Die Jugendfreizeiteinrichtung Senfte 10 ist seit über 25 Jahren eine feste Größe für sport- und kulturbegeisterte Kinder und Jugendliche in Hellersdorf Nord. Vom kostenfreien Verleih von Skateboards, Inlineskates, Scootern und Schutzausrüstung über eine Reparaturwerkstatt bis hin zu Angeboten wie Billard, Kicker, Fitnessraum, Graffiti oder Kochen bietet das Haus jungen Menschen vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und Selbstorganisation.
Das 1989 errichtete Gebäude wird seit 1997 vom Träger KIDS & CO betrieben. Bei inzwischen rund 1.000 jungen Menschen, die das Haus im Jahr nutzten, stieß die Einrichtung an ihre Grenzen. Ein 420 Quadratmeter großer Erweiterungsbau wird zusätzlichen Platz schaffen, sodass der Gebäudekomplex mit dem Bestandsgebäude dann insgesamt rund 770 Quadratmeter umfasst.
Die Erweiterung fügt sich in das neu entstandene Quartier Gut Hellersdorf mit rund 1.500 Wohnungen ein. Im Zusammenhang mit der Rundlaufbahn Circus Maximus und dem neuen Skatepark am Beerenpfuhlgraben entsteht ein zeitgemäßer, sportorientierter Treffpunkt, an dem junge Menschen ihre Freizeit aktiv gestalten, ihre Talente entfalten und Verantwortung übernehmen können.
Am 20. Mai 2025 wurde in Anwesenheit von Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, und Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, der Grundstein für die Erweiterung der Senfte 10 gelegt.
Der Erweiterungsneubau wird leicht verschoben zum Bestandsgebäude angeordnet. So entstehen im Norden und im Süden Innenecken, in denen die neuen Eingänge liegen. Außen wie innen werden Neubau und Bestand zu einem neuen Gebäude verschmolzen. Eine umlaufende Holzfassade verleiht Alt- und Neubau einen einheitlichen Charakter. Innen verbindet die ringförmige Erschließung beide Gebäudeteile zu einer funktionalen Einheit. Am Haupteingang ist sie zu einem multifunktionalen Foyer erweitert.
Die Planung für den Holzneubau mit Satteldach setzt konsequent auf Nachhaltigkeit: Die Wiederverwendung tragender Bauteile, rückbaubare Holzwerkstoffe, Dachbegrünung, Nachtauskühlung, außenliegender Sonnenschutz und Strom aus Photovoltaik sowie Fernwärme minimieren den Energiebedarf. Ein begrüntes Retentionsdach sorgt gemeinsam mit der natürlichen Einleitung von überschüssigem Wasser in den angrenzenden Beerenpfuhlgraben für die Nutzung des Niederschlagswassers im Sinne des Schwammstadtkonzepts.
Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Programms Sozialer Zusammenhalt im Rahmen der Städtebauförderung von Bund und Land. Durch das Programm Europa im Quartier beteiligt sich die Europäische Union mit 40 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) an der Förderung.