Multifunktionalität, eine Öffnung des Gebäudes zum Platz hin, einladend gestaltete Grünanlagen, Energieeffizienz – die architektonischen, städtebaulichen und freiraumplanerischen Ziele für den Neubau auf der frei gewordenen Fläche der Zufluchtskirche in der Westerwaldstraße sind hoch gesteckt. Am 17. Oktober fiel im EU-weit ausgeschriebenen, nichtoffenen Realisierungswettbewerb die Entscheidung. Zehn interdisziplinäre Teams aus Architektur- und Landschaftsarchitektur-Büros hatten Entwürfe eingereicht. Grundlage war ein anspruchsvolles Bedarfsprogramm für das auf der Fläche zwischen Klubhaus und Bibliothek geplante Begegnungszentrum im Fördergebiet Falkenhagener Feld.
Drei verschiedene Nutzergruppen sollen hier zusammenfinden. Zum einen soll nun das Stadtteilzentrum entstehen, das sich die Menschen im Falkenhagener Feld seit langem wünschen. Zum anderen gilt es, die Angebote für Seniorinnen und Senioren zu erweitern. Und drittens soll die seit Jahrzehnten etablierte Jugendtheaterwerkstatt mit ihrem ganzjährigen Programm hier eine neue Heimat und gut bespielbare Flächen finden. Finanziert wird die Gesamtmaßnahme, vom Grundstücksankauf über den Wettbewerb bis zum Neubau, aus dem Städtebauförderprogramm Nachhaltige Erneuerung.
Das neunköpfige Preisgericht unter dem Vorsitz der Architektin und Stadtplanerin Brigitte Holz, setzte sich aus freischaffenden Architektinnen und Architekten sowie aus Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten bezirklichen Fachämter und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen zusammen. Alle Arbeiten waren im Vorfeld vollständig anonymisiert worden.
Erstplatzierter Preisträger ist das Team der SEHW Architektur GmbH für den hochbaulichen Beitrag, gemeinsam mit STED – a part of Vilhelm Lauritzen Architects A/S aus Dänemark für den freiraumplanerischen Realisierungsteil. In seiner Stellungnahme begründet das Preisgericht die Entscheidung für den ersten Preis unter anderem mit „einer überzeugenden städtebaulichen Konzeption mit einem, den Nutzungen entsprechend dreigestaffelten Baukörper, einladenden Aufenthaltsflächen und klarer Haltung (…). Der Vorplatz des Begegnungszentrums wird im Zusammenspiel mit dem bestehenden Westerwaldplatz und den dort bestehenden öffentlichen Nutzungen verstanden und entworfen; nördlich des Neubaus schließen grüngeprägte Freiräume an.“