. Für das KuBiZ gibt es aktuell keine Finanzierung, doch: „Wir halten an der Planung fest“, so Ruth Pützschel.

Die u.a. für Stadtentwicklung verantwortliche Bezirksstadträtin Camilla Schuler bedankte sich für die bisherige Beteiligung und lud dazu ein, den weiteren Planungsprozess offen und aktiv zu begleiten. Mitten im Plattenbaugebiet könnte schon bald ein nachhaltiges und attraktives Zentrum mit bezahlbaren Mieten entstehen. Die nötige Energie und Geduld haben der Bezirk und wichtige Akteure in den letzten Jahren aufgebracht und diesen Weg will man konsequent weitergehen.

Abbildungen aus dem Masterplan

  • Schnittzeichnungen aus dem Masterplan für das neue urbane Zentrum Neu-Hohenschönhausen

    Schnittzeichnungen in N-S- und O-W-Richtung

  • Modellhafte Nutzungsverteilung auf geplante Baukörper im Masterplan für das neue urbane Zentrum Neu-Hohenschönhausen

    Modellhafte Nutzungsverteilung auf die geplanten Baukörper

  • Mögliche Grundrisse und Baufelder

    Mögliche Grundrisse und Baufelder