Marzahner Südspitze: Holz trifft Waschbeton

Richtfest am Kindergarten „Raupe Nimmersatt“

  • Richtkrone Raupe Nimmersatt

    Holz trifft Waschbeton. Richtkrone auf dem Holz-Anbau der Kita „Raupe Nimmersatt“

  • Beifall für die Richtkrone

    Beifall für den Richtspruch von Staatssekretär Stephan Machulik (l.), Bezirksstadtrat Gordon Lemm sowie Bezirksstadträtin Heike Wessoly (Mitte).

  • Aufenthaltsraum Raupe Nimmersatt

    Henning Woolf (l.) von der AWO pro:mensch zeigt den Gästen den neuen Team-Raum. Mit der Umgestaltung der Räume bekommen auch die Mitarbeitenden viel bessere Arbeitsbedingungen.

  • Sabine Antony und Dagmar Pohle

    Die ehemalige Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf, Dagmar Pohle (r.) gab die Initialzündung für das Projekt: Hier mit Sabine Antony vom Stadtentwicklungsamt.

  • Schall-Isolierung in der Kita

    Sven Hanczuch (M.) – zuständig für die Steuerung des Förderprogramms Nachhaltige Erneuerung im Bezirk – ist sichtlich zufrieden über den Fortgang der Arbeiten.

  • Außenwand und Holzanbau

    Max Kaminski möchte Teile des Wandbildes in den neuen Gemeinschaftsraum integrieren.

Visualisierung Kaminskii

Visualisierung des Anbaus: Oben ragt die alte Raupenskulptur aus dem Gebäude heraus und unten lädt der öffentliche Gemeinschaftsraum zum Nachbarschaftstreff

Der Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz, Stephan Machulik, hat Wort gehalten. Im Mai 2024 versprach er beim symbolischen Spatenstich für den Anbau der Kita Marchwitzastraße 47–49 wiederzukommen. Nun war das Heben der Richtkrone am 18. September ein würdiger Grund, sein Versprechen einzulösen. In seinem Grußwort hob der Staatssekretär noch einmal hervor, warum dieser Bau aus Sicht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ein Leuchtturmprojekt sei. Über 8 Mio. Euro fließen aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung in die Sanierung, Umgestaltung und Erweiterung der Kita „Raupe Nimmersatt“, die damit zu einem barrierefreien Ort für alle werden soll. Die beiden Bezirksstadträte von Marzahn-Hellersdorf – Heike Wessoly für Stadtentwicklung und Gordon Lemm für Jugend – sehen vor allem einen Gewinn für die Nachbarschaft. So gäbe es einerseits aus den neuen Hochhäusern nebenan genug Nachfragen nach Kitaplätzen. Andererseits könne der nun mitgeplante Gemeinschaftsraum im Anbau zu einem Ort der Begegnung werden, denn er soll zukünftig für Veranstaltungen der Nachbarschaft offen sein. Beide schieben noch die dringende Bitte hinterher, mit zusätzlichen Fördergeldern der Nachhaltigen Erneuerung auch den üppigen Garten der Kita barrierefrei umzugestalten. Die langjährige Bezirksbürgermeisterin und Anwohnerin Dagmar Pohle – heute mit ihrem Enkel zu Gast – nickt und hebt schmunzelnd den Daumen. Schließlich hatte sie das ganze Projekt während ihrer Amtszeit mit angeschoben.

Flur mit neuen Fenstern, Heizkörpern

Die künftige „Sprint-Strecke für Bobby-Cars"

Nach dem traditionellen Ritual mit Richtspruch und dem Zerschellen eines Glases laden der Architekt Max Kaminski und Henning Woolf von der AWO pro:mensch als Vertreter der Bauherrin zu einem Rundgang über die Baustelle. Etwa 25 Gäste folgen ihnen mit großer Neugierde in die ehemalige DDR-Kita. Auch die Stadträtin Heike Wessoly hat in einer solchen Einrichtung in Plattenbauweise ihre Kindergartenzeit verbracht. Der Architekt demonstriert am Beispiel des ersten Obergeschosses, wie stark der Grundriss verändert wurde. In einem Plattenbau dieses Typs ist vieles machbar, obwohl er bei drei ähnlichen Sanierungen immer wieder Überraschungen erlebt hat, die Zeit kosteten. Die „Raupe Nimmersatt“ sei aber etwas Besonderes, nicht nur, weil sie 1978 die erste ihrer Art im damaligen Stadtbezirk Marzahn war, sondern auch, weil das Erreichen der Barrierefreiheit eine so zentrale Aufgabenstellung sei. Deshalb habe er alle Gruppen- und Sanitärräume, das Treppenhaus und den Aufzug auf die Ostseite des Gebäudes verlegt. Auf der Westseite sind diese über einem gemeinsamen Gang erreichbar, den die Kinder als „Sprintstrecke für Bobby-Cars“ (O-Ton Gordon Lemm) nutzen könnten. Die so vereinfachte Raumstruktur sei für Personen mit Einschränkungen ein deutlicher Gewinn. Die Entscheidung für Umbau und Sanierung statt Abriss-Neubau war getragen vom Willen, die bereits im Gebäude vorhandenen Ressourcen (und die „graue Energie“) nachhaltig weiter zu verwenden und auch damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Stephan Machulik und Stephanie Marsch

Staatssekretär Stephan Machulik im Gespräch mit der Gebietsbeauftragten Stephanie Marsch. Er hält die „Raupe Nimmersatt“ für ein Leuchtturmprojekt für Berlin.

Was die Gäste mit Wohlwollen registrieren: Nach langer Vorlaufzeit ist die Sanierung in vollem Gang. Der Aufzug funktioniert bereits, Heizkörper und Sanitäranlagen sind eingebaut. Die neuen, großzügigen Holzfenster lassen mehr Licht als früher hinein und auch für die Schall-Isolierung wurden gute Lösungen gefunden. Viel Lob erntet Max Kaminski für den nun sehr großzügig wirkenden Teamraum, in den von drei Seiten Licht einfällt. Der Architekt leitet die Gruppe nun hinaus zum Holzanbau, dessen äußere Hülle binnen zwei Tagen errichtet wurde. Die eigentlich komplizierte Aufgabe sei der Innenausbau und das Herstellen der baulichen Verbindung zwischen der Holzkonstruktion und der bisherigen südlichen Außenwand aus Waschbeton. Teile des dort noch gut sichtbaren Wandbilds mit der nimmersatten Raupe aus dem gleichnamigen Kinderbuch sollen, wenn möglich, im Innenraum sichtbar bleiben. Eine Zukunft hat auch die alte Raupen-Spielskulptur aus Beton. Die liegt noch eingepackt im Garten und wird später wie eine Galionsfigur aus dem ersten Geschoss des Holzanbaus ragen. „Das wird sicher ein richtiger Hingucker. Wenn das fertig ist, komm‘ ich bestimmt wieder vorbei“, sagt Staatsseekretär Stephan Machulik. Die Gebietsbeauftragte Stephanie Marsch vom Büro Weeber + Partner und Sabine Antony vom Stadtentwicklungsamt Marzahn-Hellersdorf nicken. Sie wissen, dass diese Ankündigung bestimmt kein leeres Versprechen ist.