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Hospitationsprogramme und kurzzeitige Auslandsverwendungen

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Bild: Polizei Berlin

Neben den längerfristigen Auslandsmissionen auf der Grundlage internationaler Mandate betreibt die Polizei Berlin verschiedene Hospitationsprogramme mit dem Ziel des bi- und multilateralen Erfahrungsaustauschs.

Erasmus+ Auslandspraktika für Berufsanfängerinnen und -anfänger
Im Projekt Have a European start wird Berufsanfängerinnen und -anfängern des mittleren Dienstes der Schutzpolizei regelmäßig die Möglichkeit gegeben, ihren Dienst mehrere Wochen bei einer europäischen Partnerbehörde zu versehen. Das im Rahmen des EU-Förderprogramms Erasmus+ finanzierte Hospitationsprogramm ermöglicht es unseren Nachwuchskräften somit bereits zum Beginn ihrer Karriere, Polizeiarbeit aus dem internationalen Blickwinkel zu betrachten. Erleichtert wurde dies durch die Mobilitäts-Charta von der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung, welche 2015 an die Polizei Berlin verliehen wurde. Im Jahr 2020 wurde ein Antrag auf Neu-Akkreditierung im Erasmus-Programm für die Förderperiode 2021-2027 gestellt, wodurch der Zugang zu Fördermitteln nochmals erleichtert wird. Analog zu den Angeboten für Nachwuchskräfte besteht auch die Möglichkeit für Berufsbildungspersonal, hauptsächlich der Polizeiakademie, eine Hospitation im EU-Ausland durchzuführen.

Europäische Kommissariate und Sichere Touristische Saison
Im Rahmen der sogenannten Europäischen Kommissariate werden sprachkundige Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte der Polizei Berlin in verschiedene Urlaubsregionen mit hohem deutschem Touristenaufkommen in die Länder Spanien, Frankreich und Bulgarien entsandt. Zum Zwecke der operativen, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, der verbesserten Kriminalprävention sowie der gegenseitigen Unterstützung, versehen dabei Berliner Dienstkräfte auf der Grundlage des Vertrages von Prüm Streifendienst in den genannten drei Mitgliedstaaten der EU. Das Programm Sichere Touristische Saison findet mit der gleichen Zielrichtung in Kroatien statt.

Europäischer Mitarbeiteraustausch
Im Rahmen des Berliner Landestitels „Wissenstransfer“ wurden Mittel bewilligt, um Berliner Landesbediensteten Hospitationen im europäischen Ausland zu ermöglichen. Die Polizei Berlin führt im Rahmen des EU-Mitarbeiteraustauschs jedes Jahr Hospitationen in einer Vielzahl von EU- und vereinzelten Drittstaaten durch. Ziel und Ergebnis der Hospitationen sind neben dem umfangreichen Erfahrungsaustausch und Erkenntnisgewinn die Intensivierung der Zusammenarbeit europäischer Polizeibehörden.

Hospitationsvereinbarung mit Rumänien
Auf Grundlage einer 2013 unterzeichneten Absichtserklärung über die Durchführung von Hospitationen im Polizeiwesen zwischen dem Innenministerium Rumänien und der Senatsinnenverwaltung Berlin finden regelmäßige Hospitationen in beiden Staaten statt. Seit Inkrafttreten der Vereinbarung sind wiederholt Polizeidienstkräfte aus Rumänien in Berlin tätig und haben verschiedene Dienststellen unterstützt, insbesondere beim Umgang mit rumänischsprachigen Bürgerinnen und Bürgern. Neben Hospitationen in den Bereichen Wohnraumeinbruch und Taschendiebstahl fanden auch Maßnahmen in touristisch hoch frequentierten Bereichen wie dem Alexander- oder Breitscheidplatz statt.