Ein Denkmal für das Leben im Jonny K.-Aktivpark

Siegerentwurf zum Wettbewerb Kunst am Bau im Jonny-K-Park

Der Siegerentwurf zum Wettbewerb "Kunst am Bau" im Jonny-K.-Aktivpark soll bis zur endgültigen Fertigstellung in der 2. Jahreshälfte umgesetzt werden

Der Jonny-K.-Aktivpark im Gebiet Brunsbütteler Damm/Heerstraße ist ein besonders wichtiges Projekt für alle Beteiligten. Die Erwartungen sind hoch, soll der neu gestaltete Park doch mithilfe engagierter Bewohnerinnen und Bewohner positiv in das Quartier hineinwirken. Ziel war von Anfang an, durch die Gestaltung und die vielfältigen Angebote Angsträume und Tendenzen zur Verwahrlosung zu überwinden. Der Park, schon jetzt ein Ort für alle Generationen, wird im Spätsommer endgültig fertiggestellt.

Dann soll auch die Skulptur des Namensgebers Jonny K. am Rand der Yogawiese stehen. Sie ist das Ergebnis eines Wettbewerbs zur Kunst am Bau, zu dem der Bezirk Spandau im Mai 2024 fünf junge Künstlerinnen und Künstler eingeladen hatte. Die zu entwerfenden Kunstwerke sollten die Lebensgeschichte von Jonny K. vermitteln, der als Jugendlicher und junger Mann diesen Park oft besuchte, um Fußball zu spielen und sich mit Freundinnen und Freunden zu treffen. 2012 wurde er mit nur 20 Jahren am Alexanderplatz Opfer einer Gewalttat Jugendlicher. Die Wettbewerbsaufgabe bestand nicht darin, einen Gedenkort zu gestalten, sondern ein Zeichen zu setzen für das Leben von Jonny K., wie er es vielleicht heute führen würde. Das Kunstwerk soll an ihn erinnern und deutlich vor Augen führen, wie verletzlich ein Leben sein kann.

Jonny K.s Schwester, Tina K., hat damals eine Lehre für ihr Leben gezogen, das sie seitdem zu großen Teilen dem Kampf gegen Gewalt und für Respekt und Toleranz widmet. Sie gründete den Verein “I am Jonny” und beteiligte sich mit vielen anderen engagierten Menschen an der Neugestaltung des Jonny K.-Akivparks.

Auch an der Konzeption und Ausgestaltung des Wettbewerbs war Tina K. beteiligt. Unter anderem gehörte sie als Sachpreisrichterin der Jury an, die den Entwurf von Jonas Roßmeißl einhellig zur Realisierung vorschlug.

Der Entwurf revolutioniert nach Ansicht der Jury die Themen Standbild und Porträt auf einzigartige Weise: Aus altem Foto- und Videomaterial entsteht auf der Basis modernster digitaler Rekonstruktionsmethoden ein computergeneriertes Abbild von Jonny K., der als glänzende Edelstahl-Skulptur in Turnschuhen lebensgroß am Rand eines Betonsockels stehen wird.

Der Entwurf wird neben den vier anderen Arbeiten sowie den Beiträgen zu einem weiteren Wettbewerb zum Thema Kunst am Bau zurzeit im Zentrum für aktuelle Kunst ZAK in der Zitadelle Spandau gezeigt.

Ausstellung im Zentrum für aktuelle Kunst ZAK in der Zitadelle Spandau

22 Beiträge aus zwei Wettbewerben 2024
Bis 30. April 2025
Zitadelle Spandau
Am Juliusturm 64

Fr – Mi 10 – 17 Uhr, Do 13 – 20 Uhr
Einritt: 4,5 €, erm. 2,50 €. Eintritt frei am 6. April 2025

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