Eine Vision für den Hildegard-Knef-Platz am Südkreuz

Hildegard-Knef-Platz mit Blick auf Taxis und Bahnhof Südkreuz

Der Hildegard-Knef-Platz am Bahnhof Südkreuz, gesehen von der Hedwig-Dohm-Straße

Der Bahnhof Südkreuz hat als größter Fernbahnhof im Süden Berlins mehrere Vorplätze, der Haupteingang liegt jedoch am Hildegard-Knef-Platz. Hier halten die Busse der BVG und des Fernverkehrs, Radfahrer kreuzen und Menschen mit und ohne Gepäck queren den Platz – das alles nicht immer konfliktfrei.

Seit der Bahnhof und sein Vorplatz erbaut wurden, haben sich der Verkehr, das Klima und die umliegenden Quartiere grundlegend gewandelt: Am Südkreuz wächst seit einigen Jahren ein Geschäfts- und Wohnviertel, Rad- und Fernbusverkehr nehmen zu, genau wie die Hitzetage, an denen die Luft über dem Betonpflaster und dem Asphalt flimmert.

Dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg und der DB InfraGo AG, die den Bahnhof betreibt, ist es ein Anliegen, Möglichkeiten für eine nutzerfreundliche, verkehrssichere und klimaangepasste Umgestaltung des Hildegard-Knef-Platzes zu finden. Deshalb wurde auf Grundlage der gemeinsamen Kooperationsvereinbarung aus dem Jahr 2023 ein Konzept in Auftrag gegeben, das je zur Hälfte aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung und aus Mitteln der DB InfraGo AG finanziert wird. Eines der wichtigsten Prinzipien für das Konzept ist die umfassende Mitwirkung der Anlieger und Hauptnutzer sowie der Öffentlichkeit.

Stakeholder-Workshop Vorplatz Bahnhof Suedkreuz Hildegard-Knef-Platz

Alle Teilnehmenden arbeiteten zu den Themen "Bestandsorientiert", "Neuordnung" und "Visionär"

Bereits am Tag der Städtebauförderung 2024 hatte der Bezirk vor Ort nach Ideen für den Platz gefragt. Am 3. April 2025 kamen mehr als 30 Vertreterinnen und Vertreter der sogenannten Stakeholder, also der Unternehmen, Vereinigungen und Institutionen, die auf dem Platz aktiv sind, bereits zu einem zweiten Workshop mit dem beauftragten Büro BahnStadt zusammen. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Bahn, des Bezirks und der Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung oder Verkehr waren u.a. die BVG, Flixbus, die polizeiliche Prävention, die Feuerwehr, der Fahrgastverband und einige andere vertreten.

Roland Neumann von BahnStadt präsentierte drei Konzeptansätze als Grundlage für die Diskussion an den Thementischen. Alle Teilnehmenden beschäftigten sich im Anschluss mit den ersten Varianten zur bestandsorientierten Gestaltung, zu Möglichkeiten der Neuordnung und einer visionären Gestaltung. Die drei Ansätze mit zahlreichen Varianten waren als Anregung gedacht, alle Elemente daraus sind austauschbar.

Stakeholder-Workshop Vorplatz Bahnhof Suedkreuz Hildegard-Knef-Platz

Zwei Varianten der bestandsorientierten Ideensammlung

Übergeordnete Ziele sind die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und des Mikroklimas sowie die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Verkehrsarten sollen entzerrt und besonders der Radverkehr soll geordnet verlagert werden. In jedem Fall vorgesehen sind die Entsiegelung einer möglichst großen Fläche und die Optimierung der Beleuchtung.

Bei der bestandsorientierten Variante sollen die vorhandenen Bäume nach Möglichkeit erhalten werden. In der Variante Neuordnung wurden dagegen bepflanzte Aufenthaltsflächen mit Versickerungspotenzial vor dem Bahnhofseingang vorgeschlagen, die durch Verlagerung von Fernbus und Taxiständen in den südlichen Platzbereich möglich würden. Die auf Visionen orientierte dritte Runde diskutierte die Aufteilung der Verkehrsarten auf mehrere Ebenen, etwa eine Radbrücke, eine tiefer gelegene, halboffene Ebene oder einen Tunnel. In diesem Fall wäre sogar Platz für einen Wochenmarkt oder ähnliche Nutzungen.

Öffentlicher Workshop am Tag der Städtebauförderung - 10. Mai 2025

  • Abschluss-Präsentation zum Hildegard-Knef-Platz am 10. Mai 2025

    Etwa 30 Interessierte waren der Einladung zum Workshop gefolgt

  • Bezirksstadträtin Eva Majewski und Jovana Marinkovic vom Büro BahnStadt diskutieren Varianten für den Hildegard-Knef-Platz

    Bezirksstadträtin Eva Majewski und Jovana Marinkovic vom Büro BahnStadt diskutieren Varianten für den Hildegard-Knef-Platz

  • Gruppe diskutiert über ausliegende Pläne für den Hildegard-Knef-Platz

    Diskutiert werden fünf ausgewählte Varianten für die Umgestaltung des Verkehrsknotenpunkts