Ideen für neue Spiel- und Sportfläche in Prenzlauer Berg Ost

Lage der Spiel-, Sport- und Freizeitfläche auf der Werneuchener Wiese

Lage der Spiel-, Sport- und Freizeitfläche neben der Schuldrehscheibe auf der Werneuchener Wiese

Die heutige Werneuchener Wiese nordwestlich des Volksparks Friedrichshain hat eine bewegte Geschichte: Das gründerzeitliche Wohngebiet sprengten die Nazis kurz vor Kriegsende – es war der Flak auf dem Friedrichshainer Bunkerberg im Weg. Später entstanden hier unterirdische Schießübungstunnel. Nach der Wende wurde auf der Fläche Beachvolleyball gespielt und in einem temporären Supermarkt eingekauft. Nun dominiert die sogenannte Schuldrehscheibe als Ausweich-Standort für in der Sanierung befindliche Schulen den Ort, derzeit als Filiale des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums. An der Danziger Straße ist langfristig eine Feuerwache geplant, am anderen Ende, an der Virchowstraße, blüht seit 2023 ein hoch gelobter Garten zu Ehren der Schöpfer des Volksparks Friedrichshain, Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer.

Neben der Sporthalle lagert Baumaterial für den neuen Geh- und Radweg an der Kniprodestraße. Genau dort ist noch Platz für eine Spiel-, Sport- und Freizeitfläche – ein langgehegter Wunsch der engagierten Bewohnerinnen und Bewohner des benachbarten Bötzowviertels. Rund 50 Menschen, darunter auch ein paar Kinder, fanden sich am 10. März 2025 im Schulclub des Gymnasiums ein, um über die zukünftige Gestaltung dieser Fläche zu diskutieren. Nach der Tiefenenttrümmerung im nächsten Jahr soll die Fläche mit Mitteln aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung 2027 fertiggestellt werden.

Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki eröffnet die Beteiligung zur Werneuchener Wiese am 10. März

Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki eröffnet die Beteiligung zur Werneuchener Wiese am 10. März

Manuela Anders-Granitzki, Pankower Bezirksstadträtin für Ordnung und öffentlichen Raum, und Sebastian Holtkamp von der Planergemeinschaft eG als Beauftragter für das Fördergebiet Prenzlauer Berg begrüßten die Gäste und erläutern einige Rahmenbedingungen der Beteiligung: Wegen des eklatanten Mangels an Spielflächen für ältere Kinder und Jugendliche von 12 bis 18 Jahren soll der neue Freiraum 3.000 Quadratmeter Spiel- und Sportflächen bieten, die restlichen ca. 2.200 Quadratmeter sind für weitere Grün- und Freiflächen vorgesehen.

Joost van Well vom Fachbereich Stadterneuerung bedankte sich für das langjährige, große Engagement der Menschen aus der Nachbarschaft, besonders des Kiezvereins mit seiner Gärtner-Initiative, der den Lenné-Meyer-Garten am südlichen Rand der Werneuchener Wiese angeregt und mitgeplant hatte. Einige der engagiertesten Mitglieder des Vereins sind auch an diesem Tag dabei. Auch Landschaftsarchitektin Brigitte Gehrke vom beauftragten Büro Belvedere freut sich auf die erneute Zusammenarbeit mit den engagierten Nachbarinnen und Nachbarn – sie hatte zusammen mit den Aktiven den Lenné-Meyer-Garten geplant.

Carsten Meyer ist einer der Aktiven aus dem Kiezverein, die die Entwicklung der Werneuchener Wiese vorantreiben

Carsten Meyer ist einer der Aktiven aus dem Kiezverein, die die Entwicklung der Werneuchener Wiese vorantreiben

Der Garten gedeiht auch unter den Bedingungen des Klimawandels dank der intelligenten Pflanzen- und Materialauswahl. So soll es auch auf der neuen Fläche sein: Vorgegeben ist eine nachhaltige und klimaangepasste Planung. Um die Schule wurden bereits zahlreiche Bäume gepflanzt, doch bis sie ausgewachsen sind, kommt dem Hitzeschutz und der trockenheitsresistenten Bepflanzung besonderes Gewicht zu. Pflegeleicht und robust sollen die neuen Spiel- und Sportgeräte, Wege und Pflanzungen sein, auch das ein Gebot der Nachhaltigkeit. Ansonsten ist der Lageplan noch ganz leer, dafür gibt es Klebezettel mit Symbolbildern und Texten, wie „großer Baum“ und „Spielgerät…“, die den jungen und älteren Gästen die Arbeit an den beiden Thementischen „Grünfläche/Stadtnatur“ und „Ausstattung“ erleichtern sollen.

Sebastian Holtkamp von der Planergemeinschaft eG erläutert als Gebietsbeauftragter vor rund 50 Interessierten das Verfahren zur Gestaltung der Spiel- und Sportfläche auf der Werneuchener Wiese

Sebastian Holtkamp von der Planergemeinschaft eG erläutert als Gebietsbeauftragter vor rund 50 Interessierten das Verfahren zur Gestaltung der Spiel- und Sportfläche auf der Werneuchener Wiese

In einer ersten Diskussion im Plenum wird deutlich, dass Spiel und Sport den Schwerpunkt der Planung bilden sollen. Gleichzeitig geht es darum, einen attraktiven Treffpunkt für alle Generationen mit vielfältigen Angeboten und schattigen Sitzplätzen zu schaffen, der eine gute Ergänzung zum Volkspark Friedrichshain bildet. Wie schon zuvor gibt es für diese Aussage viel Applaus. Die nächste dreiviertel Stunde dient der Detailplanung in den zwei Themengruppen.

Brigitte Gehrke und Sebastian Holtkamp fassen anschließend die gesammelten Ideen und Wünsche zusammen, die in knapp vier Wochen auch in einer Dokumentation unter mein.Berlin.de nachzulesen sein werden. Dazu gehören eine Blühwiese, eine Multifunktionsfläche, attraktive Staudenpflanzungen, eine Parkour-Anlage, Tischtennisplatten, ein Trinkbrunnen, Pickleball, Beleuchtung und sehr vieles mehr. Man müsste die Fläche stapeln, wollte man alles unterbringen. Wichtig wird nun die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler am 18. März sein. Danach beginnt für das Team von Belvedere Landschaftsarchitektur die kreative Aufgabe, so viel wie möglich auf der Werneuchener Wiese unterzubringen. Die mit dem Straßen- und Grünflächenamt abgestimmte Vorplanung wird am 20. Mai in der Schulfiliale zur Diskussion gestellt. Großes Interesse ist der Veranstaltung jetzt schon sicher.

  • Spielflaeche Werneuchener Wiese

    Die zukünftige Freizeitfläche ist zurzeit Baustelleneinrichtung für die Geh- und Radwege der Kniprode- und Margarete-Sommer-Straße

  • Beteiligung Werneuchener Wiese

    Ideen werden direkt auf dem Plan verortet

  • Beteiligung Werneuchener Wiese. Landschaftsarchitektin Brigitte Gehrke erläutert die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Grünfläche/Stadtnatur

    Landschaftsarchitektin Brigitte Gehrke erläutert die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Grünfläche/Stadtnatur