Eine kühle Brise in der Mittagshitze

Während manche auf den Sitzkanten Platz nehmen, klettern andere auf den Wasserstein und sind dankbar für die feinen Sprühnebel.

Während manche auf den Sitzkanten Platz nehmen, klettern andere auf den Wasserstein und sind dankbar für die feinen Sprühnebel.

Mittagspause – an einem warmen Wochentag mitten in der dicht bebauten Europacity. Aus den Bürogebäuden zwischen Hauptbahnhof und Nordhafenpark strömen die Beschäftigten zum Otto-Weidt-Platz. Manche haben ihre Lunchbox und den Kaffeebecher bereits in der Hand, andere peilen eines der Lokale rund um den Stadtplatz an. Doch bevor sie sich dort, auf der Ufertreppe oder an einer der Bauminseln niederlassen, machen viele ihren obligatorischen Stopp auf dem Wasserstein. Der ca. 16 mal 8 Meter große Granitblock hat die Form eines Handschmeichlers und animiert Kleine wie Große zum Klettern. Selbst die Bürohunde sind mit von der Partie, wenn abwechselnd aus den Düsen des grauen Natursteins feiner Nebel sprüht oder kleine Fontänen mit frischem Wasser aus dem Inneren nach oben schießen. Drumherum sind gerade an Hitzetagen die Sitzkanten aus weißem Granit, die die begrünten Bauminseln einfassen, mit fröhlich schwatzenden Touristen, Angestellten und Anwohnenden dicht besetzt.

Otto-Weidt-Platz mit Blick auf den Golda-Meir-Steg

Der Otto-Weidt-Platz öffnet sich zum Spandauer Schifffahrtskanal und ist inzwischen ein beliebter Treffpunkt in der Europacity.

Kein Wunder, bietet doch der Platz mit seiner amorphen Gestaltung einen erholsamen Kontrast zur dichten Blockrandbebauung des Quartiers. Und er stellt einen Bezug zum Ufer des Spandauer Schifffahrtskanals her. Früher, als hier noch Züge auf dem Lehrter Güterbahnhof rangiert wurden, bildete der Kanal die Staatsgrenze zwischen West- und Ostberlin. Ein sichtbares Zeugnis ist der ehemalige DDR-Grenzwachturm auf der anderen Uferseite, heute eine Gedenkstätte der Stiftung Berliner Mauer.

Seit 2021 lässt sich diese einst streng bewachte Wasserstraße mit wenigen Schritten überqueren, denn seitdem gibt es hier eine Fußgängerbrücke, benannt nach der ehemaligen israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir.
Die Finanzierung des Projekts Otto-Weidt-Platz erfolgte aus Mitteln des Stadtumbaus, der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ für den Brückenzugang sowie aus Investorenmitteln der CA Immo und der Stadthafenquartier KG. Dabei finanzierten die Mittel des Stadtumbaus in Höhe von ca. 315.000 Euro Teile der Baumaßnahme in den Jahren 2017 und 2018 bei vorgezogenen Gewerken der Regenwasserentwässerung, der Wassertechnik und der Beleuchtung sowie diesbezügliche Leistungen für Planung und Öffentlichkeitsarbeit.

  • Visualisierung Otto-Weidt-Platz

    Visualisierung des Otto-Weidt-Platzes mit dem Wasserstein in der Mitte und dem Zugang zum Kanalufer

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