Von der „Klinke“ in die „Kiste“ und bald wieder zurück: Grundsteinlegung für die Erweiterung des Jugendkulturhauses

Jugendclub Klinke - Grundsteinlegung

Jugendliche versenken eine Zeitkapsel mit Dokumenten von heute und Fragen an die Zukunft

Die Jugendlichen, die am 21. April 2026 die Kapsel mit ihren Botschaften an die Zukunft im Grundstein für den Erweiterungsbau ihres Jugendkulturzentrums „Die Klinke“ einmauern, können mit dem Begriff „SERO“ wohl kaum etwas anfangen. Doch das ist der Ursprung des ungewöhnlichen Gebäudes im Süden von Marzahn. Der Club wurde 1996 in einer ehemaligen DDR-Wertstoffannahmestelle gegründet. Heute gilt er als wichtiger Ort für junge Bands und ein breites Publikum. Eine Sanierung war jedoch dringend notwendig. Deshalb sind sie vor einigen Wochen vorübergehend mit ihrem Equipment in das ehemalige Kino „Kiste“ umgezogen.

Burkhard Zimmermann vom Vorstand des seit 2014 hier verantwortlichen Trägers Kinderring e.V. wollte es erst glauben, als der Verein die Aufforderung zum vorübergehenden Auszug der Jugendfreizeiteinrichtung erhielt und ist vor allem dankbar: Die Sanierung und Erweiterung der „Klinke“ um 83 auf 199 Plätze wird mit knapp 5 Mio. Euro aus dem Bund-Länder-Programm Nachhaltige Erneuerung finanziert und ist mittlerweile in vollem Gange. Am 21. April trafen sich Nutzerinnen und Nutzer und die Mitarbeitenden des Trägers mit vielen für das Gelingen des Projekts Verantwortlichen, darunter Stephan Machulik, Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz, die Marzahn-Hellersdorfer Bezirksstadträte für Jugend, Gordon Lemm, und Facility Management, Stefan Bley, sowie der Architekt Joachim Harms.

Jugendclub Klinke - Grundsteinlegung

Staatssekretär Stephan Machulik, Bezirksstadtrat Gordon Lemm, Klinke-Leiterin Julia Dietz, Architekt Joachim Harms, Jugendamtsleiter Heiko Tille, Herr Ott (Bauleiter) von Ahle&Fischer, Bezirksstadtrat Stefan Bley und der Vorstand des Trägers Kinderring e.V. Burkhard Zimmermann (v. links)

In gut einem Jahr sollen Sanierung, Modernisierung und Erweiterung des Gebäudes abgeschlossen sein. Architekt Harms hat für die Erweiterung einen aufgeständerten Querriegel entworfen, der, abgesehen von der Decke, komplett aus Holz besteht. Im Erdgeschoss entstehen neben Lagerräumen ein großer Veranstaltungssaal mit Bühne und Backstagebereich, ein Tonstudio und Probenräume. Eine neue Bar und Küche lassen sich flexibel nutzen. Das zusätzliche Obergeschoss bietet Platz für Seminare, ein Atelier und moderne Sanitärräume. Ganz oben sorgt ein Gründach für CO2-Einsparungen und ein besseres Mikroklima. Durch breitere Türen und einen Aufzug wird das Gebäude nach der Fertigstellung erstmals barrierefrei sein.

Jugendliche erlebe er bei seinen Projektbesuchen als hochengagiert, so Stephan Machulik auf der Baustelle in Marzahn Süd. Die jungen Fans der „Klinke“ haben die Renovierung ihres Ausweichquartiers im ehemaligen Kino „Kiste“ komplett selbst übernommen und wollen auch an der Gestaltung der neuen Außenanlagen hier an der Bruno-Baum-Straße mitarbeiten, die sich an den Hochbau anschließen werden. Staatssekretär Machulik lobt auch die gute Zusammenarbeit mit dem Bezirk. Die ist angesichts der komplexen technische Sanierung von Elektrik, Heizung, Brandschutz- und akustischen Anlagen auch notwendig.

Bezirksstadtrat Gordon Lemm kannte „Die Klinke“ schon als Jugendlicher. „Sie war immer ein besonderer Ort für musikinteressierte Kids und wird es nun auch zukünftig sein können. Ich bin der Senatsverwaltung sehr dankbar, dass sie so viel Geld für diesen wichtigen Jugendstandort investiert.“

  • Ansicht Süd der geplanten Erweiterung des Jugendclubs "Die Klinke"
  • Jugendclub Klinke - Grundsteinlegung

    Die zum Jugendclub umgewandelte SERO-Annahmestelle wird seit dem Herbst letzten Jahres entkernt und saniert. Inzwischen geht die Kulturarbeit im ehemaligen Kino "Kiste" weiter