Südkreuz: Fahrradtour zum Zwanzigsten

Ulrich Schop und Katja Rudow

Ulrich Schop und Dr. Katja Rudow am Beginn der Radtour vor dem Bahnhof Südkreuz.

Eine Jubiläumsfahrt durch das Fördergebiet Schöneberg-Südkreuz

Fünf S-Bahnhöfe gehören zum Fördergebiet im Berliner Südwesten. Von jedem aus könnte man Erkundungen starten und ins Staunen darüber geraten, wie unterschiedlich die Hauptstadt sein kann und dies alle paar Meter.
Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und das Team von Jahn, Mack & Partner (JMP) in der Funktion als Gebietsbeauftragter, haben sich zum Jubiläum des Stadtumbau-Fördergebiets daher etwas Besonderes einfallen lassen: eine sechs Kilometer lange Entdeckungstour, die per Rad oder auch per Pedes zu bewältigen ist. Um für die neue Tour kräftig die Werbetrommel zu rühren, luden die Organisatoren zu einer Premierenfahrt am 12. September ein: Startpunkt Bahnhof Südkreuz.

Alfred-Lion-Steg

Der Alfred-Lion-Steg ist Teil des Ost-West-Grünzugs, der die Tempelhofer Gartenstadt mit der Schöneberger Insel verbindet.

Wegen der erfreulich hohen Zahl von Anmeldungen wurde der Pulk aufgeteilt. Während sich die Gruppe 1 am „Vorplatz Nord“ traf, fuhr der zweite Peloton unter Leitung von Nadine Fehlert und Karla Blauert (JMP) vom westlichen Vorplatz ab. Jede Person sollte ein Fahrrad und Kopfhörer mitbringen, die für das moderne Transponder-Receiver-System gebraucht wurden. Der Technik-Check lief bei allen störungsfrei und so konnten Dr. Katja Rudow vom Stadtentwicklungsamt und der Architekt Ulrich Schop mit der Einführung für die erste Gruppe beginnen. Dr. Rudow nannte die wichtigsten Fakten zum Fördergebiet, das als Stadtumbaugebiet West 2005 gestartet war und wo bis heute 46 Projekte dank der Fördermittel in Höhe von 33,5 Mio. EUR realisiert wurden. Ulrich Schop hatte bis vor zwei Jahren die meisten davon als Gebietsbeauftragter begleitet und konnte während der Radtour mit interessanten Details aufwarten.

Johannes Schule

Treffpunkt der beiden Rad-Gruppen an der Johannes-Schule. Hier wurde mit Fördermitteln eine Sporthalle gebaut. Der Spielplatz Gesslerstraße nebenan zählt auch zu den geförderten Projekten.

Doch bevor das Peloton zum Alfred-Lion-Steg (der ersten Station) losradelte, erhielten alle die eigens zur Tour erarbeitete Faltkarte. Darauf sind 13 Stationen eingezeichnet und beschrieben. Die abgedruckten Fotos zeigen bewusst den Zustand vor der jeweiligen Baumaßnahme. Wie es heute dort aussieht, zeigte dann das Team Rudow/Schop auf der Radstrecke – auch dies nicht ohne Absicht, dienten doch viele der umgesetzten Maßnahmen der Rad-Infrastruktur. Fast 8 Kilometer Radwege, etliche Querungen wie der Alfred-Lion-Steg oder die Verbindung zu den legendären Yorck-Brücken, wurden gebaut oder ergänzt. Für viele Vorhaben brauchte es einen langen Atem, denn das Fördergebiet ist von Gleisen, Hauptstraßen und Autobahnen geprägt. Mit deren unterschiedlichen Verkehrsträgern zu Lösungen zu kommen, erfordert beiderseits viel Verständnis. „Aber inzwischen haben wir viele Hindernisse aus dem Weg geräumt und können insbesondere um das Bahnkreuz Südkreuz auf deutliche Verbesserungen für die Reisenden verweisen“, betont Dr. Katja Rudow. Entlang der Tour ist ebenfalls zu besichtigen, wie wirkungsvoll die Investitionen in die grüne und in die Bildungs-Infrastruktur waren und dass auch private Investitionen in die Nachhaltige Erneuerung flossen, u.a. in die Teilgebiete „Schöneberger Linse“ und das „GASAG-Gelände“.

Bildungscampus Schöneberger Linse

Der Spielplatz an der Ella-Barowsky-Straße wurde 2024 fertigstellt und ist Teil des Bildungscampus Schöneberger Linse

Das Fördergebiet ist durch ein starkes bürgerschaftliches Engagement geprägt, insbesondere für die drei Geschichtsparcours: Yorckbrücken, General-Pape-Straße und INSEL-TOUR. Deren Beitrag zur Berliner Erinnerungskultur ist immens. Und so war die Aufführung des Hildegard-Knef-Films „Ich will alles“ beim abschließenden Get-Together nur folgerichtig. Nach der mutigen, klugen Schauspielerin, die im Kiez lebte, wurde der Vorplatz am Bahnhof Südkreuz benannt. Mittelfristig soll dieser in einen gut funktionierenden, übersichtlichen und attraktiven Bahnhofsplatz umgestaltet werden. Das Konzept dafür wird jeweils zur Hälfte aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung und aus Mitteln der Deutschen Bahn finanziert.

  • Get Together in Südkreuz

    Andreas Baldow, Leiter des Stadtentwicklungsamtes Tempelhof-Schöneberg, und Dr. Katja Rudow beim Get-Together im Lebensort Vielfalt.

  • Faltkarte mit Radtour zu Projekten des Stadtumbaus und der Nachhaltigen Erneuerung im Fördergebiet Schöneberg-Südkreuz

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