Strategien und Aktionen, die gut ankommen - Geschäftsstraßenmanagement in Haselhorst und Siemensstadt

Gebastelter Weihnachtsschmuck im spiegelnden Schaufenster mit Geschäftshaus

Weihnachtsaktion des Geschäftsstraßenmanagements - Kinder schmücken jedes Jahr Schaufenster in Siemensstadt

Weihnachtlich geschmückte Schaufenster scheinen auf den ersten Blick nichts mit Städtebauförderung zu tun zu haben. Doch die schon dreijährige Tradition in Siemensstadt wurde ganz bewusst vom Geschäftsstraßenmanagement (GSM) Haselhorst-Siemensstadt initiiert, das seit 2023 aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung gefördert wird.

Kinder basteln Schneesterne und Schaufenster-Schmuck und erhalten dafür ein kleines Geschenk von den beteiligten Geschäften. Geschäftsstraßenmanagerin Julia Rocho vom Büro LOKATION:S – Gesellschaft für Standortentwicklung mbH – freut sich über die rege Teilnahme, denn für die Familien ist es eine gute Gelegenheit, das Angebot in den Läden kennenzulernen und vielleicht auch etwas zu kaufen. Win-Win – ein Gewinn für alle, so funktioniert das GSM, das ins Leben gerufen wurde, um die beiden Quartiere in der Nähe großer Neubauvorhaben wie Siemensstadt Square, Gartenfeld und Waterkant zu stärken.

Die Stadtteilbibliothek am Tag der "Langen Tafel" in Haselhorst

Die Stadtteilbibliothek am Tag der "Langen Tafel" in Haselhorst

Die Managerinnen Julia Rocho und Annika Bange haben Erfahrung mit ähnlichen Projekten. Anfangs war der Aufbau auch hier an der Nonnendammallee, am Rohrdamm und der Gartenfelder Straße recht mühsam. Doch das engagierte „Klinkenputzen“, die vielen Gespräche mit den Gewerbetreibenden und Hartnäckigkeit beim Durchsetzen kreativer Ideen zahlen sich mittlerweile aus. Julia Rocho sagt: „Inzwischen läuft es richtig gut. Das GSM hat sich in den letzten zwei Jahren etabliert. Viele kennen und vertrauen uns, denn wir konnten mit unseren Partnerinnen und Partnern schon eine ganze Menge bewegen. Die Erfolge bestärken uns und machen Lust auf neue Projekte.“

Wichtig dabei auch: „Ohne die Vereine und Initiativen vor Ort, wie das Stadtteilzentrum Siemensstadt, das Familienzentrum Rohrdamm, den Gemeinwesenverein Haselhorst oder die dortige Stadtteilbibliothek, wäre das allerdings nicht denkbar.“ Das GSM hält engen Kontakt mit den Multiplikatoren und ist immer dabei, wenn wichtige Entwicklungen im Fördergebiet diskutiert werden.

So kennt man das GSM in Haselhorst und Siemensstadt nicht nur aus persönlichen Gesprächen in den Geschäften, sondern auch von den Stadtteilkonferenzen und den Beteiligungsveranstaltungen im Quartier, z. B. zur vorbereitenden Verkehrsraumuntersuchung. Der Zustand des öffentlichen Raums und die starke Verkehrsbelastung sind wichtige Themen für die Gewerbetreibenden, das GSM-Team bringt deren Sichtweise und Interessen in die Beteiligungsprozesse mit ein. Aber es geht auch um ganz praktische Maßnahmen.

Temporärer Waffelstand im Haselhorster Zentrum

Kam gut an: Waffelstand im Haselhorster Zentrum

Zum Beispiel beim Thema Leerstand: Am Jugendplatz, wo in diesem Jahr Bauarbeiten im Straßenraum stattfanden, nutzte das GSM den leerstehenden Kiosk während des Stadtteilfestes im Juni als Infopunkt. Ab Januar 2026 können sich Geschäfte, Initiativen oder Kreative aus dem Gebiet mit ihren Nutzungsideen für den Kiosk melden. Interessenten gibt es schon, auch in Haselhorst, wo noch ein geeigneter Raum gesucht wird.

Zur Belebung des öffentlichen Raums organisierte das GSM dort auf dem kleinen Platz an der Ecke Haselhorster Damm / Gartenfelder Straße im Winter 2025 einen Waffelstand und im Sommer eine kleine Konzertreihe. Gemeinsam mit Initiativen, Wohnungsunternehmen sowie weiteren Eigentümerinnen und Eigentümern sucht das Team außerdem nach mehreren Säuberungs-Aktionen vor Ort nun nach strategischen Möglichkeiten, die Müllproblematik positiv zu beeinflussen.

Stadtteilfest Siemensstadt 2025

Stadtteilfest in Siemensstadt am 21. Juni 2025

Im kommenden Jahr hat sich das GSM außerdem vorgenommen, gemeinsam mit lokalen Partnern im Zentrum Haselhorst für neue Sitzmöbel und für mehr Grün zu sorgen. Sehr am Herzen liegt allen auch die attraktivere Gestaltung der Erdgeschosszonen. Dies alles passt gut zur laufenden städtebaulichen Machbarkeitsstudie zum öffentlichen Raum im Nahversorgungszentrum Haselhorst, ebenfalls gefördert aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung. In der Siemensstadt werden 2026 neben der Bespielung des Kiosks am Jugendplatz die saisonalen Aktionen weitergeführt.

Eine weitere Möglichkeit, die beiden Kieze zu verschönern, bietet der Gebietsfonds, um den sich das GSM ebenfalls kümmert. Die Hälfte der Projektkosten wird nach einer Jury-Auswahl aus dem Fonds gezahlt. Gefördert wurden bisher Markisen mit dem jeweiligen Ortsteil-Logo, Außenbestuhlung für Lokale, ein kooperatives Buch-Projekt der Schreibwerkstatt Siemensstadt mit anschließender Lesereihe und das Stadtteilfest Siemensstadt.

Gewerbekarte Haselhorst

Die Gewerbekarte Haselhorst

Dieses Stadtteilfest wie auch die Lange Tafel Haselhorst haben sich ebenfalls schon als Tradition etabliert. Die gemeinschaftlich vorbereiteten Events kommen in den beiden Ortsteilen gut an und stärken den Zusammenhalt: Vereine, Geschäfte und Lokale präsentieren und vernetzen sich untereinander. Denn dies ist ein weiteres wichtiges Thema des GSM: früher oder später soll das Projekt verstetigt werden. Dazu etablierte das GSM außerdem die Zentrentreffs, die meist zwei- bis dreimal im Jahr anlassbezogen stattfinden. Man trifft sich bei den Gewerbetreibenden vor Ort, wie in einer Brauerei oder einem neuen Kinder-Café, die so Gelegenheit haben, sich vorzustellen.

Dem Marketing des GSM und der Gewerbetreibenden dienen auch die neue Website www.haselhorst-siemensstadt.de sowie der Zentrumsnewsletter Siemensstadt, in dem u. a. Vereine, Dienstleister, Geschäfte und Gastrobetriebe vorgestellt werden. Für Haselhorst entwickelte das GSM eine Gewerbekarte mit aktuell 72 Einträgen von Dienstleistungen über Einzelhandel und Gastronomie bis hin zu sozialen Einrichtungen. So gewinnt man in den beiden etablierten Zentren einen guten Überblick über die Vielfalt der Anbieter, die in dem dynamisch wachsenden Umfeld aus neuen Wohn- und Arbeitsorten mit Hilfe der Förderung stärker zusammenwachsen.