Hellersdorf Nord bildet einen Schwerpunkt des Wohnungsbaus im Bezirk. In drei Jahren, von Ende 2020 bis Ende 2023, ist die Bewohnerschaft im Gebiet um mehr als 1.800 Personen gewachsen. 48 Prozent der hier lebenden Menschen haben Migrationserfahrung. Ähnliches trifft auch auf das benachbarte QM-Gebiet „Alte Hellersdorfer Straße“ zu. Quartiersmanagerin Stephanie Marsch übernimmt das Mikrofon und führt die Gruppe zum Interkulturellen Zentrum Haus Babylon, an dessen Giebel der Wunsch nach Respekt und Toleranz das Motto für die Arbeit und einen Wunsch an die Nachbarschaft ausdrückt.
Der Vorsitzende des Trägervereins, Dr. Mekonnen Shiferaw, berichtet von der Geschichte des Hauses, das in den 1990er-Jahren nicht selten Anfeindungen erlebte. Mittlerweile ist das Haus Babylon ein Anker für das Quartier mit vielfältigen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien. Manche aus der ersten Generation der Kinder, die hier ein zweites Zuhause fanden, arbeiten heute haupt- oder ehrenamtlich mit. Das ehemalige Kita-Gebäude wurde 2018 bis 2021 mit rund 4,6 Mio. Euro im Programm Stadtumbau saniert und umgebaut, davon 2,3 Mio. Euro aus dem EFRE-Programm ZIS II. Auch die Musikschule des Bezirks hat hier eine Filiale.
Nach ca. zwei Stunden bedanken sich Stephan Machulik, Heike Wessoly und Krystof Studihrad für die interessanten Einblicke in die Entwicklung von Hellersdorf Nord und die engagierte Arbeit der Akteure vor Ort. Stephan Machulik: „Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen setzt seit inzwischen über einem Vierteljahrhundert gemeinsam mit den Bezirken und der lokalen Trägerlandschaft erfolgreich Projekte der nachhaltigen Stadtentwicklung mit Unterstützung europäischer Fördermittel um. Die Fördermaßnahmen, die wir am heutigen Tag besichtigt haben, stehen stellvertretend für eine Entwicklung, die Berlin seit Jahren prägt: Hier entstehen Orte der Begegnung, des Lernens und der kulturellen Teilhabe. Die EU ist mit ihren Institutionen und Programmen auf diese Weise überall in Berlin unmittelbar wirksam und trägt so aktiv zur Festigung demokratischer Strukturen in den Kiezen, Stadtvierteln und Ortsteilen unserer Stadt bei.“