Ein neues Wohnzimmer für alle Generationen entsteht im Auguste-Viktoria-Quartier

  • Luftbild der Baustelle des Jugend- und Stadtteilzentrums

    Die Baustelle des Jugend- und Stadtteilzentrums aus der Vogelperspektive. Unten die ev. Segenskirche, links neben dem Kran das Laiv

  • Perspektive des Jugend- und Stadtteilzentrums aus dem Wettbewerb

    Perspektive des Jugend- und Stadtteilzentrums aus dem Wettbewerb

Im Herzen des Quartiers an der Auguste-Viktoria-Allee klafft eine große Baugrube. Hier entsteht innerhalb von zwei Jahren das neue Jugend- und Stadtteilzentrum als sprichwörtliches Wohnzimmer für den Kiez. Das rund 10 Mio. Euro teure Neubau-Projekt wäre ohne die Förderung mit Mitteln der Europäischen Union, von Bund und Land Berlin nicht denkbar. 40 Prozent der Mittel fließen aus dem Programm Europa im Quartier, das aus dem EU-Strukturfonds EFRE gespeist wird. 60 Prozent kommen aus dem Städtebauförderprogramm “Nachhaltige Erneuerung” sowie dem Landesprogramm “Soziale Infrastrukturmaßnahmen”. Profitieren werden davon nicht nur die heutigen Bewohnerinnen und Bewohner, sondern auch die Menschen, die ab 2028 nach und nach in das geplante Schumacher Quartier einziehen werden.

Bezirksstadtrat Muschner, Bezirksstadtrat Ewers; Bezirksbürgermeisterin Demirbüken-Wegner, Bezirksstadträtin Stephan und Staatssekretär Machulik

Die Zukunft gemeinsam in der Hand: Bezirksststadtrat Muschner, Bezirksststadtrat Ewers; Bezirksbürgermeisterin Demirbüken-Wegner, Bezirksststadträtin Stephan und Staatssekretär Machulik (von links)

Zur feierlichen Grundsteinlegung am 23. April 2026 waren viele der wichtigsten Ideengeber und Ermöglicher des neuen Jugend- und Stadtteilzentrums gekommen: Stephan Machulik, Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, die Reinickendorfer Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner, Bezirksstadträtin Korinna Stephan (Stadtentwicklung), die Bezirksstadträte Alexander Ewers (Jugend u. Familie) und Harald Muschner (Facility Management), Vertreterinnen und Vertreter des Quartiersmanagements sowie der beiden Einrichtungen, die das neue Haus nutzen werden: Cigir Özyurt-Güneş vom Kinder- und Jugendtreff Laiv des Trägers LebensWelt gGmbH und Joana Skowronek vom Stadtteilzentrum AVA des Trägers Albatros gGmbH. Neben weiteren Vertreterinnen und Vertretern des Bezirksamts waren auch Mitarbeiterinnen des Stadtplanungsbüros bsm dabei. In ihrer Funktion als Gebietsbeauftragte für das Förderprogramm Nachhaltige Erneuerung führten sie durch die Veranstaltung.

Der Wunsch nach mehr Platz für Kinder, Jugendliche und nach Treffpunkten für das Quartier ist seit Jahren groß. Das Quartiersmanagement sammelte die Wünsche und Anforderungen an ein multifunktionales Haus, das durch die geplante Mehrfachnutzung allen Generationen den nötigen Freiraum bieten soll. In enger Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen und Trägern sowie den zukünftigen Nutzern und mit Beteiligung der Kinder und Jugendlichen ist ein umfassendes Konzept entstanden. Dessen bestmögliche Übersetzung in eine Planung für einen barrierefreien, ökologischen Neubau wurde 2021 durch einen Architekturwettbewerb angestoßen, den das Büro von Architekt Jan Hübener gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro pro garten für sich entschied.

Cigir Özyurt-Güneş u. eine Mitarbeiterin, Joana Skowronek und Karolin Kabelitz (von links)

Cigir Özyurt-Güneş u. eine Mitarbeiterin des Jugendclubs sowie Joana Skowronek vom Stadtteilzentrum und die Gebietsbeauftragte Karolin Kabelitz beim Befüllen der Zeitkapsel (von links)

Jan Hübener erklärte vor Ort die Konzeption des zweiflügeligen Hybridbaus aus Holz und Stahlbeton mit separaten Eingängen für das Jugend- und das Stadtteilzentrum. Gemeinsam werden u.a. der Veranstaltungssaal und Bewegungsräume genutzt. Am Haupteingang des Stadtteilzentrums gegenüber der ev. Segenskirche wird ein Quartiersplatz entstehen, ein idealer Ort für Nachbarschaftsfeste und andere Veranstaltungen. Die Jugendlichen können eine eigene kleine Außenfläche nutzen. Durch verschiedenfarbig leuchtende Fenster erhält das moderne Gebäude auch eine Verbindung zur benachbarten Kirche. Mit dieser Idee gewann Anne Boissel den Wettbewerb „Kunst am Bau“.

Staatssekretär Machulik gefällt besonders, dass die ehemalige Revierunterkunft des Grünflächenamtes bis zum Umzug in das große Haus als Heimat des Jugendklubs erhalten bleibt. Lange soll es allerdings nicht mehr dauern: Durch die Nutzung vorgefertigter Konstruktionselemente ist die Bauzeit relativ kurz, schon 2027 soll das Gebäude mit all seinen nachhaltigen Merkmalen fertiggestellt werden. Dazu gehören die Verwendung von Recycling-Beton und nachwachsenden Rohstoffen, die Nutzung von Erdwärme und Sonnenenergie, Gründächer und die Versickerung des Niederschlags auf den Außenflächen in unterirdische Rigolen. Die Positionierung des Neubaus ermöglichte auch den weitgehenden Erhalt der großen Bäume. Bis sich dort das Quartier zum großen Eröffnungsfest versammeln kann, braucht es nur noch ein wenig Geduld.

Kontakt

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat IV B – Förderung im Quartier