Komplizierte Grundstücke? Kriegen wir hin!

Richtfest SBO-Fredersdorfer-Strasse-Sporthalle

Bausenator Christian Gaebler, Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann, Bildungsstadtrat Andy Hemke (beide Friedrichshain-Kreuzberg) sowie Norbert Illiges (BSO) beim Richtfest für die Sechsfeldsporthalle (v.l.n.r)

In Friedrichshain-West entsteht eine Doppelsporthalle mit sechs Hallenteilen für mehrere Schulen – eingebettet in eine Spiel- und Erholungsfläche

In der Fredersdorfer Straße unweit vom Ostbahnhof wurde im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive (BSO) in nur elf Monaten der Rohbau einer Sechsfeldsporthalle errichtet. Aus diesem Anlass kamen am 16. April 2026 Norbert Illiges (Taskforce Schulbau Berlin) sowie der Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Christian Gaebler, persönlich zum Richtfest. Auch die Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann und der zuständige Bezirksstadtrat Andy Hemke bedankten sich bei den Baufirmen für deren gute Arbeit. Im Gegenzug widmete der junge Polier vom Gerüst aus seinen Richtspruch dem Bauherren und künftigen Nutzern. Das Glas zerschellte nach alter Sitte auf dem Boden. Dann folgte die übliche Zeremonie mit dem Heben des Richtkranzes für die Presse und die eigene Chronik, die um eine weitere Episode ergänzt werden konnte.

Eine Sporthalle im Rohbau

Blick in die untere der beiden Sporthallen.

Die Nachricht zum Richtfest ist schnell wieder aus den Schlagzeilen der Hauptstadtpresse verschwunden. Sollte uns dies stutzig machen? Wohl kaum, bedenkt man Berlins beispielloses Bautempo mit seinen 41 neu gebauten Schulen, 119 Modularen Ergänzungsbauten und 76 Sporthallen innerhalb von zehn Jahren. Da folgen Grundsteinlegungen, Richtfeste und Eröffnungen von schulischen Einrichtungen quasi im Monatstakt.

Die Baumaßnahme an der Fredersdorfer Straße wurde 2021 in einer Machbarkeitsstudie – gefördert im Städtebauförderprogramm Stadtumbau (heute: Nachhaltige Erneuerung) – vorbereitet. Diese zeigte in Varianten auf, wie auf dem Grundstück ein Gebäude mit insgesamt drei Sporthallen und ungedeckten Sportflächen errichtet werden könnte.
Unabhängig davon entwickelte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen im Zusammenhang mit der standortübergreifenden Planung neue modulare Compartmentschulen mit einer ergänzenden Typensporthalle für Berlin. Im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive fiel die Entscheidung, eine solche Doppelsporthalle auch in der Fredersdorfer Straße umzusetzen. Im Ergebnis werden dort bald 192 Schülerinnen und Schüler von mehreren Schulen im Umfeld gleichzeitig Sport treiben können.

Verflechtungsraum

Die Grünfläche zwischen Sporthalle (r.) und den WBS-70-Bauten soll aufgewertet werden.

Bis 2004 stand auf dem Grundstück ein DDR-Schultypenbau, den man wegen der damals sinkenden Schülerzahlen abriss. Die kleine Tonnensporthalle hingegen blieb bis vor zwei Jahren für den Schul- und Vereinssport erhalten. Anstelle des Schulgebäudes entstand 2007 aus Mitteln des Stadtumbauprogramms ein Sportplatz, der zu einem beliebten Treff für Kinder und Jugendliche avancierte. Doch inzwischen steigen die Schülerzahlen wieder und mit ihnen der Bedarf an ungedeckten und gedeckten Sportflächen.

Mittlerweile ist man einer guten Lösung näher. Nach einem Flächentausch und durch die pragmatische Mitwirkung aller Beteiligten steht nun der Rohbau für die zweigeschossige Sporthalle. Der zukünftige Sportkomplex – einschließlich seiner Außenanlagen für Ballsport und Leichtathletik – wird zudem auch für den Vereinssport nutzbar sein.

Skizze des untersuchten Areals

Darstellung der stadträumlichen Lage des Sportkomplexes mit seinem zu entwickelnden Verflechtungsraum.

Über Mittel aus dem Förderprogramm Nachhaltige Erneuerung kann zusätzlich der angrenzende „Verflechtungsbereich“ neugestaltet werden. Dieses ca. 3900 Quadratmeter große Areal ist nicht ideal geschnitten, sondern legt sich wie eine „Klammer“ um die Sporthalle herum. Hier sollen robuste Sport- und Spielgeräte aufgestellt und zudem attraktive Aufenthaltsflächen für die vielen Familien geschaffen werden, die in den beiden benachbarten ca. 400 Meter langen elfgeschossigen Zeilenbauten der Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain eG wohnen. Die Aufwertung der „Klammer“ soll auch das Fehlen von privaten Spiel- und Grünflächen ausgleichen.

Wie dieses zu entwickelnde Grundstück mit der beliebten Weberwiese und dem Franz-Mehring-Platz – beide in Sichtweite – verknüpft werden kann, wird spannend. Aber auch diese Herausforderung wird angegangen, denn Erholungsflächen sind hier besonders wichtig. Schließlich wird rundherum weiter versiegelt und neu gebaut. Kaum ein innerstädtisches Gebiet hat sich in den letzten zehn Jahren mehr verändert, wie jenes um den Ostbahnhof.