Ein Kunstwerk wird am Grünzug Halemweg an den Widerstand gegen die Nazis erinnern

Perspektivische Grafik des Kunstwerks aus 2 Halbschalen "Für Galina und Nikolaus"

Die beiden Elemente aus Edel- und Cortenstahl korrespondieren mit dem bereits bestehenden Kunstwerk MÄANDERCode am östlichen und westlichen Eingang des Grünzugs.

Die Straße und die U-Bahn-Station “Halemweg” im Charlottenburger Norden erinnern an den Widerstandskämpfer Nikolaus von Halem. Am U-Bahnhof Halemweg beginnt ein 2020 bis 2024 neugestalteter Grünzug mit Spiel- und Freizeitangeboten sowie mehreren begehbaren Kunstwerken aus Cortenstahl. Schon bald wird ein Kunstwerk hinzukommen, das Nikolaus von Halem und einer weiteren mutigen Widerstandskämpferin gewidmet ist: Galina Romanowa.

Der Fachbereich Grünflächen des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf lobte für den Grünzug einen Kunstwettbewerb mit fünf eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern aus. Wie der gesamte Grünzug wurde der Wettbewerb mit Mitteln aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung finanziert. Für die Realisierung des Kunstwerks stehen bis zu 26.000 Euro zur Verfügung.

Ausgewählt wurde das Werk “Für Galina und Nikolaus” der Künstlerin Stephanie Imbeau. Es besteht aus übergroßen Scherben zweier Schalen, die an die beiden Persönlichkeiten des Widerstands gegen die Nazidiktatur erinnern sollen. Das Preisgericht lobte die Qualität der Skulptur und ihr Potenzial, verschiedene Altersgruppen anzusprechen. Das Werk greife die bestehende Materialität der Umgebung auf, gleichzeitig hebe es sich deutlich von seinem Umfeld ab und bleibe so als Kunst erkennbar.

Nikolaus Halem und Galina Romanowa

Nikolaus von Halem und Galina Romanowa

Die Ärztin Galina Romanowa wurde 1942 aus dem ukrainischen Dnipropetrowsk nach Deutschland verschleppt. Dort schloss sie sich einer Wider­standsgruppe an und half kranken Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus der Sowjetunion. Die Gestapo verhaftete sie 1943. Am 3. November 1944 – vor 80 Jahren – starb Galina Romanowa mit 25 Jahren unter der Guillotine in der Hinrichtungsstätte Plötzensee.

Quelle: Stiftung Topographie des Terrors

Ebenfalls vor 80 Jahren wurde Nikolaus Christoph von Halem ermordet. Er starb im Zuchthaus Brandenburg. Nach dem mutigen Juristen, der keinen Beamteneid auf Hitler leisten wollte und mit anderen Widerstandskämpfern im Kontakt stand, sind der U-Bahnhof und eine Straße in Charlottenburg-Nord benannt.

Quelle: Pfad der Erinnerung

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