Nützliches Gefälle: Das Außengelände der Märkischen Grundschule wird neu gestaltet und von der Kanalisation abgekoppelt

Thomas Eberhard stellt den Entwurf für die Neugestaltung der Freiflächen der Märkischen Grundschule vor Vertretern der Schulgemeinschaft vor

Landschaftsarchitekt Thomas Reif stellt den Entwurf für die Neugestaltung der Freiflächen der Märkischen Grundschule vor Vertretern der Schulgemeinschaft vor

Im Märkischen Viertel werden mit Mitteln aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung ab 2026 zwei Schulhöfe neu gestaltet. Sowohl beim Thomas-Mann-Gymnasium als auch bei der Märkischen Grundschule am Dannenwalder Weg wurde die neue Gestaltung in intensiver Zusammenarbeit mit der jeweiligen Schulgemeinschaft entwickelt. Am 24. März 2026 stellte Landschaftsarchitekt Thomas Reif vom Büro Reif+Eberhard den Entwurf für Schulhof, Bolzplatz, Spielflächen und Innenhöfe der Märkischen Grundschule vor. Zu der Präsentation gekommen waren ca. 20 Vertreterinnen und Vertretern der Schule und des Bezirksamtes Reinickendorf sowie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Darunter waren neben Konrektorin Ivonne von Starck Lehrerinnen und Erzieher, Vertreterinnen der Elternschaft und auch der wichtigsten Zielgruppe: der Schülerinnen und Schüler.

Märkische Grundschule und Hochhäuser im Märkischen Viertel

Auf den Schulfreiflächen gibt es momentan für die rund 500 Kinder zu wenig Angebote

Seit Sommer 2025 hatten viele von ihnen gemeinsam an dem Entwurf gearbeitet und zeigten sich nun zufrieden mit dem Ergebnis. Voraussichtlich im Herbst 2026 soll mit dem Bau begonnen werden, zum Schuljahresbeginn im Herbst 2027 ist die Fertigstellung geplant. Mit Bauarbeiten, die das Schulleben beeinflussen, ist man an der Europa-Schule für Französisch mit aktuell ca. 500 Kindern seit mehr als zehn Jahren vertraut. Unter anderem wurde 2020 ein Erweiterungsbau für das Schulgebäude eingeweiht, anschließend wurde eine neue Sporthalle gebaut. Dadurch wurde das Außengelände immer kleiner und benötigt nun dringend eine Überarbeitung: momentan sehen einige Bereiche nach Sandwüste aus. Bei Nässe staut sich dagegen das Wasser schnell auf dem gepflasterten Hof. Das große Spielgerät musste schon abgebaut werden.

Skizze/Schnittansicht der Freiflächengestaltung Märkische Grundschule mit Kletterfelsen und Versickerungsbereich

Schnittansicht der Freiflächengestaltung Märkische Grundschule (Ausschnitt)

Das Erstaunliche: trotz des durch die Erweiterungen eingeschränkten Platzes wird nun ein breiteres Spielangebot als je zuvor entstehen. Man habe erst einmal „Wünsch Dir was“ gespielt, so Konrektorin Ivonne von Starck. Das Landschaftsarchitekturbüro habe es in Zusammenarbeit mit dem bezirklichen Straßen- und Grünflächenamt und dem Stadtentwicklungsamt dann geschafft, praktisch alle Wünsche im Entwurf unterzubringen. Einer der wichtigsten Punkte: Der sandige Bolzplatz wird befestigt, erhält Ballfangzäune an den Schmalseiten sowie Sitzmauern und Gehölzpflanzungen an den Längsseiten. Daneben entsteht ein drei Meter hoher Kletterfelsen mit Sitzstufen und einer kleinen Bühne auf der Rückseite. Verwendet wird dafür größtenteils Recycling-Beton. Auch das Klinkerpflaster vom Haupthof soll für einen befestigten Weg wiederverwendet werden. Das Pflaster muss komplett aufgenommen werden, um ein Gefälle in Richtung der Freiflächen herzustellen. Denn ein großer ökologische Mehrwert wird in der Abkopplung des Hofs von der Kanalisation bestehen. Pfützen auf dem Hof sollen dann der Vergangenheit angehören.

Freiflächen der Märkischen Grundschule im Märkischen Viertel

Die Sechseckschaukel bleibt erhalten. Der Sand soll in einigen Bereichen durch eine robuste Rasen-Kräutermischung ersetzt werden

Trampoline und ein großes Kletterspielgerät mit Rutsche sind natürlich auch geplant. Die vorhandene Sechseck-Schaukel und der Wasserspielplatz bleiben erhalten, die Tischtennisplatten werden versetzt. Die Spielhütten werden durch sechs neue Hütten ersetzt, die zum Teil auch barrierefrei erreichbar sein werden, wie auch andere Bereiche der Spielfläche. Der vielfältige Gehölzbestand bleibt größtenteils erhalten, geplant sind 45 neue Bäume und in einigen Bereichen eine Ansaat von Rasen gemischt mit Vogelknöterich und Weißklee. Denn den Füßen von 500 Kindern hält ein konventioneller Spielrasen nicht lange stand.

Die Konrektorin freut sich besonders, dass auch die heute größtenteils ungenutzten Innenhöfe in die Neugestaltung einbezogen werden. Sie werden mit Sitzgelegenheiten ausgestattet und mit Bäumen bepflanzt, wo diese fehlen. Am Schulrestaurant entsteht eine kleine Café-Terrasse. Auf dem Haupthof wird neben Pflanzflächen und Bodenspielen auch ein mobiles Klassenzimmer entstehen. Doch bevor es aufgebaut wird, muss dort vieles aufgerissen werden. Landschaftsarchitekt Reif macht den Betroffenen Mut, denn so eine Baustelle ist ja für Kinder eine spannende Sache. Wenn im nächsten Jahr dann die neuen Spielgeräte geliefert werden, können sich alle besonders auf das neue Schuljahr freuen.