Ein kleiner Vorplatz für den Bahnhof Südkreuz – ein wichtiger Schritt für klimafreundliche Mobilität und die Schwammstadt

Eröffnung des neu gestalteten Vorplatz Nord am Bahnhof Südkreuz - Tobias Dollase

Bezirksstadtrat Dollase, Bahnmanagerin Jung, Bezirksstadträtin Ellenbeck und Staatssekretär Machulik (von links)

Im Norden des Bahnhofs Südkreuz war bisher nur ein Notausgang. Doch genau hier beginnt der viel genutzte Nord-Süd-Grünzug – ein wichtiger Fuß- und Radweg entlang der Bahn bis zum Potsdamer Platz. Deshalb ließen die Infrastrukturgesellschaft der Bahn – DB InfraGO AG – und der Bezirk Tempelhof-Schöneberg den dortigen Vorplatz 2025 als erstes Projekt ihrer Kooperationsvereinbarung von 2023 barrierefrei und nachhaltig gestalten. Die Mittel von knapp einer Million Euro kamen hälftig von der Bahn und aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung.

Trotz des Novemberwetters trafen sich am 20. November 2025 Stephan Machulik, Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Monika Jung, Leiterin Bahnhofsmanagement Berlin bei der DB InfraGO AG, Bezirksstadtrat Tobias Dollase in Vertretung für die Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Eva Majewski Sparacino, sowie Dr. Saskia Ellenbeck, Bezirksstadträtin für Ordnung, Straßen, Grünflächen, Umwelt und Naturschutz, zu einer symbolischen Eröffnung.

Neue Bike and Ride Station und Hochbeete am Zugang Nord des bahnhfos Südkreuz

Sichere Radabstellanlagen, helles Pflaster statt Asphalt - der neue Vorplatz bietet einen großen Mehrwert für Mensch und Klima

Saskia Ellenbeck berichtete, wie froh sie gewesen sei, hier kürzlich nach einer BVV-Sitzung über Nacht sicher ihr Rad abstellen zu können. Die 72 neuen und auch die bereits vorhandenen Fahrradstellplätze sind nachts gut beleuchtet und auch an diesem Morgen praktisch voll besetzt. Sogar eine Rad-Reparaturstation mit Luftpumpe gibt es.

Auf den ersten Blick ist hier dennoch lediglich ein funktionaler Platz mit zusätzlichen Sitzgelegenheiten entstanden. Das Projekt war aber auch ein Test, ob in einem so komplexen Umfeld mit unzähligen Leitungen und Schächten im Boden und den vielfältigen Nutzungsanforderungen eines Bahnhofs, wie Feuerwehrzufahrt, Stellplätzen für die Bundespolizei und Müllentsorgung, eine versickerungsfähige Anlage nach dem Prinzip der Schwammstadt überhaupt möglich ist. Die Auftraggeber sind froh über den Erfolg, der dem Fachplanungsbüro BahnStadt und der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verdanken ist: Unter dem neuen, hellen Pflaster wurde eine Linienentwässerung mit Rigolen integriert, die die Einleitung in die Kanalisation stark reduziert. Davon profitieren im Sommer das Mikroklima auf dem Platz, die kleine Grünfläche und der frisch gepflanzte Baum, den die vier Gäste aus Bezirks- und Landespolitik und dem Partnerunternehmen Bahn gemeinsam angießen. Auch sechs Pflanzkästen sowie ein Insektenhotel wurden integriert. Erst im Frühjahr wird der kleine Platz sein Grün entfalten, doch dann erinnert sich kaum jemand mehr daran, wie es hier vor der Umgestaltung aussah.