Vorfälle bei den Silvesterfeierlichkeiten

Zur Verfolgung der Straftaten - insbesondere von Angriffen auf Einsatz- und Rettungskräfte - in der Silvesternacht bitten wir um Ihre Mithilfe.
Bitte übersenden Sie uns vorrangig Ihre eigenproduzierten Bild- und Videodaten mit einem Hinweis auf Aufnahmeort und -zeit.

Zum Hinweisportal

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Der Polizeiliche Datenraum „PoD“

Polizeilicher Datenraum (PoD)

Unsere Verantwortung als Hauptstadtpolizei

Die Polizei Berlin versteht sich als moderne, transparente Hauptstadtpolizei. Dazu gehört auch, dass wir jederzeit die Verantwortung für unser tägliches Handeln und unsere polizeilichen Maßnahmen übernehmen und darüber im vollen Umfang Rechenschaft gegenüber dem Berliner Parlament und damit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt ablegen können und wollen.

Werden unser Handeln und unsere Maßnahmen Teil der parlamentarischen Kontrolle, zum Beispiel durch eingesetzte Untersuchungsausschüsse, liefern wir die angeforderten Akten, Unterlagen und Informationen nach bestem Wissen und Können schnellstmöglich zu. Wir sind transparent und offen, denn sollten Fehler gemacht worden sein, liegt uns allen daran daraus zu lernen, um unseren Auftrag in der Zukunft noch besser erfüllen zu können.

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Die Herausforderung: Daten passgenau bereitstellen

Schwierig wird es dann, wenn die Untersuchung umfangreich ist und damit eine sehr große Menge an Unterlagen und Daten berührt ist. Eine Vorauswahl können wir natürlich nicht treffen, also liefern wir alles, was in Frage kommen kann.

Frühere Wege, diese Unterlagenmengen händisch zu sichten, auszudrucken, zu bearbeiten, zu katalogisieren und in diversen Kopien zuzuliefern, haben nicht nur unendlich viel Papier gekostet, am Ende war erkennbar, dass auch mit größten Anstrengungen kaum alles, in vollem Umfang, hätte bearbeitet und übergeben werden können. Zusätzlich hat sich herausgestellt, dass viele Unterlagen am Ende für die Kontrollgremien auch gar nicht von Interesse sind und auf allen Seiten einfach nur viel Aufwand geschaffen haben.

Die Verfahren im direkten Output-Vergleich

Altes Verfahren (Laufzeit 2 Jahre) Neues Verfahren (Laufzeit 6 Monate)
  • 90 Ordner pro Halbjahr (360 Ordner nach zwei Jahren)
  • 900 Ordner pro Halbjahr
  • 45.000 Blatt Papier
  • 450.000 digitale Seiten
Polizeilicher Datenraum (PoD), Mitarbeiter am Rechner

Mitarbeiter der Taskforce

Durch die Umstellung auf den PoD konnte die Bereitstellungsgeschwindigkeit um den Faktor 10 erhöht werden! Wäre die händische Bearbeitung beibehalten worden, hätte ein Großteil der Beweisunterlagen den Ausschüssen aus Kapazitätsgründen nicht zugänglich gemacht werden können.

Positives Feedback gab es vom Berliner Untersuchungsausschuss in Sachen „AMRI“, dessen Informationsbedarf an polizeilichen Unterlagen durch den „PoD“ vollständig erfüllt werden konnte.

Ein weiterer erheblicher Nachteil war die Komplexität und Verständlichkeit der Unterlagen für die Ausschüsse. Innerhalb der Polizei Berlin sind sie Teil eines strukturierten Datensystems, aber jeweils einzeln für sich sind sie für die Ausschüsse schwer nachvollziehbar oder in den jeweiligen Kontext einordbar. Daraus folgende, berechtigte Nachfragen, verzögerten die damals händischen Arbeiten weiter.

Die Lösung: ein smartes Verfahren

Es lag nahe, den Ausschüssen eine geschützte, digitale Plattform anzubieten, auf der die Polizei Berlin mit größerer Geschwindigkeit Daten einstellen kann. Vorbild war ein modernes „Due Diligence Verfahren“ bei wirtschaftlichen Transaktionen. Dabei sollten Zusammenhänge erhalten bleiben und so die Lesbarkeit und Nachvollziehbarkeit der eingestellten Unterlagen für die Ausschüsse bewahrt werden. Aus dieser Überlegung entstand der

„PoD“, der Polizeiliche Datenraum,

zu dem jedes Mitglied eines Untersuchungsausschusses Zugang hat.

Der Raum befindet sich in den Gebäuden des LKA Berlin am Columbia Damm. Der PoD und die darin enthaltenen Daten sind hier besonders geschützt, um den rechtlichen Vorgaben des Datenschutzes und des Geheimschutzes zu entsprechen.

Weitere Fakten zum PoD auf einen Blick:

  • Es gibt 7 Plätze zur gleichzeitigen Einsichtnahme.
  • Die Datenbank ist ständig wachsend und modular erweiterbar.
  • Es gibt eine zweistufige Ausbaustufe zum Schutz von besonders sensiblen Inhalten.
  • Unterlagen sind nach polizeilichen Strukturen und Herausgebern geordnet.
  • Es kann nach Schlagworten gefiltert werden.
  • Bisher gab es bereits ca. 50 Abfragen durch Angehörige der Untersuchungsausschüsse und deren Mitarbeitende.

Die Zukunft: weiterhin transparent und offen

Wir möchten auch weiterhin für Transparenz und Offenheit stehen. Unsere Plattform „PoD“ soll deshalb ständig weiterentwickelt werden und für weitere, datenintensive Anwendungsfälle bereitstehen.