Das Märkische Viertel - in jeder Hinsicht besonders

  • Hochhaeuser im Maerkischen Viertel

Städtebauförderung, Bezirk und GESOBAU kooperieren für ein starkes Quartier

Das Märkische Viertel ist die älteste Großsiedlung Westberlins, entstanden zwischen 1963 und 1975. Mehr als 35 Architekten haben sie entworfen, darunter so renommierte wie Werner Düttmann und Oswald Mathias Ungers. Das lebendige Quartier hat alles, was man braucht: Schulen, Kitas, Jugendklubs, Einkaufszentren, Schwimmhalle, Skate-Park und das Fontane-Haus mit Bibliothek, Volkshochschule, Bürgeramt und einem Konzertsaal mit 1.000 Plätzen. Zwischen den in kräftigen Farben gestalteten Zeilen- und Punkthochhäusern, entlang der Kanäle und um die beiden Wasserflächen gibt es sehr viel Grün.

Am 26. Juni 2025 trafen sich 62 Fachleute aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen (SenStadt), den Stadtplanungsämtern der Bezirke und den Büros der Gebiets- und der Programmbeauftragten auf Einladung von Christian Petermann, Gruppenleiter Nachhaltige Erneuerung, zum Fachgespräch im Märkischen Viertel. 16 Jahre nach Beginn und fünf Jahre vor dem Auslaufen der Förderung gab es viel zu berichten.

Die Reinickendorfer Bezirksstadträtin Korinna Stephan spricht auf dem Fachtag Nachhaltige Erneuerung im Märkischen Viertel am 26.6.2025

Korinna Stephan, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung in Reinickendorf, verwies auf die große Bedeutung der Städtebauförderung

Sarah Krüger vom lokalen BENN-Team begrüßte die Gäste im Saal der Apostel-Petrus-Gemeinde, die u.a. Träger des BENN im Märkischen Viertel ist. Die benachbarte Kita, das Familienzentrum FACE und weitere Teile des Gemeindekomplexes wurden u.a. mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau saniert und umgebaut. Korinna Stephan, Reinickendorfer Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, verwies auf die große Bedeutung der Städtebauförderung für das Quartier. Denn im Monitoring Soziale Stadtentwicklung von 2023 seien die Indikatoren der hiesigen Sozialräume weiterhin tiefrot. Wegen der günstigeren landeseigenen Wohnungen sind viele ärmere Familien aus den Zentren hierher gezogen. Auch eine Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete wurde angesiedelt.

Seit 2011 ist die Bevölkerung um 6.000 Menschen gewachsen, was den Druck auf die soziale Infrastruktur und den öffentlichen Raum erhöht. 23 Prozent der Bevölkerung sind Kinder (Berlin: 16 Prozent) und 55 Prozent sind nicht-deutscher Herkunft (Berlin: 41 Prozent). Diese Kinder verdienten die besten Schulen, Spielplätze und die beste Hausaufgabenbetreuung – so Stephan.

Lebenswertes Maerkisches Viertel

Die Wohnungen in der ältesten Großsiedlung Berlins gehören fast ausschließlich zum Bestand der landeseigenen GESOBAU AG

Dafür wurde mit den Mitteln der Nachhaltigen Erneuerung, des BENN und des „Quartiersmanagements Light“ in Kooperation mit der GESOBAU in den vergangenen Jahren hier viel getan. Denn noch ein Alleinstellungsmerkmal hat dieses Quartier: Die rund 16.000 Wohnungen gehören fast ausschließlich der landeseigenen GESOBAU AG, die zu einem starken Partner in der städtebaulichen und sozialen Quartiersentwicklung geworden ist. Die Aufnahme in die Stadtumbau- Förderkulisse 2009 ging auf eine gemeinsame Initiative von SenStadt und dem Wohnungsunternehmen zurück: Der gesamte Wohnungsbestand wurde durch die GESOBAU mit mehr als einer halben Milliarde Euro modernisiert und energetisch saniert, wodurch jedes Jahr mehr als 39.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Aus dem Programm Stadtumbau bzw. Nachhaltige Erneuerung flossen bis heute knapp 50 Millionen Euro in die Sanierung und Erweiterung der Infrastruktur und die Aufwertung der öffentlichen Grün- und Freiflächen, wie der Referatsleiter Förderung im Quartier von SenStadt, Hendrik Hübscher, berichtete.

Der Skatepark ist ein beliebter Treffpunkt im Märkischen Viertel

Der Skatepark ist ein beliebter Treffpunkt im Märkischen Viertel

Christian Petermann verwies darauf, wie wichtige es sei, neben der Grundversorgung auch kieztypische Treffpunkte zu schaffen, die das Wir-Gefühl stärken und zur Identifikation mit dem Quartier einladen. Einige solcher Orte konnten die Gäste auf dem Rundgang am Nachmittag besichtigen. Zuvor stellten Franziska Hupke, Gebietskoordinatorin der GESOBAU, Renate Villnow, Gruppenleiterin Städtebauförderung im Stadtentwicklungsamt Reinickendorf, und Franka Herold, Gebietsbeauftragte von der S.T.E.R.N. – Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung – Daten und Fakten, Projekte und Erfahrungen vor.

Der zweistündige Rundgang führte von der Apostel-Petrus-Gemeinde vorbei am Fontane-Haus und dem Thomas-Mann-Gymnasium zum Skatepark, einem mit intensiver Beteiligung geschaffenen und berlinweit bekannten Treffpunkt der Scooter- und Skaterszene. Über den Mittelfeldsteg ging es zum Spielplatz Senftenberger Ring, der in den kommenden Jahren für ältere Kinder und Jugendliche neu gestaltet werden soll.

Eine der größten Jugendkunstschulen in Deutschland – das Atrium – ist gleichzeitig ein architektonisches Kleinod der 1960er Jahre und bildete gerade deshalb eine Herausforderung für die energetische Sanierung, u.a. mit mehr als 40 verschiedenen Fensterformen. Durch die energetische Sanierung der Jugendverkehrsschule, des Thomas-Mann-Gymnasiums, des Atriums und des Kinder- und Jugendzentrums comX spart der Bezirk jedes Jahr einen sechsstelligen Betrag sowie viele hundert Tonnen CO2-Belastung. Über die Lauterbach-Schulen ging es auf barrierefrei erneuerten Wegen zum 2024 fertig sanierten comX, wo der Rundgang endete.

  • Gruppenbild mit Teilnehmenden des Fachgesprächs Nachhaltige Errneuerung im Märkischen Viertel am 26. Juni 2025

    Teilnehmende des Fachgesprächs Nachhaltige Errneuerung im Märkischen Viertel vor dem Integrations- und Familienzentrum der Apostel-Petrus-Gemeinde

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